Kopfläuse - was tun?

Kopfläuse - was tun?

Läusealarm: Jeder kann davon betroffen sein

Kopfläuse sind seit jeher in Europa heimisch. Sie übertragen keine Krankheiten, verbreiten sich aber von Mensch zu Mensch leicht weiter. Körperhygiene spielt dabei keine Rolle - jede und jeder kann Kopfläuse bekommen, und niemand muss sich dafür schämen.

Der natürliche Lebensraum der Kopflaus ist der menschliche Kopf

Kopfläuse zählen zu den sogenannten "Menschenläusen", das heißt, sie haben sich speziell an den Menschen angepasst und leben ausschließlich auf ihm. Ihren natürlichen Lebensraum haben Kopfläuse in der menschlichen Kopfbehaarung (nur ganz selten, bei extrem starkem Befall, können auch andere behaarte Stellen des Oberkörpers befallen sein). Bevorzugt halten sie sich in der Nacken-, Ohren- und Schläfengegend auf, da hier die Temperatur für sie optimal ist. Bei der Auswahl des Haarschopfes sind sie nicht wählerisch - jeder behaarte Kopf ist ihnen als Nahrungsquelle willkommen.

Kopflausbefall hat nichts mit persönlicher Sauberkeit zu tun

Kopfläuse zu bekommen ist keine Sache der persönlichen Hygiene. Auch auf einem bestens gepflegten Kopf können sich Läuse wohl fühlen und vermehren - sie sollen sogar frisch gewaschenes Haar bevorzugen. Regelmäßiges Haarewaschen schützt also nicht vor Kopfläusen - ein Grund mehr, sich nicht dafür zu schämen, wenn einen die Plaggeister als neue Nahrungsquelle auserkoren haben.

Kopflausbefall ist meist "Gruppensache"

Kopfläuse werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen – deshalb kann jeder Kopfläuse bekommen, der näheren Kontakt zu anderen Menschen hat. Das gilt natürlich ganz besonders für Kinder, die gemeinsam Einrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten besuchen. Wenn Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse finden, können Sie also in der Regel davon ausgehen, dass es nicht das einzige betroffene Kind in der Einrichtung ist.

In Schulen und Kindertagesstätten kommt es immer wieder zu regelrechten Läuseplagen. Das liegt manchmal auch daran, dass es immer noch Eltern gibt, denen der Kopflausbefall peinlich ist und die ihn deshalb lieber verschweigen. Das ist verhängnisvoll, denn die Kopfläuse haben dann alle Zeit der Welt, sich von Kopf zu Kopf weiter zu verbreiten...

Den Kopfläusen gemeinsam den Kampf ansagen

Weil Läusebefall meist "Gruppensache" ist, kann sich der einzelne noch so sehr um die Beseitigung die Blutsauger bemühen - der Kampf gegen Kopfläuse kann nur erfolgreich sein, wenn man gemeinsam gegen sie vorgeht. Andernfalls wird die Plage immer wieder von Neuem losbrechen (Kreislauf der Neuansteckung) - ganz besonders in Schulen und Kindertagesstätten, wo tagtäglich viele Kinder zusammenkommen.

Deshalb: Informieren Sie bei Kopflausbefall umgehend das nähere Umfeld Ihres Kindes - die Eltern der Freundinnen und Freunde, Bekannte und Freunde der Familie usw. und insbesondere die Leitung der Einrichtung, die Ihr Kind besucht. Diese benachrichtigt das Gesundheitsamt, welches in Fragen des Kopflausbefalls informiert, berät und sich darum bemüht, eine gute und effektive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Einrichtung zu gewährleisten. Wichtig ist auch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Eltern - sich gegenseitig Schuld zuzuweisen, ist da fehl am Platz. Sagen Sie den Kopfläusen gemeinsam den Kampf an - zum Wohle aller Kinder, die die Einrichtung besuchen.

Bei aller Aufregung: Kopfläuse sind kein Beinbruch

Schon der Gedanke, dass ihr Kind Kopfläuse haben könnte, versetzt so manche Mutter und so manchen Vater in helle Aufregung. Werden die lästigen Tierchen dann tatsächlich auf dem Kinderkopf entdeckt, macht das manchen Eltern arg zu schaffen: Woher hat das Kind das? Was machen wir jetzt bloß? Wie kriegen wir die wieder los? Und was sagen wohl die anderen dazu?

Natürlich sind Kopfläuse keine angenehme Sache. Aber sie sind auch kein Beinbruch. Wenn sie zügig und sorgfältig behandelt werden und das gesamte Umfeld an einem Strang zieht, ist man die lästigen Blutsauger schnell wieder los. Bitte denken Sie bei aller verständlichen Aufregung auch an Ihr Kind: Es ist unter Umständen sehr verunsichert durch die Diagnose "Kopfläuse", es versteht nicht so recht, was das zu bedeuten hat, ekelt sich vielleicht vor den Tierchen auf seinem Kopf. Da ist es wichtig, dass Sie in Ruhe mit ihm reden, ihm alle seine Fragen beantworten, ihm Mut machen und ihm versichern, dass es die Sache bald überstanden hat.

Literatur & Co.

Obelis, Innsbruck, Wien 2007.
 
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