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Hauptsache Spielen oder: Warum Spielen so wichtig ist
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Wie Spielzeug beschaffen sein muss
Zu den wesentlichen Sicherheitsanforderungen an Kinderspielzeug gehören:
- Spielzeug muss die erforderliche Stärke und Festigkeit besitzen, um den Beanspruchungen beim Spielen standzuhalten.
- Ecken, vorstehende Stellen, Seile, Kabel und Befestigungen eines Spielzeugs sollten so sein, dass eine Verletzungsgefahr so gering wie möglich ist.
- Spielzeug für Kinder unter drei Jahren muss so groß sein, dass es nicht verschluckt und/oder eingeatmet werden kann. Dies gilt auch für einzelne Bestandteile eines Spielzeugs und ablösbare Teile.
- Von dem Spielzeug wie auch von dessen Verpackung darf keine Gefahr der Einschnürung oder des Erstickens ausgehen.
- Elektrisch betriebenes Spielzeug darf eine Spannung von maximal 24 Volt haben.
- Spielzeug darf bei direkter Einwirkung einer Flamme nicht Feuer fangen oder muss schwer entflammbar sein.
- Spielzeug muss so beschaffen und hergestellt sein, dass beim Gebrauch, beim Verschlucken oder Einatmen wie auch bei Berührung mit der Haut, keine gesundheitlichen Schäden von seinen Inhaltsstoffen ausgehen können.
- Spielzeug muss so beschaffen sein, dass Krankheits- und Ansteckungsgefahren vermieden werden.
Diese und andere Anforderungen sind in der europäischen Norm "Sicherheit von Spielzeug" (DIN EN 71) festgelegt. Nur Spielzeug, das dieser Norm entspricht und entsprechend mit dem CE-Zeichen ("Communauté Européennes", Europäische Gemeinschaften) gekennzeichnet ist, darf in der EU verkauft werden. Doch die Vorgaben der Norm wie auch die Bestimmungen der Durchführung gelten vielfach als nicht weitreichend genug: In der Praxis gelangen immer wieder auch bedenkliche Produkte auf den Markt. Zusätzliche Sicherheitsnachweise, wie beispielsweise das deutsche GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) bieten hier mehr Sicherheit. Siehe hierzu auch rechts unter "Verwandte Themen" den Artikel "Prüfzeichen auf Produkten".
Worauf Sie darüber hinaus selbst noch achten können und sollten, finden Sie in den nachfolgenden Tipps.
Spielzeugkauf - aber sicher!
- Kaufen Sie nur Produkte, die den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entsprechen und entsprechend gekennzeichnet sind (GS-Zeichen für "Geprüfte Sicherheit", TÜV-Siegel).
- Informieren Sie sich möglichst schon vor dem Einkauf, etwa über die Verbraucherzentralen, die Stiftung Warentest oder Öko-Test.
- Verlassen Sie sich beim Spielzeugkauf auch auf Ihre Sinne: Schauen Sie genau hin und nehmen Sie das Produkt in die Hand; zupfen Sie an Kleinteilen und prüfen Sie, ob sich durch Reiben Farbe löst. Und schnuppern Sie ruhig auch einmal an dem Produkt - wenn es stark "chemisch" riecht, lieber im Regal lassen.
- Halten Sie Spielzeug, das Geräusche oder Musik macht, direkt an Ihr Ohr. Wenn es Ihnen dort zu laut erscheint, ist es für Kinderohren nicht geeignet. Auf "lärmendes" Spielzeug wie Knackfrösche, Spielzeugtrompeten, Trillerpfeifen und Kinderpistolen verzichten.
- Achten Sie bei Kunststoffspielzeug auf den Hinweis "PVC-frei" oder "Phthalat-frei". Denn PVC enthält oft große Mengen von gesundheitsschädlichen Weichmachern. Bessere Kunststoffalternativen erkennen Sie entweder an den Großbuchstaben PP (Polypropylen) oder PE (Polyethylen) oder an den Zahlen 1, 2 bzw. 4 bis 6 in einem Dreieck.
