Woran Sie Kopflausbefall erkennen

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Bei Verdacht auf Kopfläuse sollten Sie den Kopf Ihres Kindes genau kontrollieren. Nur frühes Entdecken und (Be-)Handeln verhindert ihre Vermehrung und Verbreitung.

Kleiner Junge kratzt sich am Kopf © iStockphoto
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Erste Hinweise auf Kopfläuse

Sobald Sie erfahren, dass jemand in Ihrem näheren Umfeld, in der Schule oder in der Kindertagesstätte Ihres Kindes Kopfläuse hat, sollten Sie unbedingt nachschauen, ob sich die kleinen Blutsauger auch auf dem Kopf Ihres Kindes niedergelassen haben.

Oft (aber nicht immer!) machen sich Kopfläuse durch auffälligen Juckreiz auf dem Kopf bemerkbar. Dieser entsteht dadurch, dass die Laus bei jeder Blutmahlzeit eine kleine Menge Speichel in die Kopfhaut spritzt.

Durch das Kratzen entstehen manchmal auch kleine Hautwunden, die sich entzünden und bakterielle Hautinfektionen verursachen können. Wenn Sie bei der Untersuchung des Kopfes entzündete Hautstellen bemerken, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Den Kopfläusen auf der Spur

Um festzustellen, ob Ihr Kind Kopfläuse hat, müssen die Haare und die Kopfhaut genau untersucht werden. Achten Sie besonders auf die Stellen hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen, denn dort findet die Laus die optimale Temperatur für die Entwicklung ihrer Eier.

Beim reinen Durchsehen des Haarschopfes können die Kopfläuse aber leicht übersehen werden, besonders dann, wenn nur wenige davon auf dem Kopf sind. Man geht davon aus, dass bei der reinen Sichtkontrolle nur jeder dritte bis vierte Kopflausbefall entdeckt wird. Will man wirklich Sicherheit, empfiehlt sich das folgende Vorgehen:

  • Feuchten Sie das Haar an und tragen Sie eine handelsübliche Haarpflegespülung auf. Die Pflegespülung erleichtert das Durchkämmen und hindert die Läuse am Weglaufen.
  • Kämmen Sie das Haar mit einem sogenannten Läusekamm (aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus) Strähne für Strähne aus; bei dickeren Haaren empfiehlt es sich, zunächst mit einem gröberen Kamm durch die Haare zu gehen, um sie zu entwirren. Der Läusekamm sollte dann fest von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen durchgezogen werden. Streifen Sie den Kamm nach jeder Strähne auf einem Küchenpapier aus, um zu prüfen, ob er Läuse, Larven oder Läuseeier erfasst hat.
Saugende Kopflaus, die sich an einem Haar festhält © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Saugende Kopflaus, die sich an einem Haar festhält. - © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Wenn Sie Läuse finden...

... liegt eindeutig ein Kopflausbefall vor, der sofort behandelt werden muss.

Die sechsbeinigen Kopfläuse sind höchstens drei Millimeter groß und normal von grauer Farbe; wenn sie gerade Blut gesaugt haben, bekommen sie einen rötlichen Farbton (siehe Abbildung). Sie sind mit bloßem Auge gut zu erkennen.

Behandeln Sie sofort, da sich die Läuse sonst auf dem Kopf schnell vermehren (Läuseweibchen legen täglich mehrere Eier!) und auf andere übertragen werden können.

Eine ausgekämmte Larve auf einem Tuch. © Deutschen Pediculosis Gesellschaft e.V.
Eine ausgekämmte Larve auf einem Tuch. - © Deutschen Pediculosis Gesellschaft e.V.

Wenn Sie Larven finden...

... liegt eindeutig ein Kopflausbefall vor, der behandelt werden muss.  Da Larven etwas kleiner sind als ausgewachsene Kopfläuse (siehe Abbildung), kann bei der Untersuchung des Kopfes eine Lupe hilfreich sein, um sie zu entdecken.

