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Prävention von Kinderunfällen

Das Online-Angebot der BZgA für Fachkräfte. Die Fachdatenbank zur Prävention von Kinderunfällen informiert über Anbieter, Medien, Projekte und Maßnahmen der Prävention von Kinderunfällen in Deutschland. (Recherchedatum: 02.01.2010) mehr
Ruhe behalten und anrufen
Wenn Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit giftigen Substanzen in Berührung gekommen ist oder diese verschluckt hat, ist das Wichtigste, Ruhe und Nerven zu bewahren. Bevor Sie möglicherweise etwas Falsches tun, sollten Sie erst anrufen:
- Zeigt das Kind keine Veränderungen in seinem Verhalten und keine Störung der lebenswichtigen Funktionen (Atmung, Kreislauf, Bewusstsein), erkundigen Sie sich zunächst telefonisch bei der einer Giftnotrufzentrale, ob und welche weiteren Maßnahmen notwendig sind.
- Bei Bewusstlosigkeit unverzüglich den Notruf 112 verständigen.
Stellen Sie nach Möglichkeit die Ursache der Vergiftung sicher, zum Beispiel Medikamente, Putzmittel, Pflanzenblatt usw., damit der Arzt oder die Ärztin Bescheid weiß und gezielte Maßnahmen empfehlen beziehungsweise einleiten kann. Darüber hinaus sollten Sie möglichst genau Auskunft geben können:
- Wer ist betroffen?
- Was wurde aufgenommen?
- Wann geschah der Unfall?
- Wie wurde die Substanz aufgenommen?
- Wie viel wurde aufgenommen?
Ausführliche Informationen zu den erforderlichen Angaben finden Sie auch in der Übersicht "Giftnotrufzentralen".
Erstmaßnahmen im Vergiftungsfall
Erstmaßnahmen sollten immer nur nach Rücksprache mit der Giftnotrufzentrale durchgeführt werden. Je nach Art der Vergiftung werden Ihnen möglicherweise die nachfolgenden Erstmaßnahmen empfohlen.
Bei Aufnahme über den Mund
- Geben Sie dem Kind zur Verdünnung des Giftes in kleinen Schlucken und Mengen Wasser, Tee oder Saft zu trinken, keine Milch.
- Bei Vergiftungen durch Säuren oder Laugen sollte das Kind so schnell wie möglich zu trinken bekommen.
Bei Einatmung
- Sorgen Sie für frische Luft. Öffnen Sie Fenster und Türen und bringen Sie Ihr Kind ins Freie.
- Decken Sie Ihr Kind warm zu und beruhigen Sie es.
- Achten Sie darauf, dass Sie das Gift nicht auch selbst einatmen und sich vergiften.
Bei Augenkontakt
- Spülen Sie die Augen sofort mindestens zehn Minuten unter fließendem Wasser, um noch vorhandene Reste so schnell wie möglich zu verdünnen und auszuspülen.
- Halten Sie die Augenlider dabei gut offen und richten Sie den Wasserfluss direkt auf das Auge.
- Anschließend sofort eine augenärztliche Praxis aufsuchen.
Bei Hautkontakt
- Entfernen Sie alle Kleidung.
- Spülen Sie die betroffenen Hautstellen gründlich unter fließendem Wasser ab.
- Denken Sie an den eigenen Schutz und tragen Sie nach Möglichkeit Handschuhe.
Bei Bewusstlosigkeit
- Verständigen Sie unverzüglich den Rettungsdienst (112).
- Bringen Sie das bewusstlose Kind in die Seitenlage, das Gesicht schräg zum Boden gewendet.
- Gegebenenfalls sind Erste-Hilfe-Maßnahmen wie Atemspende oder Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig.
Hinweise des Deutschen Roten Kreuzes zum Vorgehen bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung von Säuglingen und Kindern bis zum Alter von etwa acht Jahren finden Sie in den Link-Tipps.
Was Sie keinesfalls tun sollten
- Handeln Sie nicht vorschnell.
- Versuchen Sie auf keinen Fall, das Kind auf irgendeine Art zum Erbrechen zu bringen.
- Geben Sie Ihrem Kind keine Milch zu trinken, da diese in vielen Fällen die Aufnahme des Giftes durch den Darm noch beschleunigt.
- Versuchen Sie nicht, einem bewusstlosen Kind Flüssigkeit einzuflößen.
Zum Herunterladen
Die wichtigsten Hinweise für den Vergiftungsfall haben wir zusammen mit den Telefonnummern der deutschsprachigen Giftnotrufzentralen in einer Übersicht zusammengefasst. Das "Infoblatt für Vergiftungsunfälle mit Übersicht der Giftnotrufzentralen" können Sie hier direkt als PDF herunterladen.
Downloads
-
Infoblatt für Vergiftungsunfälle (pdf)
Hinweise für grundsätzliche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftungen und bei bestimmten Vergiftungsarten. Mit aktueller Übersicht über die deutschsprachigen Giftinformationszentralen (Giftnotruf).
Link-Tipps
- Informationszentrale gegen Vergiftungen des Landes Nordrhein-Westfalen
- Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfurt (GGIZ Erfurt)
- Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg
- Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
- Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Kleinkindern
- "Erste Hilfe. Unfälle mit Kindern"
- "Vergiftungen"
- "Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern" (PDF)
Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Landes Nordrhein-Westfalen hält auf ihrer Internetseite umfassende Informationen bereit, unter anderem Erste-Hilfe-Maßnahmen, Vermeidung von Vergiftungen, Wirkung und Gefahren ausgewählter Drogen, Giftigkeit von Pflanzen und Pilzen. (Recherchedatum: 25.11.2009)
Das GGIZ Erfurt bietet auf seiner Internetseite umfangreiche Informationen, unter anderem zum Verhalten in akuten Vergiftungssituationen sowie zu den häufigsten Vergiftungsursachen. Das Angebot ist sehr informativ und umfasst zahlreiche Veröffentlichungen und Merkblätter zum Herunterladen. (Recherchedatum: 25.11.2009)
Das VIZ Freiburg gibt in seinem Internetangebot unter anderem Hinweise zum richtigen Verhalten im Notfall, wie sich Vergiftungen vermeiden lassen und was für einen Vergiftungsnotfall gegebenenfalls in der Hausapotheke bereitgehalten werden sollte. Mit einer informativen Übersicht ausgewählter Giftpflanzen. (Recherchedatum: 26.11.2009)
Das Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen informiert in seinem Internetangebot über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftungen und bietet unter anderem eine Übersicht über häufige Giftpflanzen. Mit Abbildung und übersichtlichen Informationen, beispielsweise zu Symptomen und erforderliche Maßnahmen. (Recherchedatum: 25.11.2009)
Das Deutsche Rote Kreuz informiert auf dieser Internetseite über Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kleinkindern und Kindern bis zum Alter von etwa acht Jahren sowie bei Säuglingen. Übersichtliche Darstellung mit anschaulichen Fotos. (Recherchedatum: 27.09.2011)
Die 40-seitige Broschüre "Erste Hilfe. Unfälle mit Kindern" der BAG Mehr Sicherheit für Kinder informiert übersichtlich über die wichtigsten Sofortmaßnahmen. Neben wichtigen Hinweisen zur Ersten Hilfe allgemein erfahren Sie, wie Sie sich in bestimmten Notfallsituationen richtig verhalten. Die Broschüre kann hier auf der Internetseite der BAG online bestellt oder als PDF heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 27.09.2011)
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bietet auf dieser Seite unter anderem Downloads von Informationen, Stellungnahmen und Bewertungen zu zahlreichen - oft "versteckten" - Vergiftungsrisiken. (Recherchedatum: 17.10.2011)
Die 80-seitige Informationsbroschüre des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) informiert unter anderem über Vergiftungsrisiken für Kinder, die sichere Aufbewahrung giftiger Stoffe, Notfall-Maßnahmen im Vergiftungsfall. Mit Adressliste der deutschen Giftinformationszentren. Als PDf zum Herunterladen. (Recherchedatum: 17.10.2011)

