Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch Viren ausgelöst wird und ansteckend ist. Bei fünf bis zehn Prozent der Infizierten wird die Erkrankung chronisch, besteht also dauerhaft. Bei 80 bis 90 Prozent der erkrankten Kinder ist dies der Fall.

Wie häufig kommen Infektionen mit Hepatitis B vor?

Weltweit sind nach Angaben der WHO 300 bis 420 Millionen Menschen chronisch mit Hepatitis B infiziert und bis zu einer Million Menschen sterben jährlich an dieser Erkrankung.

In Deutschland sind etwa 300.000 bis 650.000 Menschen chronisch mit Hepatitis B infiziert. Jedes Jahr stecken sich mehrere tausend Menschen an.

Bis 1995 wurde die Hepatitis-B-Impfung nur Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko empfohlen. Aufgrund der hohen Neuinfektionszahlen wurde diese Strategie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) jedoch geändert. Sie empfiehlt die Impfung seither für alle Säuglinge, Kleinkinder und Jugendlichen.

Wie wird Hepatitis B übertragen und wie verläuft die Erkrankung?

Hepatitis-B-Viren (HBV) können sich in allen Körperflüssigkeiten befinden und werden hauptsächlich auf sexuellem Weg übertragen.

Wenn Schwangere infiziert sind, können sie die Infektion während der Schwangerschaft und Geburt auf das Kind übertragen. Dies betrifft jedes Jahr schätzungsweise 3000 bis 6000 Kinder. Eine in diesen Fällen vorgesehene Simultanimpfung - eine gleichzeitige Impfung mit Tot- und Lebendimpfstoff - verhindert mehr als 95 Prozent der drohenden HBV-Infektionen.

Ein bis sechs Monate nach der Ansteckung bekommen zwei Drittel der Infizierten grippeähnliche Symptome, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein können. Das typische Symptom der Gelbsucht, das von vielen Menschen mit einer Leberentzündung in Verbindung gebracht wird, tritt nur bei einem Drittel der Erkrankten auf. Eine Gelbsucht zeigt sich in einer Gelbfärbung der Haut und Augenbindehaut, dunklem Urin und einer Entfärbung des Stuhls.

Die Hepatitis B kann mit schweren Krankheitszeichen verlaufen und heilt manchmal erst nach Monaten aus oder wird sogar chronisch.

Kann Hepatitis B behandelt werden und welche Folgeschäden sind möglich?

Eine Hepatitis-B-Infektion kann nur eingeschränkt mit speziellen Medikamenten, die die Viren hemmen, behandelt werden.

Bei ungefähr fünf bis zehn Prozent der infizierten Erwachsenen heilt die Erkrankung nicht aus, sondern geht in einen chronischen Verlauf über. Dies bedeutet, dass auch nach sechs Monaten noch Hepatitis-B-Viren nachgewiesen werden können. Durch die permanente Schädigung des Lebergewebes kann sich im Laufe der Jahre eine dauerhafte Einschränkung der Leberfunktion entwickeln.

Ebenso wie die akute Infektion wird auch eine chronische Infektion häufig zunächst nicht bemerkt, weil die Symptome sehr geringfügig sein können. Trotzdem wird die Leber zunehmend geschädigt und die Infektion kann an andere Menschen weitergegeben werden. Was kaum bekannt ist: Die häufigste Ursache für Leberkrebs ist die chronisch aggressive Hepatitis B.

Die Gefahr einer chronischen Verlaufsform ist umso höher, je jünger die Infizierten sind: Bei infizierten Neugeborenen liegt sie bei 90 Prozent, bei Kleinkindern bei 40 bis 70 Prozent und bei Kindern im Vorschulalter bei zehn bis 40 Prozent.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Nur eine Impfung kann Ihr Kind sicher vor einer Hepatitis-B-Infektion schützen. Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen, die gegen Ende des zweiten, dritten, vierten Monats und zwischen dem elften und 14. Monat gegeben werden.

Jedes Jahr werden in Deutschland 3.000 bis 6.000 Kinder von Müttern geboren, die mit Hepatitis B infiziert sind. Aus diesem Grund sollten sich schwangere Frauen ab der 32.Schwangerschaftswoche auf Hepatitis B untersuchen lassen. Eine Infektion der Kinder kann fast immer verhindert werden, wenn das Neugeborene sofort nach der Geburt sowohl eine passive als auch eine aktive Impfung erhält.

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