Larven sind ein Vorstadium zur ausgewachsenen Laus. Es sind sozusagen "junge Läuse". Sie legen noch keine Eier und sind auch noch nicht mobil, das heißt, sie können den Kopf ihres Wirtes noch nicht verlassen. Trotzdem sollte sofort behandelt werden, da sie das "Erwachsenenstadium" schnell erreichen können. 

Ausnahme: Wenn Sie bereits eine Behandlung mit Läusemittel durchgeführt haben und in den Tagen danach beim Auskämmen Larven finden, so besteht zunächst keine Übertragungsgefahr für andere. Wichtig ist dann, die zweite Behandlung mit dem Läusemittel (8 bis 10 Tage nach der ersten Behandlung) nicht zu vergessen, damit die Larven rechtzeitig vernichtet werden, bevor sie sich vermehren und verbreiten können.

Läusefamilie, von links nach rechts: Ei, Babylarve, Larve, ausgewachsene Läuse, daneben ein Eurocent zum Größenvergleich © Deutschen Pediculosis Gesellschaft e.V.
Läusefamilie, von links nach rechts: Ei, Babylarve, Larve, ausgewachsene Läuse, daneben ein Eurocent zum Größenvergleich - © Deutschen Pediculosis Gesellschaft e.V.

Wenn Sie bräunlich-gräuliche Läuseeier in Kopfhautnähe finden...

… zeigen diese eindeutig einen aktuellen Kopflausbefall an, der behandelt werden muss. Die 0,8 mm kleinen tropfenförmigen Gebilde kleben fest am Haar und lassen sich nicht abschütteln oder auswaschen. Selbst der engzinkige Läusekamm kann sie nicht unbedingt erfassen.

Sind die Läuseeier gelblich bis bräunlich, vielleicht auch leicht gräulich gefärbt, so bedeutet das, dass noch Larven aus ihnen schlüpfen können. Sie haften nahe der Kopfhaut am Haar, da hier die beste Temperatur für die Entwicklung der Eier herrscht. Besonders oft sind die Läuseeier in der Schläfen- und Nackengegend und hinter den Ohren zu entdecken. Wer bräunlich-gräuliche Läuseeier auf dem Kopf hat, hat in der Regel auch Läuse auf dem Kopf und sollte sofort behandelt werden.

Ausnahme: Wenn Sie an den Tagen nach einer erfolgten Behandlung mit Läusemittel noch bräunlich-gräuliche Eihüllen, aber keine Läuse finden, besteht keine Übertragungsgefahr. Vergessen Sie aber auf keinen Fall die zweite Behandlung, die 8 bis 10 Tage nach der ersten stattfinden muss. Denn nur dann werden auch die bis dahin neu geschlüpften Larven vernichtet und der Kopflausbefall ist wirklich beseitigt.

Wenn Sie weißliche Läuseeier (Nissen) finden...

… deuten diese auf keinen aktuellen, sondern einen früheren Kopflausbefall hin. 

Sogenannte Nissen, also leere Eihüllen, die keine entwicklungsfähigen Eier mehr enthalten, schimmern weißlich. Da Läuseeier, aus denen noch Larven schlüpfen können, und leere Nissen manchmal schwer zu unterscheiden sind, gilt als Grundregel: Läuseeier, die weiter als 1 Zentimeter von der Kopfhaut entfernt gefunden werden, sind in der Regel leer. Von ihnen geht keine Ansteckungsgefahr mehr aus.

Das erklärt sich folgendermaßen: Kopfläuse legen ihre Eier 1 bis 2 Millimeter von der Kopfhaut entfernt ab, die Larven schlüpfen nach 6 bis 10 Tagen und das Haar wächst etwa 10 Millimeter im Monat. Wenn sich also ein Läuseei bereits mehr als 10 Millimeter von der Kopfhaut entfernt hat, ist die Larve längst geschlüpft und die Eihülle ist leer.