Porträt

Dr. oec. troph. Annett Hilbig

Dr. oec. troph. Annett Hilbig

Dr. Annett Hilbig ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Kinderernährung GmbH Dortmund. Als Ernährungswissenschaftlerin mit Schwerpunkt wissenschaftliche Ernährungsberatung im Bereich Säuglinge und Kleinkinder beantwortet Sie persönlich Ihre Fragen rund um die Einführung von Beikost.mehr...

Ernährung im 1. Lebensjahr

Fragen der Woche

Schritt für Schritt in die Beikost – Sie fragen, unsere Expertin antwortet.

Vom 22.-26. Februar 2010 konnten Sie an unsere Expertin Dr. Annett Hilbig Fragen zum Thema Beikost stellen. Wir freuen uns, dass so viele die Gelegenheit hierzu genutzt haben und bedanken uns dafür. Alle gestellten Fragen und Antworten der Expertin können hier nachgelesen werden.

Wir hoffen, die Antworten können den Fragenden wie auch vielen jungen Eltern mit ähnlichen Fragen weiterhelfen. 

 

Folgende Fragen wurden gestellt:

 

Fragenprotokoll zum Thema Beikost

Frage von Jolly

Wenn ich merke, dass mein Baby eine bestimmte Art von Mahlzeiten ablehnt, z.B. Brokkoli, auch wenn er unterschiedlich zubereitet ist, soll ich dann versuchen, diese Mahlzeit trotzdem in die regelmäßigen Mahlzeiten aufzunehmen? Oder soll ich nur das füttern, was schmeckt?

Antwort der Expertin

Liebe Jolly,

es ist wichtig, Babys auch die Lebensmittel immer wieder anzubieten, die sie zunächst ablehnen. Gerade ältere Babys lehnen neue Lebensmittel zunächst häufig ab. Das nennt man Neophobie – „Angst vor Neuem“. Um den neuen Geschmack der Lebensmittel aber kennen und mögen zu lernen, braucht es zum Teil viele kleine Kostproben. Daher immer wieder unbeliebte Lebensmittel anbieten, damit sich eine gewisse Vertrautheit entwickeln kann. Manchmal kommt es sogar vor, das diese zunächst abgelehnten Lebensmittel zu Lieblingslebensmitteln werden.

Frage von juli

Mich würde interessieren, welche Milch, oder ob überhaupt Milch, ich für den Abend-Hirse-Brei für meinen sieben Monate alten Sohn nehmen kann. Im Augenblick benutze ich H-Milch (3,7 %) mit Wasser (halbe-halbe) für die Zubereitung. Ist das o.k.? Muss die Milch richtig abgekocht werden oder reicht eine Erwärmung in der Mikrowelle aus? Vielen Dank schon einmal für die Beantwortung im Voraus.

Antwort der Expertin

Liebe Juli,

für den Abend-Hirse-Brei können Sie die ganz normale Vollmilch (3,5 bzw. 3,8 % Fett) aus dem Supermarkt verwenden. Dabei ist es unerheblich, ob Sie Frischmilch oder H-Milch nehmen. Hinsichtlich der Nährstoffgehalte unterscheiden sich beide Milchsorten nicht wesentlich voneinander. Da Ihr Sohn die Milch anscheinend gut verträgt, können Sie nach und nach den Milchanteil erhöhen und den Wasseranteil verringern. So bekommen Sie am Ende einen Abendbrei, der komplett mit Milch zubereitet wird. Ob Sie die Milch abkochen müssen oder nur erwärmen, ist abhängig von den verwendeten Getreideflocken. Schauen Sie daher am besten auf die Zubereitungshinweise der Verpackung.

Frage von Clara_

Guten Tag,

unsere Tochter (16 Monate) bekommt morgens und abends Kuhmilch (morgens mit Wasser verdünnt), da sie über der empfohlenen Menge liegt (160 ml Milch + 100 ml Wasser, 260 ml Milch, 150 g Joghurt). Sie geht in die Krippe und ist seit Oktober dauerkrank; nun habe ich mich über Kuhmilch informiert, diese kann Allergien fördern und trägt auch nicht unbedingt zur Förderung des Immunsystems bei. Bis 1,5 Jahre möchte ich ihr die abendliche Milchflasche gerne abgewöhnen. Nur was bis dahin, Kindermilch? Pre-Nahrung? Die abendliche Flasche auch verdünnen, das dürfte zum Sattwerden wohl nicht reichen.
Ist Kindermilch denn überhaupt zu empfehlen? Und Kuhmilch?

