Wachsen und gedeihen

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Anfangs sind Eltern oft unsicher, ob ihr Kind auch genug zunimmt. Doch rosige Haut, ein waches Interesse und ordentlich nasse Windeln deuten auf ein gesundes Baby.

Neugeborenes wird auf Waage gewogen © Miroslav Beneda/fotolia
© Miroslav Beneda/fotolia

Die ausreichende Milchmenge für das Baby

Wenn Sie Ihr Kind stillen, sind Sie manchmal vielleicht unsicher, ob ihr Kind tatsächlich auch genug Milch zu sich nimmt. Doch um dies zu erkennen, müssen Sie Ihr Baby nicht ständig wiegen. Achten Sie eher auf folgende Zeichen:

  • Wenn Ihr Kind zufrieden und lebhaft ist, häufig gestillt wird, sechs bis acht nasse Windeln und - in den ersten vier Wochen – zwei oder mehr Stuhlwindeln in 24 Stunden hat, erhält es sicherlich ausreichend Milch.
  • Wenn Ihr Kind gut gedeiht, genügt es in den ersten Lebensmonaten, das Gewicht regelmäßig einmal pro Woche – möglichst nicht unmittelbar vor oder nach dem Füttern – zu kontrollieren. Mit vier, fünf Monaten reicht dann in der Regel, wenn Sie Ihr Kind einmal monatlich wiegen.

Gewicht im Lot

Es ist ganz normal, dass Ihr Baby in den ersten Tagen nach der Geburt zunächst etwas abnimmt. Allerdings sollte mit sieben, spätestens aber mit 14 Tagen das Geburtsgewicht in der Regel wieder erreicht sein. Bis zum Alter von acht Wochen sollte das Baby dann wöchentlich mindestens 125 Gramm zunehmen. Ab dann beträgt die Gewichtszunahme im ersten Halbjahr etwa 140 bis 170 Gramm pro Woche. Im zweiten Halbjahr sind es etwa 100 Gramm pro Woche. Die Zunahme kann für kurze Zeit aber auch einmal über oder unter diesem Wert liegen, ohne dass dies ein Problem bedeuten muss. Diese Daten können nur für gesunde und reif geborene Säuglinge zugrunde gelegt werden, nicht aber für Frühgeborene, unterernährte Neugeborene oder Säuglinge mit bestimmten Krankheiten oder Behinderungen.

In den ersten sechs bis zwölf Monaten zeigen sich oft kleine Fettpölsterchen im Gesicht, an den Schultern, den Oberschenkeln und am Gesäß. Das ist ganz normal und kein Zeichen für Übergewicht. Weiterhin gilt als Orientierung: Etwa mit fünf Monaten hat sich das Geburtsgewicht verdoppelt und am Ende des ersten Lebensjahres verdreifacht. Wie sich Gewicht und Größe Ihres Kindes entwickeln, wird bei den Früherkennungsuntersuchungen im gelben Kinder-Untersuchungsheft, auch Vorsorgeheft genannt, für Sie festgehalten.

Zu leicht, zu schwer? – Babys mit Behinderung

Manche Kinder mit Behinderung entwickeln weniger Appetit. Andere essen aufgrund von Kau- oder Schluckbeschwerden weniger als nötig. Damit Ihr Kind nicht zu dünn wird oder gar abmagert, sollte in diesem Fall zu jeder Mahlzeit etwas Fett hinzugefügt werden. Durch kleinere, aber häufigere Mahlzeiten kann darüber hinaus die Nahrungsmenge langsam erhöht werden. Später bekommen die Kinder mehr Lust auf Essen, wenn die Mahlzeiten abwechslungsreich sind oder auch mal optisch „aufgepeppt“ werden. Unter Umständen kann auch eine ballaststoffreiche Trink- oder Sondennahrung sinnvoll sein. Hier sollten Sie sich beraten lassen, zum Beispiel von entsprechend spezialisierten Ärztinnen und Ärzten oder erfahrenen Selbsthilfegruppen.

Weil sich einige Kinder mit Behinderung oder einer chronischen Krankheit weniger bewegen können, neigen sie zu Übergewicht. Insbesondere Eltern von Kindern mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21) sollten darauf achten, dass ihre Kinder auf zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten weitgehend verzichten. Bei Milchprodukten wie Milch, Joghurt oder Quark sollten fettreduzierte Produkte mit nur 1,5 Prozent Fett bevorzugt werden. Außerdem ist es ratsam, Butter und Margarine zu reduzieren. Allerdings: Seien Sie auch nicht zu streng. Die Essensfrage sollte nicht zum Kampf zwischen Eltern und Kind werden.

Wann Sie sich an Kinderarzt oder Kinderärztin wenden sollten

Wann immer Sie Fragen zum Gewicht Ihres Kindes haben oder sich Sorgen machen, ob es genug Milch erhält, sollten Sie dies in der Kinderarztpraxis ansprechen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin aufsuchen,

  • wenn Ihr Kind auffällig wenig und kraftlos trinkt, viel spuckt oder erbricht;
  • wenn Ihr gestilltes Baby trotz häufigem Anlegen nicht richtig satt wird;
  • wenn Ihr Baby nicht recht wächst und gedeiht;
  • wenn Sie generell Bedenken zum Körpergewicht Ihres Babys haben.

(Stand: 04.06.2014)