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Spielend die Welt erobern: Spielen im Kleinkindalter
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Häufig gestellte Fragen
Unsere zweijährige Tochter macht jedes Mal ein Riesentheater, wenn ich sie beim Spielen unterbrechen muss. Wie bekomme ich das in den Griff?
Für Ihr Kind ist Spielen eine ernsthafte Beschäftigung. Es setzt sich intensiv mit einer selbst gestellten Aufgabe auseinander, die es immer und immer wieder übt. Besonders zweijährige Kinder lassen sich deshalb nur schwer von ihrem Spiel trennen, wenn die Eltern sie bitten, damit aufzuhören. Sie sind auch nicht auf ein "nachher kannst du weiterspielen" zu vertrösten, denn sie verstehen noch nicht, was "nachher" bedeutet. Für sie heißt "nicht mehr spielen": "aus", zu Ende, nie wieder! Kein Wunder also, dass es zu herzzerreißenden Szenen kommt: Weinend wirft sich das Kind über den Sandhaufen, weil es sich nicht davon trennen möchte. Wütend und trotzig hält es den Baustein fest, wenn es zum Essen kommen soll.
Helfen Sie Ihrem Kind, "zu verstehen":
- Erleichtern Sie ihm durch regelmäßige Tagesabläufe die Einschätzung, dass es "nach dem Essen" wirklich weitergeht.
- Schaffen sie fließende Übergänge zwischen Spiel und Pflicht und bieten sie ihm kleine Hilfen an: Das Spielzeugauto darf noch bis in die Garage mitkommen oder der Hase hat auch Hunger und darf in der Küche mitessen.
- Kündigen Sie ein paar Minuten vorher an, dass Sie gleich essen oder zusammen weggehen wollen. So kann Ihr Kind in seinem Spiel zu einem Ende finden.
Unsere Tochter (2 ½ Jahre) liebt es, durch unsere Wohnung zu toben, und ist dabei sehr laut. Wie kann ich Sie stoppen?
Schön, dass Ihr Kind so lebhaft ist. Es sollte sich ruhig austoben dürfen. Wenn sich Ihre Tochter richtig austoben kann, gibt es danach bestimmt auch wieder ruhigere Phasen. Und vermutlich schläft sie auch nachts gut. Gehen Sie möglichst tolerant mit einer ganz normalen Lautstärke um, die durch spielende Kinder verursacht wird. Ihr bewegungsfreudiges Kind ist nicht zu unruhig, zappelig und überaktiv, und Sie brauchen es auch nicht zur Ruhe zu bewegen. Am besten toben Sie mit ihm und legen Zeiten fest, in denen es auch mal lauter in Ihrer Wohnung werden darf. Sie können den Bewegungsdrang des Kindes auch ausnutzen, um mit ihm hinauszugehen, damit es sich im Freien so richtig müde spielen kann.
Unser Sohn (18 Monate) verhält sich beim Spielen mit anderen Kindern aggressiv - er haut und beißt die anderen. Woher kommt das und was können wir dagegen tun?
Aggressionen sind Gefühlsregungen, die Teil des Lebens sind und die Kinder ebenso kennen wie Erwachsene. Den Umgang mit solchen (negativen) Gefühlen müssen Kinder aber mit der Zeit erst lernen, ebenso wie die Fähigkeit, Konflikte nicht "handgreiflich", sondern auf andere Weise zu lösen. Gerade im Kleinkindalter, wenn Kinder noch nicht so gut sprechen können, sehen sie manchmal gar keine andere Möglichkeit, ein bestimmtes Problem zu lösen, zum Beispiel das Eimerchen zurückzubekommen, das ihnen ein anderes Kind gerade weggenommen hat. Mit Ihrer liebevollen Unterstützung lernt Ihr Kind aber allmählich, mit Konflikten und mit seinen negativen Gefühlen anders umzugehen. Haben Sie ein wenig Geduld mit Ihrem Sohn. Er sollte seine Gefühle äußern dürfen, aber auch lernen, wo die Grenzen sind - nämlich da, wo anderen weh getan wird.
Mein Sohn (21 Monate) will nie alleine spielen. Immer muss ich mich mit ihm beschäftigen. Habe ich ihn zu sehr verwöhnt?
Natürlich ist in Sachen Alleinspielen jedes Kind anders und es gibt keine feste Regel. Als Richtwert kann man aber sagen: Es ist für Ihr Kind ein Gewinn, wenn es ihm im zweiten Lebensjahr gelingt, hin und wieder wenigstens eine halbe Stunde allein zu spielen. Das fördert seine Selbständigkeit, stärkt sein Selbstbewusstsein und verhilft manchen Kindern sogar zum besseren Durchschlafen. Sie können Ihren Sohn dabei unterstützen, das Alleinspielen schrittweise zu lernen. Vielleicht spielen Sie einfach zunächst einmal neben ihm und nicht mit ihm, wenden sich dann, im gleichen Raum, einer eigenen Tätigkeit zu, und so weiter.