Danke & Gruß

Antwort der Expertin

Liebe Clara,

Kuhmilch ist ein Lebensmittel, das in der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern immer noch kontrovers diskutiert wird. Dass Ihre Tochter derzeit häufig krank ist, muss nicht mit der Verwendung von Kuhmilch im Zusammenhang stehen. Es gibt bisher keinen Nachweis, dass Kuhmilch das Immunsystem negativ beeinflusst. Auch bei der Vorbeugung von Allergien geht man seit einigen Jahren neue Wege. Es wird versucht, mit der Gabe kleinerer Mengen Kuhmilch eine Toleranz zu entwickeln, d. h. das Immunsystem wird darauf trainiert, dass es Kuhmilch als harmlos erkennt. Wenn Ihre Tochter ausreichend andere Lebensmittel (Brot, Gemüse, Obst usw.) isst, können Sie bis zur Umstellung auf die Tasse die Kuhmilch auch am Abend beibehalten. Reduzieren Sie evtl. in kleinen Schritten die Mengen der Abendflasche (von 260 g auf ca. 200 g) und des Joghurts (von 150 auf 100 g). Schauen Sie, ob Ihre Tochter mit den kleineren Mengen satt wird.
Kindermilch enthält zusätzlich noch Nährstoffe wie Eisen, Jod und Vitamine, aber auch Aromen und häufig Zucker. Um die Kinder nicht zu sehr an den süßen Geschmack zu gewöhnen, ist Kuhmilch der Kindermilch vorzuziehen. Auch eine Umstellung zurück auf die Pre-Milch ist nicht sinnvoll.

Frage von nina

Hallo.

Meine Tochter (vier Monate) isst seit einer Woche zum Mittagessen Frühkarotte. Kann ich das auch noch weiter geben, oder sollte ich jetzt zu der Karotte noch Kartoffel geben? Soll das Öl dann sofort dazu, oder ist es besser, erst eine Woche einen Gemüse-Kartoffel-Brei ohne Öl zu geben? Soll dann der Brei mit Öl und dann mit Fleisch gegeben werden? Ich hoffe, ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt. Ansonsten sind die Infos dieser Seite gut verständlich. Ach ja, mein Mann ist laktoseintolerant. Kann ich da später für die Breie Kuhmilch nehmen oder die Milch von der Flaschennahrung (ich stille nicht)?

Danke fürs Beantworten

Antwort der Expertin

Liebe Nina,

es klingt fast so, als würde Ihre Tochter den Karottenbrei gerne mögen, und auch das Füttern mit dem Löffel scheint kein Problem. Dann spricht nichts dagegen, wenn Sie den Brei auf einen Karotten-Kartoffel-Brei erweitern. Geben Sie dem Karotten-Kartoffel-Brei direkt Öl zu. Durch das Öl werden die sogenannten fettlöslichen Vitamine besser aufgenommen. Wenn Ihre Tochter den Karotten-Kartoffel-Brei gut verträgt, können Sie im nächsten Schritt das Fleisch zugeben.

Bei einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern um eine Unverträglichkeit. Der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker (Laktose) wird als Folge von fehlender oder verminderter Produktion des Verdauungsenzyms Laktase nicht oder nicht ausreichend verdaut. Das kann zu Beschwerden führen. Sie schreiben, dass Ihre Tochter eine Flaschennahrung bekommt. Eine normale Flaschennahrung (Pre, 1, HA) enthält ebenfalls Milchzucker. Den verträgt Ihre Tochter offensichtlich ohne Probleme, so dass Sie für die Zubereitung des Milch-Getreide-Breis später entweder die Flaschennahrung oder Vollmilch (3,5 % Fett) verwenden können.

Frage von Mia

Mein Sohn ist mittlerweile sieben Monate alt und bekommt keinen Brei. Er zeigt kein Interesse an fester Nahrung, auch nicht an dem, was ich esse. Am liebsten möchte er ausschließlich gestillt werden. Jeder Versuch, ihm Brei zu geben, scheitert. Der Mund bleibt zu, er schaut gelangweilt durch die Gegend. Ist das bedenklich? Muss er denn unbedingt schon Brei haben?

Antwort der Expertin

Liebe Mia,

wenn Ihr Sohn so gar kein Interesse am Essen zeigt, sollten Sie noch etwas warten mit der Einführung der Breie. Jedes Kind entwickelt sich individuell sehr unterschiedlich. D.h., es gibt Babys, die mit fünf Monaten schon perfekt vom Löffel essen, andere wiederum mögen mit sieben Monaten immer noch keinen Brei. Wenn Ihr Sohn sich seinem Alter entsprechend entwickelt, gesund und munter ist und mit der Muttermilch alleine noch satt wird, ist das völlig normal. Probieren Sie es einfach zwei bis drei Wochen später noch mal mit dem ersten Löffelchen. Manchmal kommt das Interesse am Essen von heute auf morgen.

Frage von Gabi

Ab wann dürfen Säuglinge Kuhmilch zu sich nehmen? In der Familie gibt es keine Allergien. Sog. Folgemilchen bestehen doch auch aus Kuhmilch?
Im Voraus vielen Dank!
G. H.

Antwort der Expertin

Liebe Gabi,

es ist richtig, dass Anfangsmilch und Folgemilch auf Basis von Kuhmilcheiweiß hergestellt werden. Allerdings wird versucht, die Gehalte an Nährstoffen so weit als möglich an Muttermilch anzupassen. Solange ein Baby also aus der Flasche trinkt, sollte es eine angepasste Anfangs- oder Folgemilch bekommen. Für den Milchbrei können Sie aber von Anfang an Kuhmilch verwenden. Etwa 200 ml Vollmilch im Milchbrei sind in Ordnung. Über den Milchbrei hinaus sollten Sie aber keine weiteren Kuhmilch(produkte) für Ihr Baby verwenden.

Frage von Tina

Guten Tag, mein Sohn ist gerade 10 Monate alt geworden. Ich koche die Mittagsmahlzeiten vor und püriere sie eher feiner. Nach der Portion von ca. 220 g geht immer wieder der Mund auf, wenn ich ihm etwas Obst als Nachspeise anbiete. Wieviel Kost sollte ich meinem kleinen "Nimmersatt" geben, bzw. wie hoch sollte seine tägliche Kalorienzufuhr und wie sollte sie auf den Tag verteilt sein?

Antwort der Expertin

Liebe Tina,

die Mengen die Babys zu einem bestimmten Alter essen, schwanken sehr stark von Kind zu Kind. Es gibt Babys, die mit der Hälfte des Breis völlig zufrieden sind, und andere wiederum möchten und brauchen deutlich mehr. Daher ist es fast unmöglich, Ihnen genaue Mengen für Ihren Kleinen zu benennen. Ist Ihr Sohn gesund und munter und nimmt er entsprechend seinem Alter und seiner Größe normal an Gewicht zu (das können Sie im gelben Untersuchungsheft sehen)? Dann darf es auch mal etwas mehr Brei sein. Lassen Sie sich nicht so sehr von Zahlen leiten, sondern von Ihrem Sohn. Der weiß genau, wie viel Brei im gut tut. Denn Babys haben ein sehr feines Gespür für Hunger und Sättigung. Die Mengen, die Sie hingegen in der Literatur finden, sind nur sehr grobe Richtwerte, und zwar für eine große Gruppe von Babys. Diese Werte berücksichtigen aber nicht, dass jedes Baby anders ist und auch nicht immer gleich hungrig ist. Achten Sie daher nicht so sehr auf die Mengen oder Kalorien, sondern vertrauen Sie Ihrem Kleinen.

Frage von Mia

Hallo,
meine Tochter ist jetzt fünf Monate alt, und ich möchte jetzt mit der ersten Breimahlzeit anfangen. Da ich selber kochen möchte, werde ich mit dem Möhrenpüree anfangen. Wie lange fütter ich dieses, und in welchen Abständen gebe ich die Kartoffeln und das Fleisch hinzu?

Antwort der Expertin

Liebe Mia,

wie schnell Sie eine komplette Mahlzeit einführen können, hängt von Ihrer Tochter ab. Es kann sein, dass Ihre Tochter einige Tage braucht, um die neue Esstechnik zu lernen. Denn das Essen vom Löffel ist für unsere Kleinen manchmal ziemlich anstrengend. Geben Sie ihr am Anfang die Zeit, sich an den Löffel zu gewöhnen. Bei einigen Babys dauert das zwei Tage, bei anderen ein bis zwei Wochen. Erst wenn Sie das Gefühl haben, dass das Essen vom Löffel gut klappt, sollten Sie die Kartoffeln und dann etwa drei Tage später das Fleisch dazu geben. Im Normalfall sollten zwischen der Einführung der neuen Lebensmittel mindestens drei Tage liegen. Denn eine Unverträglichkeit für bestimmte Lebensmittel zeigt sich meist innerhalb von 48 Stunden. Ist der erste Brei komplett, können Sie die Lebensmittel variieren. Zum Beispiel können Sie die Karotten durch andere Gemüse austauschen. Ersetzen Sie aber immer nur ein Lebensmittel im Brei und achten Sie auf die Verträglichkeit. Die geschmackliche Variation erleichtert es dem Baby, neue Lebensmittel später besser zu akzeptieren.

Frage von Susanne

Hallo Frau Hilbig,

unser Sohn (knapp fünf Monate) bekommt seit zwei Tagen ergänzend Pre-Milch (ein Mal pro Tag), da ich durch eine Magen-Darm-Erkrankung zumindest dem Gefühl nach zuwenig Milch produziert habe (bislang voll gestillt). Der Vater ist Allergiker (u. a. allergisches Asthma). Sollte ich versuchen, nach Abklingen meiner Krankheit wieder voll zu stillen, oder ist das Zufüttern zum jetzigen Zeitpunkt o.k.? Könnte bis zum Abstillen so weitergeführt werden? Wäre es zudem sinnvoller, HA-Milch statt Pre zu verwenden? Und sollten wir, auch wegen des Allergierisikos, mit der Einführung von Beikost bis nach dem sechsten Monat warten (unser Sohn hat großes Interesse an unseren Mahlzeiten, und wir erwägen eigentlich die Einführung von Gemüse-Kartoffel ab nächster Woche)?
Danke für eine Antwort und viele Grüße.

Antwort der Expertin

Liebe Susanne,

da Ihr Sohn bereits großes Interesse am Essen zeigt, spricht nichts dagegen, mit dem ersten Brei zu beginnen. Die Einführung des ersten Breis nach dem vierten Monat gilt auch für Kinder mit Allergierisiko. Neuere Studien zeigen, dass eine spätere Einführung der Breie keine Vorteile hinsichtlich der Vorbeugung von Allergien bringt. Neben den Breien können Sie Ihren Sohn weiter stillen, solange Sie können und möchten. Wenn Ihre Milchmenge neben den Breien trotzdem nicht ausreichen sollte, können Sie weiter die Pre-Nahrung verwenden. Die HA-Nahrung schmeckt leicht bitter und wird von vielen gestillten Babys nicht akzeptiert. Zusätzlich ist der Vorteil einer allergenarmen Ernährung nach dem vierten Lebensmonat bisher nicht belegt.

Frage von Jenny

Welche Lebensmittel vom "Familientisch" können wir unserem Sohn (sieben Monate) schon anbieten? Er isst inzwischen drei Breimahlzeiten neben drei Stillmahlzeiten am Tag und drei bis vier Stillmahlzeiten in der Nacht. Er ist sehr interessiert an unserem Essen und versucht, sich alles zu greifen.

Antwort der Expertin

Liebe Jenny,

geben Sie Ihrem Sohn ruhig mal kleine Stücke weicher Kartoffeln, Nudeln oder Gemüse in die Hand. Daran kann er etwas herumknabbern. Auch kleine Stücke Brot ohne Rinde eignen sich für den Anfang ganz gut. Probieren Sie aus, was Ihrem Kleinen schmeckt. Lediglich auf kleine harte Lebensmittel sollten Sie noch verzichten, damit sich Ihr Sohn nicht verschluckt.

Frage von Biene

Sehr geehrte Frau Dr. Hilbig,
mein Sohn ist nun fast acht Monate alt. Er bekommt drei Milchmahlzeiten und zwei Breimahlzeiten am Tag. Er wird nachts in der Regel zwei bis drei Mal wach und will dann auch trinken. Kann es sein, dass ihm die Menge oder der Sättigungsgrad seiner Milch nicht ausreicht? Wir füttern HIPP HA Plus 2-Nahrung.

Zweite Frage: Ab wann ist es denn empfehlenswert, ihm eine Brotmahlzeit (z. B.: Leberwurstbrot) zu geben?

Frage Nr.3: Seit zwei Tagen hat er (zahnungsbedingt) Durchfall, ansonsten ist er aber topfit. Was kann ich ernährungstechnisch noch dagegen tun (Zwiebackbrei mit Banane gebe ich bereits)? Soll ich überhaupt etwas dagegen tun oder geht das von selbst wieder weg?

Herzlichen Dank und alles Gute!
S. Hoell

Antwort der Expertin

Liebe Frau Hoell,

Zu Frage 1: Versuchen Sie, einen dritten Brei einzuführen. Es kann sein, dass sich durch die insgesamt etwas größere Nahrungsmenge die Milchmenge in der Nacht reduziert. Eine Garantie dafür gibt es aber leider nicht. Einige Kinder sind tagsüber mit dem Entdecken ihrer Welt beschäftigt und benötigen dann nachts die noch fehlende Milch. Das ist nicht ungewöhnlich. Manche Kinder vertragen aber auch nur kleinere Mahlzeiten, brauchen dann aber mehr als die üblichen vier bis fünf Mahlzeiten. Die 2-Nahrung ist hinsichtlich ihrer Nährstoffgehalte auf eine Ergänzung mit den Breien abgestimmt. Eine Umstellung auf eine 3-Milch wird keine zusätzliche Sättigung bringen, da die Energiegehalte beider Nahrungen vergleichbar sind.

