Masern
Viele europäische Länder und die USA gelten heute als masernfrei. Um dieses Ziel auch für Deutschland zu erreichen, müssen die Impfraten hier noch stark ansteigen.
Um die Darstellung der Website zu vergrößern, drücken Sie bitte die Tasten STRG und +
Wenn Sie die Darstellung verkleinern möchten, drücken Sie bitte die Tasten STRG und -
Um die Darstellung wieder auf die Standardgröße zurück zusetzen, drücken Sie bitte die Tasten STRG und 0
(zum Verlassen dieses Dialoges drücken Sie bitte die ESC Taste)
Weltweit sterben jedes Jahr mehr als eine halbe Million Menschen an Masern. Sie sind weiterhin eine Hauptursache für Todesfälle im Kindesalter, die durch Impfung vermeidbar wäre.
In Deutschland ist mit dem Anstieg der Masernimpfraten in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Erkrankungshäufigkeit deutlich zurückgegangen: Die Zahl der Neuerkrankungen sank von mehr als zehn Erkrankungen pro 100.000 Einwohner (geschätzt nach Sentineldaten) im Jahr 1999/2000 auf 0,7 Erkrankung pro 100.000 Einwohner im Jahr 2009 (Meldedaten nach IfSG).
Dieser Wert übersteigt aber immer noch den für eine Maserneliminierung angestrebten Wert von weniger als 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner um ein Vielfaches. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Deutschland zu den europäischen Ländern gehört, in denen es immer noch zu - teils erheblichen - Masernausbrüchen kommt. Andere europäische Länder, wie beispielsweise die skandinavischen Länder, gelten dagegen bereits seit einigen Jahren als masernfrei.
Mit rund 1.700 erkrankten Personen fand in der jüngeren Vergangenheit der schwerste Masernausbruch 2006 in Nordrhein-Westfalen statt. 15 Prozent der Erkrankten mussten ins Krankenhaus, zwei Kinder starben - eines hatte sich als Säugling infiziert, ein weiteres konnte wegen eines Immundefektes nicht geimpft werden. Beide Kinder starben an Masernkomplikationen.
Ursache für solche Ausbrüche ist die immer noch unzureichende Impfquote. Sie hat sich zwar ingesamt deutlich erhöht - für die 1. Dosis von 93 Prozent im Jahr 2004 auf 95,9 Prozent im Jahr 2008, für die 2. Dosis von 54 Prozent auf 89,0 Prozent - sie liegt damit aber noch immer erheblich hinter dem Ziel zurück, dass über 95 Prozent aller Kinder in Deutschland einen vollständigen Impfschutz gegen Masern haben. Da die Durchimpfung zudem regional sehr unterschiedlich ausfällt, kann es in Gegenden mit niedrigen Impfraten auch weiterhin zu Masernausbrüchen kommen.
Masern-Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, zum Beispiel beim Husten und Niesen. Fast jeder Kontakt mit einer erkrankten Person führt zu einer Ansteckung, da die Viren sehr leicht übertragbar sind.
Die Masernerkrankung verläuft in zwei Phasen. Ungefähr acht bis zehn Tage nach der Ansteckung kommt es zu starken grippeähnlichen Symptomen, wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen. An der Wangenschleimhaut tritt ein Belag auf, die sogenannten Koplik-Flecken. Erst einige Tage später kommt es zusammen mit einem erneuten Fieberanstieg zu dem typischen Masern-Ausschlag. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren, breitet sich dann über den ganzen Körper aus und verschwindet nach ungefähr einer Woche wieder.
Bei Masern kann die Infektion selbst nicht behandelt werden. Es können nur die Symptome gelindert werden. Deshalb lässt sich auch die ungefähr sechs Wochen dauernde Schwächung des Immunsystems, die nach einer solchen Infektion auftritt, nicht verhindern. Annähernd 20 Prozent der Kinder bekommen in der Folge eine Mittelohrentzündung, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung.
Vor allem bei erkrankten Jugendlichen oder Erwachsenen kann es auch zu einer Gehirn- oder Gehirnhautentzündung kommen. Etwa zehn bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran. Bei 20 bis 30 Prozent muss mit bleibenden Schäden am Zentralen Nervensystem, wie Persönlichkeitsveränderungen und Lähmungen, gerechnet werden.
Kinder können durch eine zweimalige Impfung wirksam gegen Masern geschützt werden.
Die erste Teilimpfung sollte im 11. bis 14. Lebensmonat gegeben werden. Die Impfung sollte nicht früher erfolgen, da viele Kinder im ersten Lebensjahr noch durch die Antikörper der Mutter, die während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen worden sind, geschützt sind. Dieser sogenannte Nestschutz besteht gegen Ende des ersten Lebensjahres nicht mehr, weil die Antikörper dann abgebaut worden sind. Dies gilt auch für gestillte Kinder. Ein sicherer Schutz besteht erst nach der zweiten Impfung, die frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres gegeben werden sollte.
Der Impfstoff ist sehr gut verträglich. In sehr seltenen Fällen treten die sogenannten Impfmasern auf, die jedoch sehr leicht verlaufen und nicht ansteckend sind.
Informationen über Masern: Übertragungsweg, Krankheitsbild und Impfung gegen Masern. Mit Impfcheck und Entscheidungshilfe für die MMR-Impfung.
impfen-info.de BZgA| 24.08.2012Ausführliche Informationen zu häufigen Krankheitsbildern und Symptomen im Kindesalter. Alphabetisch sortiert.
kinderaerzte-im-netz.de BVKJ| 24.05.2013Umfassende Informationen für die Bevölkerung zum Thema Impfen, u.a. mit den aktuellen Impfempfehlungen, Hintergrundwissen, Hygienetipps und Impfcheck.
impfen-info.de BZgA| 27.05.2013Das Wichtigste über Nutzen und mögliche Nebenwirkungen für die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen im Kindesalter.
impfen-info.de BZgA| 24.10.2012Übersicht über das Informationsangebot des RKI zum Impfen, wie z.B. Impfempfehlungen, Bedeutung von Impfungen, Impfstatus, Ständige Impfkommission.
rki.de RKI| 23.05.2013
Viele Eltern glauben, dass sogenannte Kinderkrankheiten harmlos und ungefährlich sind. Das mag zum einen daran liegen, dass bereits die Bezeichnung Kinderkrankheit harmlos klingt. Dabei besagt sie nichts anderes, als dass diese Infektionskrankheiten vor allem bei Kindern auftreten oder gerade im jungen Alter folgenschwer sein können. Zum anderen kennen viele Eltern auch nicht mehr die möglichen Komplikationen und Folgeschäden dieser Krankheiten, gerade weil die meisten Krankheiten infolge der Impfungen nicht mehr so häufig vorkommen.
Bei vielen Infektionskrankheiten können nur die Symptome gelindert werden, die Erkrankung selbst jedoch kann nicht behandelt werden. Dies hängt damit zusammen, dass die meisten Erkrankungen durch Viren verursacht werden. Eine Behandlung mit Antibiotika, die nur bei bakteriellen Infektionen wirksam ist, ist bei diesen Infektionen nicht möglich. Deshalb können mögliche Folgeerkrankungen auch nicht immer verhindert werden.
Eine Masern-Erkrankung beispielsweise zieht eine Schwächung des Immunsystems nach sich, die für ungefähr sechs Wochen anhält. Jedes fünfte masernkranke Kind bekommt daher zusätzlich eine Mittelohrentzündung, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung. In seltenen Fällen kann es sogar zu einer Gehirn- oder Gehirnhautentzündung kommen.
Folgeerkrankungen und Folgeschäden sind auch bei anderen Krankheiten möglich. Aus diesem Grund sollten Sie Ihr Kind durch eine Impfung vor diesen "Kinderkrankheiten" schützen.
Mit unserem Newsletter erhalten Sie aktuelle Informationen rund um das Thema Kindergesundheit.