- Bevorzugen Sie bei Holzspielzeug unlackiertes, gewachstes Holz.
- Plüschtiere sollten waschbar sein und vor dem ersten Gebrauch gewaschen werden. Entfernen Sie gegebenenfalls Schleifchen und Bändchen.
- Nehmen Sie den Hinweis "Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet" ernst.
- Verzichten Sie auf Billigspielzeug. Bei Stichproben werden darin am häufigsten gesundheitsschädliche Stoffe und Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt.
- Schauen Sie sich ruhig öfter mal nach gutem Secondhand-Spielzeug um – schädliche Stoffe wie Formaldehyd oder gesundheitsschädliche Lösungsmittel sind darin schon verdampft. Aber Vorsicht bei älteren Spielzeugen aus weichem Plastik: Hier ist ein erhöhter Gehalt an Weichmachern wahrscheinlich.
TIPP: Sprechen Sie auch mit Großeltern, Tanten, Onkeln usw. darüber, was Ihnen bei Spielzeug für Ihr Kind wichtig ist und worauf sie bei Geschenken achten sollten.
Am besten geben Sie Ihnen diese "Tipps für den (sicheren) Spielzeugkauf" an die Hand, die Sie hier auch als PDF herunterladen können. Auch Broschüren wie "Grenzenloser Spielspaß. Tipps zum Spielzeugkauf" der Europäischen Verbraucherzentrale oder die Broschüre der BAG Mehr Sicherheit für Kinder" (siehe Linktipps) können hilfreich sein, für beide Seiten Enttäuschung und so manchen Konflikt von vornherein zu vermeiden.
Link-Tipps
- "Spielzeug"
- Produktsicherheit - Technischer Verbraucherschutz in Bayern
- "Kinderspielzeug: Nicht immer frei von Gefahren"
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland - Kiel
- "Grenzenloser Spielspaß. Tipps zum Spielzeugkauf"
- "Einkaufen für die Kleinsten: Kinderprodukte unter der Lupe" (PDF)
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bietet auf dieser Seite Informationen zur Sicherheit von Stoffen und Produkten sowie Bewertungen speziell im Hinblick auf Spielzeug. (Recherchedatum: 19.11.2009)
Das Verbraucherinformationssystem Bayern (vis) des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz bietet hier unter der Rubrik "Produktgruppen" umfassende Sicherheits- und Gebrauchsinformationen zu vielen Bedarfsgegenständen für Kinder, Spielzeug und vieles mehr. (Recherchedatum: 24.03.2010)
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet auf dieser Seite ausführliche, aktuelle Informationen zum Thema Sicherheits- und Gesundheitsrisiken bei Kinderspielzeug, unter anderem mit den Themen "Babyspielzeug", "Fingerfarbe, Knetmasse und Kinderschminke", "Gretchenfrage: Holz oder Plastik?", "Kuscheltier & Spielteppich" usw. (Recherchedatum: 12.11.2009)
Im Internetangebot des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland - Kiel finden Sie unter anderem die Warnmeldungen zu unsicheren Produkten, die das Europäische Schnellwarnsystem für unsichere Produkte, RAPEX, aktuell oder in der Vergangenheit ausgesprochen hat. (Recherchedatum: 02.12.2010)
Das Europäische Verbraucherzentrum Kiel (EVZ) stellt auf dieser Seite das 6-seitiges Heft "Grenzenloser Spielspaß. Tipps zum Spielzeugkauf" vor. Es behandelt grundsätzliche Fragen der Sicherheit von Spielzeug, informiert über Sicherheitszeichen und gibt hilfreiche Tipps zum Umgang mit Warnhinweisen. Das kleine Heft kann als PDF heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 14.06.2011)
64-seitige Broschüre der BAG Mehr Sicherheit für Kinder rund um die Sicherheit von Produkten speziell für Kinder. Mit allgemeinen Hinweise unter anderem zu Prüfsiegeln und Üerwachungssystemen und konkreten Informationen, worauf bei Kauf und Nutzung von Kinderprodukten zu achten ist. Im PDF-Format zum Herunterladen. (Recherchedatum: 21.11.2011)