Zu Frage 2: Viele Babys machen etwa im Alter von zehn Monaten einen weiteren Entwicklungssprung. Neben den ersten Zähnchen lernen sie, mit den Fingern zu greifen und zu essen. Sie lernen, zu kauen oder aus der Tasse zu trinken. Das ist etwa der Zeitpunkt, wo Sie ihrem Sohn auch mal eine Brotmahlzeit anbieten können. Geben Sie Ihrem Sohn während des Übergangs z. B. Brot aus fein gemahlenem Vollkornmehl ohne Kruste, das Sie dünn mit Margarine oder Butter bestreichen und in kleine Stückchen schneiden. Dazu kommt etwas geriebenes oder zerdrücktes Obst und Milch. Für den Anfang eignet sich als Brotbelag am besten milde Streichwurst oder Streichkäse.

Zu Frage 3: Wenn sich der Durchfall nicht bessert, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihrem Sohn zusätzlich Getränke anbieten, damit der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wird. Evtl. empfiehlt Ihnen der Kinderarzt eine Elektrolytlösung. Als feste Kost können Sie neben der Banane auch Karotten anbieten. Beides wirkt bei manchen Kindern stuhlfestigend.

Frage von Jule

Guten Morgen,

Können Sie mir sagen, wie lange tiefgekühlter selbstgekochter Brei im Gefrierfach haltbar ist? Sind handelsübliche Gefrierbeutel geeignete Behälter oder wegen Weichmachern o. Ä. nicht zu empfehlen?

Viele Grüße
Julia K.

Antwort der Expertin

Liebe Jule,

tiefgefrorener Brei ist bei -18°C etwa drei Monate haltbar. Aufgrund der weichen Konsistenz des Breis eignen sich als Behälter am besten Gefrierdosen oder Gläschen. Aber Sie können auch unbesorgt Gefrierbeutel verwenden.

Frage von Beikostfreak

Frage zu Rapsöl: Sollte ein kaltgepresstes Öl verwendet werden, oder sind raffinierte Öle für den Brei besser geeignet? Stimmt es, dass Peroxide beim Pressvorgang entstehen und somit bei beiden Ölsorten enthalten sind ?

Zum Thema Zöliakie: Ab wann darf glutenhaltiges Getreide verwendet werden?

Dürfen Säuglinge, die als Allergieprohylaxe HA-Milch bekommen, nach dem sechsten Monat einen Brei aus Kuhmilch erhalten?
Welche Empfehlungen gibt es zu Fisch im ersten Lebensjahr?
Ab wann darf Weizen gegeben werden?
Sollte man eine Jodtablette in den selbstgekochten Gemüse-Kartoffel-Brei geben?
Wie sind die Empfehlungen zur Jodversorgung im ersten Lebensjahr?

Antwort der Expertin

Hallo,

Sie können sowohl kaltgepresste als auch raffinierte Öle für den Brei verwenden. Peroxide entstehen vorzugsweise aus ungesättigten Fettsäuren bei oxidativen Prozessen. Die Entstehung von Peroxiden ist ein Anzeichen für den Verderb der Öle. Sie kommen sowohl in kaltgepressten als auch raffinierten Ölen vor. Durch die Raffination werden die Gehalte allerdings deutlich minimiert.

Mit der Einführung der Breie können Sie auch glutenhaltiges Getreide verwenden. Es wird empfohlen glutenhaltiges Getreide schrittweise in kleinen Mengen einzuführen, vorzugsweise solange noch gestillt wird. Sie können z. B. etwas Weizenmehl unter den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei mischen oder einen Brei mit Nudeln verwenden. Alternativ können Sie Ihr Baby auch mal an einer Brotrinde knabbern lassen. Wenn Sie so das glutenhaltige Getreide langsam eingeführt haben, können Sie den Getreidebrei ebenfalls mit glutenhaltigem Getreide zubereiten.

Auch für allergiegefährdete Kinder spricht nichts dagegen, den Milchbrei mit Kuhmilch zu zubereiten. Ein komplettes Meiden von allergenen Lebensmitteln wie Kuhmilch, Weizen oder Fisch wird nicht mehr empfohlen. Bei Fisch wird derzeit sogar ein vorbeugender Effekt auf Allergien diskutiert. Sie können Ihrem Baby daher ruhig auch mal einen Fischbrei in der Woche anbieten. Ersetzen Sie dann die entsprechende Menge Fleisch durch Fisch im Brei. Achten Sie aber darauf, dass keine Gräten mehr im Fisch sind. Für die Getreidebreie können Sie bedenkenlos auch Weizen, z. B. Dinkel, verwenden.