Unser fast dreijähriger Sohn macht vor nichts auf dem Spielplatz halt. Er probiert alles aus und scheint einfach keine Angst zu haben. Wann sollen wir eingreifen?
Ihr Sohn gehört offensichtlich zu den Kindern, die Freude daran haben, ihre Umwelt und ihren Körper durch Bewegung zu entdecken. Diese für die kindliche Entwicklung sehr positive Eigenschaft sollten Sie so wenig wie möglich einschränken. Ihr Sohn nimmt die Herausforderungen, Neues zu lernen, an, indem er es ausprobiert. Das bedeutet, am Klettergerüst und auf der Schaukel immer ein bisschen höher zu kommen oder die Rutsche immer gewagter herabzusausen. Gelingt es dem Kind, hat es ein Erfolgserlebnis, welches ihm Selbstvertrauen gibt und es von neuem anspornt. Aus Sicht der Eltern ist es manchmal schwierig, in brenzlig erscheinenden Situationen gelassen zu bleiben, denn sie sehen die damit verbundene Unfallgefahr. Allerdings sind auch kaum Entwicklungsschritte möglich, wenn man jedes Risiko vermeiden will. Ihr Kind braucht Risiken, um sich weiter zu entwickeln und um mit gefährlichen Situationen immer besser umgehen zu können. Deshalb ist es notwendig, dass Sie gut abwägen, wann eine wirkliche Gefährdung für das Kind besteht. Wenn Ihr Kind nicht mehr mutig, sondern übermütig ist, dann sollten Sie es allerdings mit Nachdruck stoppen.
Wenn ich mit meiner Tochter (18 Monate) spielen will, reagiert sie oft missmutig und ablehnend auf mich. Woran kann das liegen?
Kinder lieben es, mit ihren Eltern zu spielen, aber für Eltern ist es manchmal gar nicht so einfach, "gute Mitspielerinnen oder Mitspieler" zu sein. Denn dabei gilt es, einiges zu beachten. Das Wichtigste ist, dass Sie Ihr Kind beim gemeinsamen Spiel da abholen, wo es steht. Das bedeutet, dass Sie seinen Entwicklungsstand achten und es mit Ihren Spielangeboten nicht über-, aber auch nicht unterfordern. Denn sonst verliert Ihr Kind schnell den Spaß am gemeinsamen Spiel; es wird missmutig und desinteressiert.
Am besten, Sie halten Sie sich mit eigenen Spielangeboten einfach zurück und beobachten Ihr Kind im Spiel. Schauen Sie, wofür es sich gerade interessiert, was und wie es spielt. Und ahmen Sie einfach sein Spiel nach - Nachspielen wird von Ihrem Kind als Sympathiebekundung empfunden!
Link-Tipps
- "Fördern durch Spielmittel"- " Spielzeug für behinderte Kinder e.V
- "Freies Spiel von Säuglingen und Kleinkindern. Das Kind als Akteur seiner Entwicklung"
- "Nur ein Kinderspiel? - oder: Wie Spielen bildet"
- "Sich bewegen lernen heißt seine Umgebung erobern"
- "Spielideen für behinderte Kinder"
- "Wie finden Eltern das geeignete Spielzeug?"
Spielen ist ein zentrales Element der Förderung von behinderten Kindern. Um Ideen für Spielzeug zu entwickeln und zu verbreiten, das ihren Bedürfnissen besser entspricht, hat sich der Verein "Fördern durch Spielmittel - Spielzeug für behinderte Kinder" gegründet. Auf seinen Internetseiten informiert er über Produkte seiner Arbeit. (Recherchedatum: 26.11.2009)
Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) zeigt auf dieser Seite einen Artikel von Elisabeth C. Gründler. Die freie Journalistin beschreibt, wie Babys lernen und welche Bedeutung das Spielen dabei hat. (Recherchedatum: 09.08.2011)
Hedi Friedrich erläutert in diesem Text aus dem Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP), wie untrennbar das Spielen mit der Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kindes verbunden ist. (Recherchedatum: 09.08.2011)
Der Psychologe Dr. Heinz Krombholz erläutert in diesem Artikel des Familienhandbuches des Münchner Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) die große Bedeutung von Bewegungserfahrungen in der frühen Kindheit für die unterschiedlichsten Entwicklungsbereiche. (Recherchedatum: 09.08.2011)
Die Mutter einer behinderten Tochter, Anette Kitzinger, beschreibt hier für und mit anderen Eltern behinderter Kinder praxiserprobte Spielentwicklungen, -ideen und -erfahrungen mit ihren Kindern und veröffentlicht Literaturtipps. (Recherchedatum: 19.11.2009)
Der Verein "Mehr Zeit für Kinder e.V." gibt in diesem Text aus dem Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) Tipps, welche Art von Spielzeug sich in welchem Alter eignet. (Recherchedatum: 09.08.2011)

