Zahngesunde Ernährung

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Reichlich Kalzium, gründliches Kauen und wenig Süßes sowie die richtigen Getränke und Trinkgefäße sind in Sachen Ernährung gut für die Zähne.

Kind hält Äpfel in den Händen © Corbis Images
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Milchprodukte sind gut für die Zähne

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgt Zähne und Zahnfleisch der Kinder mit allen Mineralstoffen, die für den Aufbau und die Festigung der Zähne nötig sind. Eine besondere Rolle spielt hierbei das Kalzium.

Wählen Sie deshalb möglichst kalziumreiche Lebensmittel und geben Sie Ihrem Kind täglich Milch und Milchprodukte. Denn das Kalzium aus Milchprodukten wird besonders gut vom Körper aufgenommen. Kalziumreiche Gemüsesorten, wie zum Beispiel Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl, kalziumreiche Mineralwässer (über 150 mg Kalzium pro Liter) und Lebensmittel mit zugesetztem Kalzium (zum Beispiel Fruchtsäfte) können darüber hinaus als Kalziumquellen genutzt werden.

So wird der tägliche Kalziumbedarf je nach Alter des Kindes abgedeckt:

  • Gestillte Säuglinge erhalten ausreichend Kalzium durch die Muttermilch, nicht gestillte Säuglinge durch die Säuglingsmilch.
  • Bei Kindern im Alter von ein bis drei Jahren decken zum Beispiel ein Glas Milch und eine Scheibe Käse den täglichen Kalziumbedarf.
  • Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren nehmen zum Beispiel mit 250 g Naturjoghurt, einer Scheibe Käse und 180 g Brokkoli genügend Kalzium zu sich.

Kinder sollten gut kauen

Kauen erhöht den Speichelfluss im Mund. Das ist deshalb wichtig für die Zähne, weil der Speichel Lebensmittelreste und schädliche Säuren wegschwemmt und wichtige Mineralstoffe in die Zähne baut.

Der Speichel erfüllt damit eine wichtige Schutzfunktion. Bieten Sie Ihrem Kind deshalb Lebensmittel an, die es gut kauen muss:

  • Vollkornbrot, Müsli und andere Getreideprodukte, Gemüserohkost und knackiges Obst muss Ihr Kind intensiv kauen.
  • Zahngesunde Zwischenmahlzeiten für Ihr Kind sind zum Beispiel ein Stück Apfel mit einem Joghurt, eine Karotte zu einem Glas Milch oder ein Vollkornbrot mit Käse.

Allerdings brauchen die Zähne ausreichend lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, damit sie mit Hilfe des Speichels wieder die notwendigen Mineralstoffe einbauen können. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind nicht ständig etwas isst oder trinkt.

Süßes - nur mit Vorsicht zu genießen

Ob Haushaltszucker, Fruchtzucker, Traubenzucker, Honig, Maltodextrin oder Sirup - alle Arten von Zucker sind gleichermaßen schädlich für die Zähne. Denn Kariesbakterien verwerten jeden Zucker zur Bildung der schädigenden Säuren.

Dennoch braucht man nicht gänzlich auf Süßes zu verzichten. Doch Sie sollten darauf achten, dass Ihr Kind Zucker, Gebäck, zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten eher selten und nur in geringen Mengen zu sich nimmt. Wenn überhaupt, sollten Süßigkeiten und andere zuckerhaltige Produkte möglichst nach den Hauptmahlzeiten gereicht werden. Danach ist allerdings gründliches Zähneputzen angesagt, oder der Mund sollte zumindest gut mit Wasser ausgespült werden.

Ständiges Flaschennuckeln und Trinken gar nicht erst anfangen

Vielen Eltern ist es gar nicht bewusst, wie folgenreich das ständige, meist unkontrollierte Trinken aus Nuckelflasche oder Schnabeltasse für die Zähne ihres Kindes sein kann.

Zwar spielt es eine Rolle, ob es sich dabei um süße Getränke handelt, aber es ist insbesondere auch das dauerhafte Nuckeln, das die sogenannte Nuckelflaschenkaries verursachen kann. Diese Form der Karies ist besonders schmerzhaft und zerstörerisch und ein ernsthaftes Problem im Säuglings- und Kleinkindalter.

Am besten achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind erst gar nicht daran gewöhnt, ständig eine Nuckelflasche griffbereit zu haben:

  • Versuchen Sie, dass Ihr Kind vom ersten zusätzlichen Trinken an Getränke aus Tasse oder Becher trinkt. So gewöhnt es sich erst gar nicht daran, seinen Durst aus der Flasche zu stillen und dauernd daran zu nuckeln.
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind möglichst von Anfang an daran, ungesüßte Getränke wie Wasser und ungesüßten Tee zu trinken.
  • Auch ein Baby und Kleinkind isst und trinkt in Mahlzeiten. Verwenden Sie Flasche oder Tasse deshalb nur zu den Mahlzeiten und nicht zur ständigen "Selbstbedienung".
  • Geben Sie Ihrem Kind die Saugerflasche oder Schnabeltasse nie zur Beruhigung mit ins Bett, besonders nicht nachts.
  • Ab dem zweiten Lebensjahr lernt ein Kind, eigenständig aus einem normalen Becher zu trinken. Spätestens ab jetzt sollte ganz auf das Trinken aus Nuckelflaschen, Schnabeltassen und Trinkflaschen mit Saugventil verzichtet werden.

Nicht nur der Zucker ist bei Getränken ein Problem

Bei so beliebten Getränken wie Limonaden, Eistee und Saftschorlen ist nicht nur der Zuckergehalt ein Problem für die Kinderzähne:

  • In Eistee ist zum Beispiel häufig Schwarztee enthalten. Dieser kann nach längerem Genuss zu Verfärbungen und Veränderungen der Zahnsubstanz führen. Das darin enthaltene Koffein macht die Kinder zudem unruhig und sie schlafen schlechter.
  • Die in vielen Getränken enthaltenen Säuren, insbesondere die Zitronensäure, schaden dem Zahnschmelz.

Sofortiges Zähneputzen nach süßen, nicht aber nach säurehaltigen Lebensmitteln

Wenn Kinder Süßes gegessen haben, sollten sie möglichst direkt danach die Zähne putzen. Dies verhindert die Bildung des Zahnbelages am wirkungsvollsten.

Eine Zahnbürste sollte deshalb möglichst immer dabei sein, wenn Sie unterwegs sind. Das gemeinsame Zähneputzen ist dabei ganz wichtig: Hierbei lernt Ihr Kind am besten, wie es sich die Zähne richtig putzt und kann sich leichter an die regelmäßige Zahnpflege gewöhnen. Wenn Putzen einmal nicht möglich sein sollte, sollten alle den Mund zumindest gut mit Wasser ausspülen oder ein zuckerfreies Kaugummi kauen, damit sich reichlich Speichel bildet.

Nach dem Genuss von säurehaltigen Lebensmitteln, zum Beispiel wenn Ihr Kind gerade einen Fruchtsaft getrunken oder Süßigkeiten mit Zitronensäure gegessen hat, sollten die Zähne allerdings nicht sofort geputzt werden. Die Säuren lösen die oberste Schicht des Zahnschmelzes an und beim sofortigen Putzen würde der Abrieb dieser wertvollen Schicht unnötig vorangetrieben. Hier gilt: Den Mund zunächst nur mit Wasser ausspülen und erst nach 30 Minuten die Zähne bürsten. (Stand: 20.02.2014)