Früherkennung und Vorsorge für die besten Startchancen

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Neben den Untersuchungen zur Früherkennung und einem umfassenden Impfschutz können Eltern noch einiges mehr speziell für die Gesundheit ihres Kindes tun.

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Früherkennung und Vorsorge für eine gesunde Zukunft

In vielen Bereichen hat sich die Gesundheit von Kindern in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Einen wichtigen Anteil hieran haben die bestehenden Leistungen zur Vorsorge und Früherkennung, die Eltern für ihre Kinder in Anspruch nehmen können:

 

  • So konnten zum Beispiel dank der heutigen Schutzimpfungen viele gefährliche Infektionskrankheiten immer weiter zurückgedrängt werden.
  • Ein weiterer wichtiger Baustein sind die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9, auf die jedes Kind einen gesetzlichen Anspruch hat. Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung und viele Krankheitszeichen können hierbei meist frühzeitig festgestellt und dadurch erfolgreich behandelt werden.
  • Auch was die Zahngesundheit betrifft, tragen entsprechende Vorsorgemaßnahmen dazu bei, dass heute immer mehr Kinder ein weitgehend gesundes Gebiss haben.

Andere gesundheitliche Probleme sind dafür inzwischen in den Vordergrund gerückt. Sie haben vor allem mit den veränderten Lebensweisen von heute zu tun und bergen oftmals die Gefahr, spätestens im Erwachsenenalter ernsthafte Erkrankungen zu verursachen. Zu wenig Bewegung und falsche Ernährungsweisen, aber auch zunehmender Stress bereits im Kindesalter gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren, die heute die kindliche Gesundheit beeinträchtigen können. Hier können Eltern allein im Alltag schon viel dazu beitragen, dass ihr Kind die bestmöglichen Startchancen hat.

Keine Rezeptzuzahlung bis zum Alter von 18 Jahren

Bis zum Alter von 18 Jahren sind Kinder und Jugendliche von der gesetzlichen Rezeptzuzahlung befreit. Für Kinder unter 12 Jahren sowie für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen in der Regel auch nicht rezeptpflichtige Medikamente. Früherkennungsuntersuchungen wie die U1 bis U9 gehören zum gesetzlich verankerten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Dementsprechend werden die Kosten hierfür von den Krankenkassen übernommen. Auch die empfohlenen Impfungen sind kostenlos. Sie gehören ebenfalls zu den Pflichtleistungen, die alle Krankenkassen anbieten müssen.

U1 bis U9: zehn Chancen für Ihr Kind

Seit 1991 gibt es in Deutschland das bundesweit einheitliche Früherkennungsprogramm für Kinder. Es gewährt jedem Kind von der Geburt bis zum Schulalter einen gesetzlichen Anspruch auf zehn kostenlose Früherkennungsuntersuchungen: die U1 bis U9, die in den ersten sechs Lebensjahren durchgeführt werden.

Bei diesen Untersuchungen überprüft der Kinderarzt oder die Kinderärztin vor allem den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Kindes und ob es sich seinem Alter entsprechend entwickelt. Auf diese Weise können Verzögerungen oder Auffälligkeiten in der Entwicklung und gesundheitliche Beeinträchtigungen meist frühzeitig erkannt werden. Durch eine rechtzeitige Behandlung oder spezielle Förderung können die möglichen Folgen für die Gesundheit und Entwicklung dann meist verhindert oder zumindest vermindert werden.

Die Erfahrung zeigt, dass die ersten U-Untersuchungen von fast allen Eltern in Anspruch genommen werden. Mit zunehmendem Alter des Kindes sinkt die Teilnahme jedoch. Dabei sind gerade die letzten Untersuchungen vor der Schule besonders wichtig: Werden hierbei Probleme festgestellt, können diese durch gezielte Unterstützung des Kindes oft noch gut beeinflusst werden.

Impfungen: der sicherste Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten

Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin. Noch im vergangenen Jahrhundert waren Infektionskrankheiten weit verbreitet und viele erkrankte Kinder starben oder hatten ein Leben lang unter Folgeerkrankungen zu leiden. Heute können viele dieser Krankheiten schon vor ihrer Entstehung verhindert und so Folgeschäden vermieden werden. Dank moderner Impfstoffe können Eltern zudem sicher sein, dass problematische Nebenwirkungen praktisch nicht mehr vorkommen. Die Impfungen für Kinder beruht auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die als unabhängiges Expertengremium nach sorgfältiger und genauer Prüfung ihre Impfempfehlungen für einen umfassenden Impfschutz ausspricht.

Die empfohlenen Impfungen sind für Eltern kostenlos und können zum Teil gleichzeitig mit den Früherkennungsuntersuchungen durchgeführt werden.

Zahnärztliche Untersuchungen: Vorsorge ist besser

Eine ausreichendes Versorgung mit Fluorid, die richtige Zahnpflege von Anfang an und eine zahngesunde Ernährung sind die wichtigsten Bausteine, damit sich die Zähne Ihres Kindes gesund entwickeln. Damit die Zähne auch gesund bleiben und mögliche Kariesschäden rechtzeitig erkannt und behoben werden können, gibt es ein umfangreiches "Vorsorgepaket", auf das alle Kinder Anspruch haben. Hierzu gehören spezielle Früherkennungsuntersuchungen bis zum sechsten Lebensjahr wie auch Reihenuntersuchungen in Betreuungseinrichtungen oder Schulen (sogenannte Gruppenprophylaxe). Halbjährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchungen geben Ihnen zusätzlich Gewissheit, ob mit den Zähnen Ihres Kindes alles in Ordnung ist.

Ernährung und Bewegung: Eckpfeiler für die Gesundheit

Eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung - möglichst an der frischen Luft - sind wesentliche Bausteine für die Gesundheit Ihres Kindes. Beides gehört zusammen und beeinflusst sich gegenseitig: Eine ausgewogene Ernährung versorgt Ihr Kind mit den Nährstoffen und der Energie, die es für seine körperliche Leistungsfähigkeit braucht. Umgekehrt sorgt ausreichend körperliche Aktivität in der Regel für den sprichwörtlichen "gesunden Appetit", also für einen Nährstoff- und Energiebedarf, der über das Hunger- und Sättigungsgefühl die Nährstoffaufnahme reguliert. Wie wichtig beides - ein gesunde Ernährung wie auch ausreichende Bewegung - für die Gesundheit von Kindern ist, zeigt sich auch in den Ergebnissen der ersten bundesweiten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (2006, Kinder- und Jugendgesundheitssurvey, KiGGS). Danach sind neun Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig, sechs Prozent leiden bereits an extremem Übergewicht. Ungünstige Ernährungsweisen und zu wenig Bewegung gehören hier zu den wichtigsten Ursachen.

Stressbewältigung: damit Stress nicht zum Krankheitsrisiko wird

Schon lange, bevor der sogenannte "Ernst des Lebens" beginnt, sind Kinder häufig einem erheblichen Leistungsdruck ausgesetzt. So zeigen Untersuchungen, dass schon weit mehr als die Hälfte aller Schulkinder ein- oder mehrmals die Woche stressbedingt an Erschöpfung oder Schlafstörungen leidet. Auch ungesunde Ernährungsweisen stehen häufig in Zusammenhang mit Stress, wenn zum Beispiel vom sogenannten "Frustessen" die Rede ist. So manchen Stress können Sie für Ihr Kind sicherlich nicht vermeiden. Doch als Eltern können Sie es darin unterstützen zu lernen, mit Belastungen und Konflikten angemessen umzugehen. Auch speziell auf Kinder zugeschnittene Programme zur Stressbewältigung, die beispielsweise von einigen Krankenkassen angeboten werden, können Kindern helfen, Stress konstruktiv zu begegnen.

Kompetenzförderung: Balance zwischen Umsorgen und Loslassen

Ihre Zuwendung, Aufmerksamkeit und Fürsorge sind die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Ihr Kind alle Chancen erhält, sich gesund und seinem Alter entsprechend zu entwickeln. Wie jedes Kind verfügt es von sich aus über eine Fülle von Möglichkeiten und Fähigkeiten. Damit es diese bestmöglich entfalten kann, braucht Ihr Kind die Sicherheit, auf Ihre Unterstützung zählen zu können, wo immer es notwendig ist. Ebenso ist aber auch Ihre Zurückhaltung in den Dingen gefragt, die es aufgrund seiner Fähigkeiten bereits eigenständig bewältigen kann. Jede dieser Erfahrungen ist ein wichtiger Schritt auf seinem Weg, sein Leben eigenverantwortlich zu gestalten.