in den vergangenen Monaten hat Ihr Kind enorm viel dazugelernt. Wahrscheinlich stemmt es sich in der Bauchlage schon kräftig hoch, kann im Sitzen seinen Kopf sicher halten und würde manchmal am liebsten von Ihrem Schoß herunterrutschen. Es kann nun gezielt nach Dingen in seiner Reichweite greifen und sie bewusst festhalten. Vermutlich protestiert es sogar lautstark, wenn es ein begehrtes Spielzeug nicht erreicht. Überhaupt wird es nun zunehmend "gesprächiger" und "antwortet" Ihnen immer deutlicher mit unterschiedlichen Tönen und Lauten - vor allem im gemeinsamen Spiel.
Ihr Kind wird zusehends beweglicher. Schon bald wird es öfter selbstständig auf Entdeckungstour gehen wollen. Dabei wird es Sie als sicheren Hafen brauchen, zu dem es immer wieder zurückkehren kann, wenn es sich ängstigt oder müde ist. Ihr Kind kann längst noch nicht all das, was es am liebsten schon machen möchte. Es ist darauf angewiesen, dass Sie es verstehen - ohne dass es seine Wünsche schon in Worten ausdrücken kann. So manches Missverständnis ist hier vorprogrammiert und so mancher wütende Protest auch. Dies alles gehört dazu, damit Ihr Kind nun zusehends selbstständiger werden kann.
Bald kann es sein, dass sich Ihr Kind weinend an Sie klammert oder sich abwendet, wenn z.B. der Babysitter oder selbst die Großeltern kommen: Dieses Fremdeln - oft auch gegenüber bereits bekannten und vertrauten Personen - ist normal. Es tritt bei den meisten Kindern in diesem Alter auf, wenn auch unterschiedlich stark und unterschiedlich lange. Es hat nichts mit Verwöhntsein zu tun und auch nichts damit, dass Sie als Mutter oder Vater vielleicht wieder Ihre Arbeit aufnehmen. Es zeigt vielmehr, dass Ihr Kind in der Lage ist, zwischen vertrauten und unvertrauten Personen zu unterscheiden. Und dass Sie nicht wirklich weg sind, wenn es Sie nicht mehr sieht - diese tief greifende Erkenntnis wird Ihr Kind erst in den nächsten zwei, drei Monaten gewinnen. Bis dahin existiert für Ihr Kind nur das, was es unmittelbar sehen und erleben kann. Auch dass Sie eigentlich noch da sind, wenn Sie sich zum Beispiel unter einem Tuch oder hinter einem Kissen verstecken, wird es erst dann begreifen. Mit dieser aufregenden Entdeckung wird es dann wahrscheinlich gar nicht genug davon bekommen können, mit Ihnen immer wieder Verstecken oder das berühmte "Guck-guck" zu spielen.
Alles Gute für Sie und Ihr Kind
Ihre Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Unterstützen Sie Ihr Kind in seiner Neugier und Eigeninitiative! Was zum jetzigen Zeitpunkt sonst noch wichtig ist und interessant für Sie sein könnte, haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt: