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Häufig gestellte Fragen
Was bedeuten die Abkürzungen auf den Sonnencremes?
Die Abkürzungen stehen für Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktor, beispielsweise
LSF = Lichtschutzfaktor,
SSF = Sonnenschutzfaktor,
IP = Indice de Protection,
SPF = Sun Protecting Factor).
Der Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktor bezieht sich auf den Schutz vor UV-B-Strahlen.
Der Schutz vor UV-A-Strahlen wird als IPD oder PPD angegeben, manchmal auch als erfüllter australischer Standard.
Was genau besagt der Lichtschutzfaktor in Sonnenschutzmitteln und wie sicher ist der Schutz?
Die Höhe des Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktors gibt an, um wie viele Male sich jemand mit dem betreffenden Sonnenschutzmittel - je nach individuellem Hauttyp - länger in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.
Ein sonnenempfindlicher Hauttyp, bei dem sich normalerweise nach zehn Minuten Sonnenbestrahlung die Haut rötet, könnte sich mit einem Lichtschutzfaktor 15 theoretisch 15-mal länger, also zweieinhalb Stunden, ohne negative Auswirkungen in der Sonne aufhalten.
Doch diese Berechnungsbeispiele sind eher theoretischer Natur, da die entsprechenden Tests unter Laborbedingungen stattfinden. Unter realen Bedingungen kann die tatsächliche Zeit, die sich jemand unbeschadet in der Sonne aufhalten kann, bis zu zwei Drittel unter dem errechneten Wert liegen. Hautärzte empfehlen deshalb, von vornherein Sonnenschutzmittel mit höheren Lichtschutzfaktoren zu verwenden und nur 60 Prozent der errechneten Zeit auszuschöpfen. Für Kinder wird generell ein Lichtschutzfaktor nicht unter 15 und die Verwendung von Sonnenschutzmitteln speziell für Kinder in Form von Lotionen und Cremes empfohlen.
Wichtig: Sonnenschutzmittel sollten immer in ausreichender Menge aufgetragen und gleichmäßig verteilt werden. Da sie durch Schwitzen und Abrieb abgetragen werden, sollte das Eincremen während des Aufenthalts im Freien mehrmals wiederholt werden. Allerdings wird hierdurch der Schutz nur aufrechterhalten. Die aufgrund des Sonnenschutzfaktors verträgliche Dauer der Sonnenbestrahlung verlängert sich hierdurch jedoch nicht.
Für die Empfehlung, sich eine halbe Stunde vor dem Hinausgehen einzucremen, gibt es keine wissenschaftliche Begründung. Es kann jedoch sein, dass sich das Sonnenschutzmittel nach dem Auftragen noch weiter verteilt und hierdurch eine bessere Schutzwirkung entsteht.
Auch wasserfeste Sonnencremes müssen regelmäßig und insbesondere nach jedem Aufenthalt im Wasser erneuert werden.
Was ist eigentlich eine Sonnenallergie?
Was im Volksmund mit Sonnenallergie bezeichnet wird, hat in der Regel nichts mit einer tatsächlichen allergischen Reaktion zu tun. Man vermutet, dass die Hautveränderungen zum größten Teil durch die Freisetzung bestimmter Stoffe in der Haut verursacht werden. Auslöser hierfür sind hauptsächlich UV-A-Strahlen.
Am häufigsten entstehen die typischen Quaddeln, juckenden Bläschen oder akneartigen Knötchen an Stellen, die nicht regelmäßig der Sonne ausgesetzt werden, wie zum Beispiel Ausschnitt, Schultern und Arme.
Man unterscheidet verschiedene Formen der so genannten Sonnenallergie:
- Polymorphe Lichtdermatose, die immer häufiger auch bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Meistens verschwinden die Symptome, wenn eine gewisse Gewöhnung an die Sonne eingetreten ist, manchmal kehren sie jedoch auch in regelmäßigen Abständen wieder.
- Mallorca-Akne, die am häufigsten bei jungen Erwachsenen mit Neigung zu fettiger Haut und Akne auftritt. Sie entsteht durch eine Reaktion der Haut auf bestimmte Stoffe in Sonnenschutzcremes und Körperpflegemitteln in Verbindung mit UV-Bestrahlung. In der Regel verschwinden die Hautveränderungen, wenn die Sonnenbestrahlung gemieden wird.
- Photoallergische Reaktionen, die entstehen, wenn bestimmte Medikamente oder der Kontakt mit bestimmten Pflanzen zusammen mit Sonnenbestrahlung zu allergischen Hautveränderungen führen.
Bei allen Formen sollte mit Hautarzt oder Hautärztin abgesprochen werden, ob und welche Behandlung notwendig ist, und welche Schutzmaßnahmen schon im Vorfeld möglich sind.
Risiko Sonnenbrand
Hautkrebs gilt weltweit als eine der häufigsten Krebsarten. In Deutschland hat sich die Erkrankungsrate nach Auskunft von Experten in 30 Jahren mehr als verdreifacht. Zu den Risikofaktoren zählen Sonnenbrände in der Kindheit: Sie können die Haut nachhaltig schädigen und Ursache für die spätere Entwicklung von Hautkrebs sein. Doch Kinder sind naturgemäß der UV-Strahlung in besonderem Maße ausgesetzt: Die meisten Kinder lieben es, draußen mit anderen zu spielen und zu toben - erst recht bei schönem Wetter und erst recht in den Ferien. Das soll und muss auch so sein. Bei aller (berechtigter) Sorge und Vorsorge darf die Freude der Kinder am Spielen im Freien jedoch nicht zu kurz kommen. Mit einigen grundlegenden "Regeln" zum Sonnenschutz lassen sich Sommer, Sonne und natürlich die Ferien sicher genießen.
UV-Strahlen sind sehr unterschiedlich stark
UV-Strahlen sind sehr unterschiedlich stark. Ihre Stärke und Wirkung hängt ab von Tages- und Jahreszeit, Witterung und Wolken, Kleidung und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, etwa durch Schirme oder im Schatten von Bäumen. Wie umfassend Sonnenschutz notwendig ist, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab. UV-Strahlen sind unterschiedlich stark - je nach Tages- und Jahreszeit, Witterung und Wolken, Kleidung und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, etwa durch Schirme, Sonnensegel oder Baumschatten. So sind beispielsweise von Mai bis August "strengere" Schutzmaßnahmen in der Regel eher notwendig als vor und nach dem Hochsommer. Und bei sehr heißem Wetter und überwiegendem Aufenthalt im Schatten können sicherlich auch kurzärmelige Hemden und Eincremen der freien Körperteile ausreichen.
Genauere Anhaltspunkte für die Strahlenintensität bietet der UV-Index, den das Bundesamt für Strahlenschutz und der Deutsche Wetterdienst regelmäßig im Internet veröffentlichen (siehe Links und weiterführende Informationen). Auch über Tageszeitungen und Nachrichten wird der tagesaktuelle UV-Index verbreitet.
Zur Orientierung: Bei einem UV-Index von zwei und weniger ist ein Sonnenbrand unwahrscheinlich, sodass kein besonderer Sonnenschutz notwendig ist. Darüber hinaus gilt: Je höher der Indexwert ist, umso mehr Schutz ist erforderlich.
Sonnenschutz für Kinder: grundsätzliche "Regeln"
Die Haut von Säuglingen und Kleinkindern ist um ein Vielfaches empfindlicher als die von Erwachsenen, denn der Eigenschutz muss sich in den ersten Lebensjahren erst noch entwickeln. Babys sollten deshalb noch gar keine direkte Sonne abbekommen und selbst bis zum Vorschulalter sollten Kinder pralle Sonne am besten meiden.
Schatten und sonnengerechte Kleidung sind der wirksamste Sonnenschutz:
- Kinder möglichst an schattigen Plätzen spielen lassen.
- Auf sonnengerechte Kleidung achten, die möglichst viel vom Körper bedeckt:
- Hut, Kappe oder Tuch mit Schirm und Nackenschutz.
- Luftige, möglichst langärmelige T-Shirts oder Hemden aus nicht zu locker gewobenem Material. Wenn möglich, auf Textilien mit speziellem UV-Schutz (ab UV-Protektions-Faktor 30 oder Prüfsiegel "UV-Standard 801") achten.
- Weit geschnittene, möglichst lange Hosen.
- Bequeme Schuhe, die möglichst auch den Fußrücken bedecken.
- Vor allem im Gebirge und an der See: Sonnenbrillen mit gutem UV-Filter.
- Nicht bedeckte Körperteile, wie Gesicht, Hände oder Fußrücken, durch ein Sonnenschutzmittel speziell für Kinder schützen (ab Lichtschutzfaktor 20).
- Ausreichend Sonnenschutzmittel auftragen, da andernfalls der Lichtschutzfaktor nicht wirksam ist.
- Bei längeren Aufenthalten im Freien die Haut wiederholt eincremen und den Sonnenschutz nach jedem Baden erneuern.
- Häufiges Eincremen und hoher Lichtschutzfaktor sollten nicht dazu verleiten, Kinder unbesorgt in der prallen Sonne oder länger in der Sonne spielen zu lassen.
- Insbesondere im Sommer und an sonnigen Frühjahrstagen sollten Kinder während der starken Mittagssonne (11-15 Uhr) besser nicht draußen spielen.
Hinweis: Auch bei bedecktem Himmel ist noch Vorsicht geboten. Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung dringen auch dann noch bis auf die Haut durch.
Ferien in der Sonne: Fragen und Antworten
In südlichen Ländern, im Hochgebirge und auch an der See ist die Sonnenintensität sehr hoch. Gleichzeitig möchten sich Eltern mit ihren Kindern in den Ferien gerade hier möglichst viel im Freien aufhalten - man ist also naturgemäß der Sonnenstrahlung vermehrt ausgesetzt. Hier finden Sie ausgewählte Fragen, die Eltern in diesem Zusammenhang besonders beschäftigen. Die Antworten basieren auf den Ausführungen von Prof. Dr. med. Karl Ernst von Mühlendahl, Kinderarzt und Umweltmediziner und Geschäftsführer der Kinderumwelt gGmbH in Osnabrück, zum Thema Sonnenschutz im Rahmen der letztjährigen "Fragen der Woche".
Ferien am Strand: Wie können Eltern ihr Kleinkind ohne "schlechtes Gewissen" am Wasser spielen lassen?
Mit zweieinhalb, drei Jahren wird man Kinder kaum dazu bringen können, sich nur unter einem schützenden Sonnenschirm aufzuhalten. Deshalb:
- Für die Aufenthalte am Strand sollten Eltern mit ihrem Kleinkind bevorzugt die Morgenstunden und die Sonne am späten Nachmittag für ihre Strandbesuche ausnutzen.
- Das Kind sollte dann zumindest mit einem T-Shirt bekleidet sein und sorgfältig eingecremt werden (auch unter dem T-Shirt).
- Eine Kopfbedeckung (Kappe oder Tuch) ist wichtig und sollte unbedingt auch Gesicht und Nacken abschatten.
- Beim Bauen von Sandburgen sollte der "Spielplatz" durch einen Schirm abgeschattet werden.
Einen kompletten Schutz, eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Mehr als dies können Eltern kaum machen und sie brauchen deshalb auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Sie sollten die Mittagshitze "aussparen", unbedingt Sonnenbrände vermeiden, keine "Sonnenbäder" nehmen und sich mit den Kindern an den Möglichkeiten für Bewegung, Planschen und neue Erfahrungen freuen.
Ferien im Hochgebirge: Brauchen Babys schon Sonnenbrillen?
Babys brauchen in aller Regel keine Sonnenbrille zu tragen. Bei einem Aufenthalt im Hochgebirge allerdings ist ein Schutz der Augen durch eine Sonnenbrille sinnvoll. UV-Strahlen schädigen Augenlinsen und Hornhaut und kleine Babys können ja nicht, wie größere Kinder und wie Erwachsene, dem hellen Licht durch Kopfdrehung entgehen.
Im Hochgebirge ist die UV-Strahlung sehr intensiv. Deshalb ist hier ein sorgfältiger Sonnenschutz durch Kleidung, Kopfbedeckung, Schirme und durch Sonnenschutzmittel besonders wichtig. Solange die Sonne hoch steht, kann ein Baby bei einem Urlaub im Hochgebirge ja auch vorwiegend in Innenräumen gelassen werden - das ist der beste Schutz.
Ferien in Spanien (und anderen südlichen Ländern): Sollten sich Babys und Kleinkinder hier nur bekleidet, abgeschattet und eingecremt draußen aufhalten?
Bei sonnigem Wetter am Strand sind Sonneneinstrahlung und UV-Belastung beispielsweise in Spanien recht erheblich. Unter diesen Bedingungen sind Kleidung, Sonnenschirm und Sonnenschutzmittel unerlässliche Maßnahmen, um Kinder vor der Sonne zu schützen. Auch in den Morgenstunden sollte eine "UV-Exposition" so weit wie möglich vermieden werden. Die Sonnenbelastung kann gering gehalten werden, wenn sich das Kind morgens und abends bei tiefer stehender Sonne und ohne direkte Sonneneinstrahlung draußen aufhält und durch Kleidung geschützt ist.
Downloads
Link-Tipps
- UV-Index-Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes
- UV-Index (BfS)
- Unsere Haut
- Informationskampagne: Sonne - aber sicher!
- Informationsmaterial zur Vorbeugung und Früherkennung von Hautkrebs
- Tag des Sonnenschutzes
- "Das UV-Bündnis"
- "Sonne - aber sicher. Infoflyer des UV-Bündnisses"
Der UV-Index des Deutschen Wetterdienstes gibt für jede gewünschte Region unter anderem an, wie hoch der erwartete Tageshöchstwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung ist, wann die UV-Strahlen am gefährlichsten sind und welche Schutzmaßnahmen je nach individuellem Risiko zu empfehlen sind. (Recherchedatum: 15.06.2011)
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert hier über den UV-Index und zeigt unter anderem die aktuellen UVI-Messwerte, 3-Tages-Prognosen und häufige Fragen und Antworten zum Thema "UV-Index". (Recherchedatum: 15.06.2011)
Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. hat auf ihrer Internetseite umfassende Informationen über die Schutzmöglichkeiten der Haut und die Früherkennung von Hautkrebs zusammengestellt. Besonderer Schwerpunkt bildet die frühzeitige Vorsorge im Kindes- und Jugendalter. (Recherchedatum: 29.06.2011)
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert auf dieser Seite über seine Informationskampagne "Sonne – aber sicher!" und stellt die Elemente und Materialien der Kampagne vor, darunter Unterrichtsmaterialien für Eltern, Kindertagesstätte, Grundschule und Sekundarstufe I. (Recherchedatum: 15.06.2011)
Die Deutsche Krebshilfe bietet auf ihrer Seite kostenlose Informationsmaterialien zur Vorbeugung und Früherkennung von Hautkrebs. Ein Schwerpunkt ist dabei die Vorbeugung im Kindergarten- und Vorschulalter. Hier finden sich unter anderem kindgerechte Materialien zum Herunterladen, durch die Kinder frühzeitig mit dem Thema Sonnenschutz vertraut gemacht werden sollen. (Recherchedatum: 15.06.2011)
Der Tag des Sonnenschutzes ist eine jährlich am 21. Juni wiederkehrende Gemeinschaftsaktion verschiedener Akteure und Organisationen aus den Bereichen Gesundheitsschutz und -vorsorge, Medizin, Sport, Verbraucherschutz sowie des Fachhandels in Deutschland. Die Internetseite hält unter anderem umfangreiche Infomaterialien bereit. (Recherchedatum: 15.06.2011)
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert auf dieser Seite über das fachübergreifendes UV-Bündnis von Experten aus Wissenschaft und Medizin, an dem auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beteiligt ist. (Recherchedatum: 08.08.2011)
Das 6-seitige Faltblatt "Sonne - aber sicher! Eine Initiative des Bundesamtes für Strahlenschutz" fasst die wichtigsten Botschaften in Bezug auf die Wirkung von UV-Strahlung und den notwendigen UV-Schutz zusammen und nennt die in dem Bündnis vernetzten Experten und Einrichtungen aus Wissenschaft und Medizin. Das Faltblatt kann hier im Internetportal des BfS bestellt oder als PDF heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 08.08.2011)

