Kinder sollten schwimmen lernen

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Früh schwimmen zu lernen gehört zum wichtigsten Schutz vor Ertrinkungsunfällen. Bis Kinder "wassersicher" sind, ist aber immer noch erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.

Mädchen lernt schwimmen © Tobilander/fotolia
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Nach den Verkehrsunfällen ist Ertrinken die zweithäufigste Art tödlich verlaufender Unfälle im Kindesalter. Noch weitaus höher ist die Zahl der "Beinahe-Ertrinkungsunfälle" mit nicht selten schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Besonders gefährdet sind Kinder bis ins Grundschulalter hinein.

Ab etwa vier Jahren sollten Kinder schwimmen lernen

Beim Schwimmen üben Kinder nicht nur Geschicklichkeit und Ausdauer, es bedeutet auch ein großes Stück an Sicherheit, wenn Ihr Kind in tiefem Wasser ohne Angst frei schwimmen kann.

Experten wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft empfehlen, dass Kinder ab dem Alter von etwa vier Jahren damit beginnen sollten, schwimmen zu lernen. In vielen Orten werden hierzu spezielle Kinderschwimmkurse angeboten.

Doch bereits vor diesem Alter kann Ihr Kind in speziellen Wassergewöhnungskursen für Kleinkinder spielerisch mit lebensrettenden Verhaltensweisen vertraut gemacht werden.

Schwimmhilfen bieten keine Sicherheit

Schwimmhilfen können die ersten Schwimmversuche erleichtern, eine wirkliche Hilfe zum Schwimmenlernen sind sie allerdings nicht. Erst recht bieten sie keine ausreichende Sicherheit. Sie sollten auf jeden Fall gemäß den Sicherheitsanforderungen der europäischen Norm EN 13138 geprüft und entsprechend gekennzeichnet sein.

Wenn Schwimmflügelchen verwendet werden, sollten sie aus zwei oder mehr getrennten Luftkammern bestehen, die am Arm des Kindes befestigt werden. Sie dürfen nicht durch Klettverschluss zu schließen sein, da sich dieser unbeabsichtigt öffnen kann.

Weitere Schwimmhilfen können - je nach Alter des Kindes - Schwimmbretter, Schwimmkissen oder Schwimmscheiben sein. Luftmatratzen, Reifen oder aufblasbare Wassertiere sind dagegen Spielzeug und keine Schwimmhilfen. Kinder können damit leicht abtreiben und in tiefes Wasser geraten.

Beim Kauf von Schwimmhilfen sollten Sie immer auch auf das Material achten, das häufig durch Schadstoffe erheblich belastet ist. So konnte beispielsweise Öko-Test bei 15 von 16 untersuchten Schwimmhilfen eine zum Teil erhebliche Belastung durch gesundheitsschädigende Schadstoffe wie Phthalate und Naphthalin nachweisen. Auch die Tester von Stiftung Warentest fanden nur in fünf von insgesamt 24 Produkten keine oder nur Spuren von Schadstoffen.

Verhaltens- und Baderegeln gehören beim Schwimmenlernen dazu

Erfolgreich schwimmen lernen bedeutet nicht nur, sich sicher und gut über Wasser halten zu können. Ihr Kind sollte auch genau wissen, was es am und im Wasser darf und was nicht. Allerdings können und sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Gebote und Verbote immer beachtet werden. Erinnern Sie Ihr Kind deshalb in konkreten Situationen immer wieder an wichtige Verhaltensregeln und Sicherheitsmaßnahmen und machen Sie es von Anfang an mit den "Baderegeln" der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vertraut, die Sie bei den Linktipps finden.

Schwimmkenntnisse ersetzen nicht die Aufsicht

Auch mit bereits guten Schwimmkenntnissen braucht ein Kind nach dem Schwimmenlernen noch Aufsicht beim Schwimmen. Denn bis ein Kind "wassersicher" ist - sich unter anderem unter Wasser genauso gut zurechtfindet wie über Wasser und 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen kann - dauert es noch eine Weile.