Nur wenn die Breie ausschließlich selbst zubereitet werden und keine Säuglingsmilch verwendet wird, wird die Empfehlung für Jod (80 µg/Tag) nur etwa zur Hälfte erreicht. In Absprache mit Ihrem Kinderarzt kann dann eine halbe Jodtablette (50 µg Jod) angezeigt sein. Wenn Sie allerdings Fertigmilch und/oder mit Jod angereicherte Breie verwenden (z. B. Milchbrei), ist keine zusätzliche Tablette notwendig.

Frage von Nina

Hallo!
Sollte man lieber selber kochen oder lieber die Gläschen füttern? Ich bin ziemlich unsicher, ob nun auch wirklich Bio drin ist, wenn ich Bio kaufe. Oder ob die Gläschen wegen der gesetzlich strikt geregelten Herstellungsweise nicht doch besser geeignet sind. Und wie ist das mit den weiteren Breien zum Anrühren? Immer wieder höre ich, dass dort sehr viel Zucker - ggf. auch versteckt - enthalten ist. Gibt es ein Buch, das Sie empfehlen können, welches ausführlich informiert und ggf. auch noch Rezepte enthält? Vielen Dank für Ihre Antwort. Viele Grüße

Antwort der Expertin

Liebe Nina,

vielen Müttern stellt sich die Frage, ob sie die Beikost selbst zubereiten oder Fertigprodukte aus dem Handel nehmen. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Ein Vorteil der industriell hergestellten Beikost ist der geringe Schadstoffgehalt. Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder sind sogenannte diätetische Lebensmittel, für diese gelten höhere gesetzliche Qualitätsansprüche als für andere Lebensmittel. Sie können nur durch den Verzicht auf Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmittel eingehalten werden. Industriell hergestellte Säuglingskost ist daher praktisch schadstofffrei.

Aber auch andere Lebensmittel werden von der amtlichen Lebensmittelüberwachung kontrolliert. Sie sind ausreichend sicher und unbedenklich für die Zubereitung von Beikost im Haushalt. Die Verwendung von Fertigprodukten spart Ihnen Zeit und Arbeit. Dagegen ist der zeitliche Aufwand für die Selbstzubereitung der Beikost nicht unerheblich. Bei der Selbstzubereitung von Beikost haben Sie es in der Hand, die Anzahl der Zutaten in wünschenswerter Weise zu begrenzen. Auf Zucker und Salz können Sie bewusst verzichten. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Geschmackserhaltung der Lebensmittel bei Selbstzubereitung gegenüber der kommerziellen Kost. Fertigprodukte sind auch teuerer als selbst zubereitete. Sie sehen, es gibt viele Kriterien. Welche der Kriterien Ihnen aber am Wichtigsten sind, können nur Sie entscheiden.

Bei den fertigen Milchbreien (Produkte, bei denen der Milchanteil im Trockenprodukt enthalten ist und den Sie nur mit Wasser anrühren) gibt es tatsächlich viele Produkte, die Zucker enthalten. Sie erkennen den Zucker in der Zutatenliste unter den Begriffen Saccharose (= Haushaltszucker), Glucose (= Traubenzucker), Maltose (= Malzzucker), Frucktose (= Fruchtzucker), Maltodextrin oder Glucosesirup. Aber auch Süßungsmittel wie Honig, Fruchtdicksaft oder Ahornsirup zählen dazu.

Der Milchbrei ist aber auch sehr schnell selbst zubereitet. Erhitzen Sie 200 g Milch und rühren Sie etwa 20 g Getreideflocken unter. Je nach Geschmack können Sie noch 20 g Obst dazugeben, und fertig ist der Brei.

Die Broschüre „Empfehlung für die Ernährung von Säuglingen“ vom Forschungsinstitut für Kinderernährung enthält einige Tipps, wie Sie mit Fertigprodukten umgehen können, aber auch drei einfache Rezepte für die Selbstzubereitung.

Frage von Sonja

Sehr geehrte Frau Dr. Hilbig,
meine Frage bezieht sich nicht direkt auf das Thema Beikost, aber auf Kinderernährung. Vielleicht können Sie mir trotzdem weiterhelfen. Mein Sohn (acht Jahre ) hat eine starke Fischallergie. Kurz nach seinem 1. Geburtstag hat er Fisch zum ersten Mal bekommen und reagiert mit Ausschlag an unterschiedlichen Körperstellen. Frage: Fisch ist ja sehr gesund (Omega 3 Fettsäuren). Was kann ich ihm alternativ anbieten, wenn der Rest der Familie Fisch isst, damit auch er gesunden Ersatz hat? Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Freundliche Grüße
Sonja K.

Antwort der Expertin

Liebe Sonja,

omega 3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in nennenswerten Mengen in pflanzlichen Ölen, Nüssen und Fisch vorkommen. Als Alternative zum Fisch bietet sich daher bei Ihrem Sohn z. B. ein Salat mit Essig/Öl-Dressing und evtl. mit ungesalzenen Nüssen bestreut an. Wenn Sie generell als Bratfett z. B. Rapsöl verwenden, können Sie die Fettsäureversorgung der ganzen Familie verbessern. Als gesunde Knabberei für zwischendurch eignen sich ungesalzene Nüsse, z. B. Walnüsse. Auch Tofu können Sie als Ersatz für Fisch verwenden, denn dieser enthält ebenfalls omega 3-Fettsäuren. Auch wenn Ihr Sohn keinen Fisch essen kann, ist ein Mangel dieser Fettsäuren nicht zu befürchten. Im Körperfett des Menschen sind diese Fettsäuren eingelagert. Hinzu kommt, dass der Körper aus der Vorstufe alpha-Linolensäure (ebenfalls eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, in Pflanzenölen enthalten) die längerkettigen Fettsäuren (z. B. Docosahexaensäure) bilden kann.

Frage von Ullily

Ab wann sollte ich eine Zwischenmahlzeit am Vormittag einführen, und ab wann darf ich meinem Kind Joghurt geben?

Antwort der Expertin

Hallo,

einen genauen Zeitpunkt für die Einführung der Zwischenmahlzeit gibt es nicht. Wenn Sie auf feste Lebensmittel umstellen, empfiehlt sich aber auch eine kleinere Zwischenmahlzeit am Vormittag. Feste Lebensmittel bedeutet z. B. Brot zum Frühstück. Es spricht aber auch nichts dagegen, wenn Ihr Kind zwischen den Breien mal an einem Zwieback (am besten zuckerfrei) oder einer Dinkelstange knabbert.
Aufgrund des hohen Eiweißgehaltes sollten Kuhmilch und Kuhmilchprodukte nur in geringen Mengen im ersten Lebensjahr gegeben werden. Die Milch im Milch-Getreide-Brei ist mengenmäßig völlig unbedenklich. Darüber hinaus sollten Milchprodukte wie Quark oder Joghurt und milchhaltige Zwischenmahlzeiten nur die Vollmilch aus dem Milchbrei ersetzen. Wenn Ihr Kind beginnt, aus der Tasse zu trinken und dazu Brot zu essen (meist um den 1. Geburtstag), können Sie dann auch z. B. als Zwischenmahlzeit kleinere Mengen Joghurt anbieten.

Frage von Birne

Hallo liebes Team,
ich gebe meiner Tochter, fünf Monate, noch Fläschen. Reicht der Jodgehalt aus? Habe gehört, dass man in der Beikostphase ab und zu einen mit Jod angereicherten Fertigbrei geben soll. Oder gilt das nur, wenn man stillt?
Bin ein Freund von "Schale" an Obst und Gemüse. Wenn ich Karotten und Zucchini gut schrubbe, kann dann die Schale dran bleiben? Lieben Dank für die Beantwortung.

Antwort der Expertin

Hallo,

Nur wenn Babys gestillt werden und ausschließlich selbst zubereiteten Brei bekommen, kann es sein, dass die Versorgung mit Jod nicht ganz ausreicht. In der Fertigmilch ist entsprechend den gesetzlichen Vorgaben Jod enthalten. Daher ist ein jodangereicherter Brei nicht unbedingt notwendig für Ihre Tochter, aber er schadet auch nicht.

Aus Vorsorgegründen ist es besser, das Gemüse für den Brei bei kleinen Babys zu schälen.

Frage von max

Hallo,
wie ist es mit der Jodversorgung, muß ich angereicherte Flocken mit Jod nehmen, oder gehen auch Schmelzflocken für den Abendbrei? Welche Getreidearten sollte ich als erstes nehmen?

Antwort der Expertin

Hallo Max,

bisher gibt es leider noch keine reinen Flocken, die mit Jod angereichert sind, in den Herstellersortimenten. Für die Selbstherstellung des Milchbreis können Sie daher auch die Schmelzflocken verwenden. Wenn Sie sich aber für einen fertigen Milchbrei entscheiden, sollten Sie auf den Zusatz Kaliumjodid oder Kaliumjodat in der Zutatenliste achten. Breie mit diesen Zutaten sind mit jodangereichert. Als erste Getreide eignen sich Dinkelflocken, Weizengrieß oder Haferflocken.

