Ein lautstarkes Signal: Schreien
So fürsorglich, umsichtig und einfühlsam Sie auch sein mögen - in den ersten Lebenswochen und -monaten gehört Schreien zum normalen Alltag.
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Schreien gehört zu den wichtigsten Ausdrucksmitteln des Säuglings. Dabei verläuft das Schreiverhalten in den ersten drei Lebensmonaten bei allen Säuglingen ähnlich. Wie häufig, ausdauernd und laut Babys schreien, ist jedoch von Kind zu Kind sehr unterschiedlich.
Auch wenn Ihr Baby in den ersten drei Lebenswochen wahrscheinlich noch relativ wenig schreit, kann sich das schnell ändern: In der Regel nimmt das Schreien in den ersten beiden Lebensmonaten zu und erreicht meist in der sechsten Lebenswoche seinen Höhepunkt. Denn Ihr Baby ist dabei, einen Rhythmus zwischen Schlafen und Wachsein zu lernen, und das klappt nicht immer auf Anhieb.
Nach der sechsten Lebenswoche werden die Schreiperioden in der Regel kürzer, bis sie nach drei Monaten fast oder ganz verschwinden.
Alter (ca.) | Durchschnittliche Schreidauer / Tag |
|---|---|
bis 6. Lebenswoche | 1,5 Stunden |
ab 6. Lebenswoche | 2,5 Stunden |
ab 16.Lebenswoche | 1 Stunde |
In den ersten drei Monaten schreit ein Kind meist,
Während das Neugeborene zunächst noch undifferenziert schreit, ist ein wenige Wochen altes Baby bereits in der Lage, sein Schreien je nach Anlass - beispielsweise Hunger oder Müdigkeit - zu variieren. Schon bald werden Sie wahrscheinlich gelernt haben, die verschiedenen Schreiarten Ihres Kindes (Hunger-, Schlaf- und Zuwendungsschreien) zu unterscheiden.
Babys schreien aber auch ohne erkennbaren Grund und manche tun dies laut und ausdauernd. Mögliche Ursachen und Erklärungen und was Sie tun können, finden Sie in den Basisinformationen "Wenn Babys vermehrt schreien - Schreiprobleme".
Wenn Ihr Baby weint und schreit, will es Sie keinesfalls zu einem bestimmten Verhalten "zwingen". Schreien ist immer ein "Hilferuf" nach Unterstützung und bedeutet, dass Ihr Baby Sie braucht:
Wie Sie häufigem und anhaltendem Schreien vorbeugen können, finden Sie in den Alltagstipps "Häufigem und anhaltendem Schreien vorbeugen".
Ihr zuverlässiges und einfühlsames Eingehen auf das Weinen und Schreien besonders in den ersten Lebensmonaten bedeutet keinesfalls, dass Sie Ihr Kind verwöhnen. Vielmehr unterstützen Sie Kind hierdurch: Es hilft ihm zu lernen, seine innere Erregung selbst so zu beeinflussen, dass es sich in seinem Körper wohlfühlt. Und: Säuglinge, die von Anfang an rasch beruhigt werden, schreien in der Regel in den kommenden Wochen weniger.
Erst wenn Ihr Kind älter, etwa ein halbes Jahr alt, ist, kann durch zu schnelles und zu häufiges Eingehen auf das Schreien ein Gewöhnungseffekt eintreten, der zu vermehrtem Schreien führt.
Wenn Ihr Baby sehr viel schreit und Ihnen zudem der Nachtschlaf fehlt, ist es verständlich, wenn Sie nervös werden und sich seelisch und körperlich "am Ende" fühlen.
Elisabeth C. Gründler erläutert die Grundprinzipien des Umgangs mit Babys - liebevoll, behutsam und verlässlich - nach der Kinderärztin Emmi Pikler.
familienhandbuch.de IFP| 04.04.2012Dr. phil. M. Fries informiert über Schreien und Schreibabys. Sie hat das Wohlbefinden des Babys und der Eltern im Blick und gibt wertvolle Hinweise.
familienhandbuch.de IFP| 04.04.2012Übersichtliche Informationen über normales und übermäßiges Schreien eines Babys und sogenannte Dreimonatskoliken. Mit Tipps zur Vorsorge und Linderung. 6 Seiten.
dgkj.de DGKJ| PDF 03.04.2012Infos zur Gefahr des Schütteltraumasyndroms bei Säuglingen und Kleinkindern. Mit Hinweisen zu Unterstützung und Hilfe für Eltern mit stark schreienden Babys.
schuetteln-ist-lebensgefaehrlich.de MH Hannover| 14.05.2012Von Stefan Toepfer geführtes Interview mit Prof. Manfred Cierpka vom 31.10.2008 zur frühkindlichen Erziehung und worauf Eltern achten sollten.
faz.net FAZ| 07.05.2012
Wenn Ihr Baby sehr viel schreit und Sie das Gefühl haben, das Schreien nicht mehr zu verkraften, sollten Sie sich unbedingt um Hilfe und Entlastung kümmern. Oft können Verwandte, Freunde oder Nachbarn schon zur Entlastung beitragen. In vielen Orten gibt es inzwischen auch Schreiambulanzen und Beratungsstellen speziell für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern, an die Sie sich wenden können und die schnell und unbürokratisch Beratung und Hilfe anbieten. Wenn es in Ihrer Gegend solche Beratungsstellen nicht gibt, sprechen Sie ruhig mit Ihrem Kinder- oder Hausarzt/der Ärztin über Ihre Belastung und fragen nach, wo Sie fachliche Hilfe bekommen. Hilfreich kann auch der Kontakt zu anderen betroffenen Eltern sein.
In der konkreten Situation: