Zahnmedizinische Vorsorge und Früherkennung
Immer mehr Kinder haben heute ein gesundes Gebiss. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die regelmäßigen ärztlichen und zahnärztlichen Untersuchungen.
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Laut der jüngsten Studie zur Mundgesundheit in Deutschland (Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie, DMS IV) haben heute deutlich mehr Kinder und Jugendliche ein völlig gesundes Gebiss als noch vor zehn Jahren. Damit bleiben den Kindern nicht nur oft sehr schmerzhafte Erfahrungen erspart, auch für das weitere Leben erhöht sich hierdurch die Chance, dass die Zähne gesund bleiben.
Diese erfreuliche Entwicklung belegt, dass Sie Ihr Kind dank der heutigen Vorsorgemaßnahmen wirkungsvoll vor Karies schützen können. Hierzu gehören:
Bereits Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin achtet im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 darauf, dass die Zähne Ihres Kindes von Anfang an gesund sind und es auch bleiben. So wird mit Ihnen schon bei der U2 die Fluoridversorgung Ihres Kindes besprochen. Gegebenenfalls wird dann in Kombination mit Vitamin D auch Fluoridverschrieben. Auch bei den folgenden Früherkennungsuntersuchungen wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie wiederholt zur Mundgesundheit Ihres Kindes beraten. Sie erhalten Informationen zur Mundhygiene, zu einer zahnschonenden Ernährung und zur richtigen Zahnpflege, wenn die ersten Zähnchen da sind. Zahnpflege ist besonders wichtig bei Kindern mit Spastik oder mit sogenannten geistigen Behinderungen. Sie benötigen eine besonders sorgfältige Unterstützung beim Zähneputzen. Zahnärztliche Eingriffe sind hier oft nur unter Narkose möglich. Kinder mit medikamentös behandelter Epilepsie neigen dazu oftmals zu Veränderungen des Zahnfleisches bzw. Mundschleimhaut (Hyperplasie). Natürlich schaut sich der Kinderarzt oder die Kinderärztin auch die Zähne selbst an und untersucht sie auf Karies und mögliche Kiefer- oder Zahnstellungsfehler hin.
Ergänzend hierzu hat jedes Kind ab dem Alter von zweieinhalb Jahren bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Diese sollten Sie vor allem dann wahrnehmen, wenn Ihr Kind bereits Karies hat und/oder wenn es nicht andernorts, zum Beispiel in der Kindertagesstätte, bereits an zahnärztlichen Reihenuntersuchungen - sogenannten gruppenprophylaktischen Maßnahmen - teilnimmt. Wie die kinderärztlichen Untersuchungen sollten auch diese zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen möglichst in bestimmten Altersphasen erfolgen:
Zwischen den einzelnen Untersuchungsterminen sollten jeweils mindestens zwölf Monate liegen. Sie werden hierbei umfassend beraten, wie sich Ihr Kind zahngesund ernährt, worauf beim Zähneputzen zu achten ist und wie am besten eine ausreichende Fluoridversorgung gesichert werden kann. Gegebenenfalls werden die Zähne Ihres Kindes vorsorglich mit Fluoridlack versehen, um sie vor Karies zu schützen.
Natürlich sollten Sie Ihr Kind auch ruhig zu Ihren eigenen Kontrolluntersuchungen mit in die zahnärztliche Praxis nehmen - am besten sobald das erste Zähnchen durchgebrochen ist. So kann es sich beizeiten an regelmäßige Zahnarztbesuche als etwas ganz Normales gewöhnen. Spätestens wenn alle Zähnchen da sind, empfehlen Zahnärzte und Zahnärztinnen ohnehin eine halbjährliche Kontrolluntersuchung für die Kinderzähne.
In vielen Bundesländern haben die Zahnärztekammern bzw. Kassenzahnärztlichen Vereinigungen inzwischen zahnärztliche Kinderpässe herausgegeben. Darin werden, ähnlich wie im gelben Heft zu den kinderärztlichen Früherkennungsuntersuchungen, die Befunde der zahnärztlichen Untersuchungen und Behandlungen festgehalten und dokumentiert.
Auch im Schulalter, das heißt ab dem sechsten bis zum 18. Lebensjahr, sollten die Zähne Ihres Kindes alle sechs Monate zahnärztlich kontrolliert werden. Denn jetzt gilt es, auch die neu durchgebrochenen Zähne gesund zu erhalten. So werden zum Beispiel die Kauflächen der bleibenden Backenzähne in der Regel vorsorglich versiegelt, um einen langfristigen Schutz zu erreichen. Wichtig ist es auch, die Gebissentwicklung während des Zahnwechsels regelmäßig zu kontrollieren, damit gegebenenfalls rechtzeitig eine kieferorthopädische Behandlung eingeleitet werden kann. Neben den gründlichen Untersuchungen wird der Zahnarzt bzw. die Zahnärztin Sie und Ihr Kind auch immer wieder zu Fragen der Mundgesundheit informieren und beraten. Gegebenenfalls wird auch bei diesen Terminen zum Schutz vor Karies regelmäßig Fluoridlack auf die Zähne aufgetragen.
Ab dem 12. Lebensjahr bekommt Ihr Kind ein Bonusheft, in das die halbjährlichen Untersuchungen eingetragen werden. Dieses Heft dient als Nachweis, um bei den Krankenkassen erhöhte Zuschüsse beanspruchen zu können, falls einmal Zahnersatz notwendig sein sollte. Deshalb sollten die regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen in jedem Fall auch über das 18. Lebensjahr hinaus in dieses Bonusheft eingetragen werden.
In Kindertagesstätten und in Schulen führen Zahnärzte und Zahnärztinnen sowie spezielle Fachkräfte regelmäßig und wiederholt kostenlose Reihenuntersuchungen und Beratungen zur Mundgesundheit durch. Diese sogenannten gruppenprophylaktischen Maßnahmen richten sich in der Regel an Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren.
Neben der zahnärztlichen Kontrolle der Zähne werden auch hierbei vorbeugende Fluoridierungsmaßnahmen durchgeführt, falls es erforderlich ist und das Einverständnis der Eltern vorliegt. Daneben wird unter anderem mit den Kindern das Zähneputzen geübt und es wird über die Ernährung gesprochen. Vielleicht wird sogar gemeinsam eine zahnärztliche Praxis besucht, um mögliche Ängste davor abzubauen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Schließlich sollen die Kinder ja auch von sich aus einmal regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle gehen.
Patientenratgeber über Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprävention auf der Grundlage der aktuellen zahnärztlichen Leitlinien zur Fluoridierung.
kzbv.de KZBV| PDF 28.04.2012Hinweise, wie man sich für einen Zahnarztbesuch mit behinderten Menschen vorbereitet, zur Zahnarztsuche und zur Kostenfrage einer Vollnarkose bei Zahnbehandlung.
intakt.info Diozöse Würzburg| 08.05.2012Informationen und Praktisches rund um das Thema gesunde Zähne und Vorbeugung von Karies für Eltern, Kitas, Schulen und Kinder.
lagz-rlp.de LAGZ| 03.05.2012Verbraucher- und Patientenberatung u.a. zu den Themen Zähne, Vorbeugung, richtige Zahnpflege, Behandlung und Recht. Mit Kinderseite und Zahnarztsuche.
agz-rnk.de AGZ| 28.03.2012Informationen und Veranstaltungshinweise zum alljährlich im September stattfindenden Tag der Zahngesundheit.
tagderzahngesundheit.de Aktionskreis| 27.03.2012
Ab dem dritten Lebensjahr, wenn das Milchgebiss vollzählig ist, hat Ihr Kind bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres Anspruch auf drei spezielle zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in einem zeitlichen Abstand von mindestens 12 Monaten. Diese Untersuchungen sind vor allem dann wichtig, wenn Ihr Kind besonders kariesgefährdet ist, weil es bereits an einem oder mehreren Zähnchen Karies hat. Wenn Ihr Kind keine Gelegenheit hat, an zahnärztlichen Reihenuntersuchungen teilzunehmen, weil es zum Beispiel keine Kindertagesstätte besucht, dann sollten Sie ebenfalls unbedingt diese speziellen Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Unabhängig davon empfehlen Zahnärzte und Zahnärztinnen eine halbjährliche zahnärztliche Kontrolle der Milchzähne - am besten vom ersten Zähnchen an, spätestens aber, wenn das Milchgebiss vollzählig ist. Vereinbaren Sie am besten also auch gleich für Ihren kleinen Sohn einen Termin. Ihre Zahnärztin wird Sie dann unter anderem auch beraten können, wann und wie oft Sie seine Zähne untersuchen lassen sollten und wie Sie Karies am besten vorbeugen können.
Biss für Biss - Gesunde Zähne
Dohmen, Barbara / Laupert-Deick, Claudia/ Heinis, Monika
Karius und Baktus
Egner, Thorbjörn