Das Sehvermögen des Säuglings

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Das Sehen ist von Geburt an ein wichtiger Teil der kindlichen Wahrnehmung, auch wenn das Sehvermögen zunächst noch eingeschränkt ist.

Kleinkind verdeckt halbes Gesicht mit Handtuch © gettyimages
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Bereits das Neugeborene kann sehen

Babys sehen zunächst noch unscharf und nehmen ihre Umgebung nur schemenhaft wahr. Dennoch spielt das Sehen - der sogenannte Gesichtssinn - von Geburt an eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung und Entwicklung des Säuglings.

  • Bereits das Neugeborene kann unterschiedliche Helligkeiten, Muster und Formen und insbesondere Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen und unterscheiden.
  • Es zeigt besonderes Interesse für das menschliche Gesicht: Es betrachtet und mustert mit Vorliebe das Gesicht von Vater oder Mutter und sucht den Blickkontakt mit ihnen.
  • Die beste Sehschärfe liegt zunächst in einem Abstand von 20 bis 25 cm vom Auge. Dies entspricht in etwa der Entfernung, die Eltern häufig intuitiv mit ihrem Gesicht einnehmen, wenn sie sich ihrem Kind zuwenden und sich mit ihm austauschen.

Doch nicht nur im Miteinander und gegenseitigen Austausch spielt das Sehen eine wesentliche Rolle. Auch die motorische, die geistige und die sprachliche Entwicklung erhalten über das Sehen wichtige Anreize: So wachsen mit zunehmender Sehfähigkeit zum Beispiel auch die Neugier und das Interesse des Babys für seine Umwelt. Es beginnt nach Dingen zu greifen, schaut sich an, was es in den Händen hält, und lernt, seine Hände und schließlich auch Augen und Hände immer besser zu koordinieren.

Im ersten Lebensjahr entwickelt sich die Sehfähigkeit beträchtlich

Im ersten Lebensjahr reift das Sehvermögen entscheidend heran und entwickelt sich enorm. Über die optischen Sinnesreize lernt das Gehirn, die über die Augen gelieferten Informationen zu verarbeiten, und entwickelt die hierfür notwendigen Nervenverbindungen.

  • Insbesondere die Sehschärfe nimmt im ersten Lebensjahr eine enorme Entwicklung: Während das Neugeborene noch unscharf sieht, besitzt das einjährige Kind bereits 50 Prozent der Sehschärfe eines Erwachsenen.
  • Mit etwa drei bis vier Monaten entwickelt sich das beidäugige Sehen. Die von beiden Augen gelieferten Informationen verschmelzen nun zu einem Bild. Damit beginnt das räumliche Sehen. Das Baby kann nun auch etwas entferntere Gegenstände sehen und Bewegungen mit den Augen verfolgen.
  • Mit etwa sieben bis acht Monaten zeigt das Kind deutliches Interesse für seine Umgebung. Es erkennt nun Dinge außerhalb seiner Reichweite und streckt gezielt die Hände danach aus. Hat es zuvor Gegenstände vor allem mit Mund und Händen untersucht, beginnt es diese nun immer ausgiebiger auch mit den Augen zu erforschen