Frage von Eva-Maria

Hallo,
unser Sohn ist sieben Monate alt und wird (seit vier Tagen bis auf die Mittagsmahlzeit) noch voll gestillt. An Brei zeigt er noch kein großes Interesse, aber ich möchte gerne abstillen. Leider trinkt er absolut nicht aus der Flasche, wir üben dies seit Monaten, aber ohne Erfolg. Wir haben verschiedene Sauger ausprobiert, Becher, mein Mann hat gefüttert, ich bin mehrmals für Stunden weggefahren etc. Mittags nimmt er etwas Milch per Löffel.

Haben Sie noch eine Idee, wie ich ihm das Trinken aus der Flasche beibringen kann bzw. wie er zukünftig Flüssigkeit aufnehmen kann? Leider schläft er abends auch nach dem Stillen ein. Nachts schläft er durch und wird nicht mehr gestillt.

Vielen Dank

Antwort der Expertin

Liebe Eva-Maria,

es kommt recht häufig vor, dass Babys die voll gestillt werden, die Flasche ablehnen. Denn Trinken von der Brust bedeutet für Babys auch Geborgenheit. Hier hilft leider nur viel Geduld. Geben Sie Ihrem Baby Zeit, eine neue Fertigkeit zu lernen. Versuchen Sie es, indem Sie das Baby genau so halten, wie beim Stillen. Allerdings spielt auch der Geschmack der Fertigmilch eine große Rolle. Muttermilch ist im Vergleich zu Fertigmilch etwas süßer, und die gestillten Kinder haben sich daran gewöhnt. Handelt es sich bei der Fertigmilch um eine HA-Nahrung, ist diese zusätzlich auch noch leicht bitter im Geschmack, was in manchen Fällen zu einer stärkeren Ablehnung führt. Bieten Sie Ihrem Sohn die Fertigmilch immer wieder an, sodass er sich an den neuen Geschmack gewöhnen kann. Auch kleine Mengen sind hier hilfreich. Versuchen Sie es auch mit einer anderen Sorte, denn es gibt durchaus geschmackliche Unterschiede. Geben Sie Ihrem Sohn auch einfach mal eine leere Trinkflasche in die Hand. So hat er die Möglichkeit, die Flasche kennenzulernen und zu erkunden. Leider gibt es kein Patentrezept, das Ihnen die Umstellungsphase erleichtert oder diese beschleunigt.

Frage von Alissa Jolie

Hallo, ich möchte gerne abstillen, meine Tochter bekommt Zähne und das schmerzt sehr, sie nimmt die Flasche aber nicht, was kann ich da machen? Mir tut das so weh! LG Ramona

Antwort der Expertin

Liebe Ramona,

Sie schreiben leider nicht, wie alt Ihre Tochter ist. Wenn Ihre Tochter schon etwas älter ist, können Sie versuchen, ihr die Milch aus der Tasse (Trinklerntasse) anzubieten. Die meisten gestillten Babys akzeptieren die Tasse eher als die Flasche.
Wenn Ihre Tochter noch jünger ist, hilft leider nur Geduld. Bieten Sie ihr die Flasche nur dann an, wenn sie nicht besonders müde oder hungrig ist. Halten Sie das Baby genau so, wie Sie das beim Stillen tun. Experimentieren Sie mit verschiedenen Flaschen und Saugern. Geben Sie Ihrer Tochter auch einfach mal eine leere Trinkflasche in die Hand. So hat sie die Möglichkeit, die Flasche kennenzulernen und zu erkunden. Probieren Sie auch eine andere Fertigmilch aus, denn es gibt geschmackliche Unterschiede.
Versuchen Sie, dass anfänglich die Oma oder der Papa dem Baby die Flasche gibt. Verlassen Sie dann am besten den Raum, damit sich Ihre Tochter voll und ganz auf die Flasche konzentrieren kann. Sie nämlich verbindet Ihre Tochter mit einer Mahlzeit an Ihrer Brust. Sie kann die Muttermilch riechen, wenn Sie sie halten.

Frage von Biki

Mein Sohn ist nun fast sieben Monate alt und ich habe eine Stillmahlzeit nun vollständig durch eine Breimahlzeit ersetzt. Da ich zuvor ausschließlich gestillt habe, kennt mein Kind das Flaschentrinken nicht und lehnt die Flaschen auch nach zahlreichen Versuchen ab. Ich gebe ihm nun nach der Breimahlzeit vorsichtig aus der Tasse zu trinken, was nun schon ganz gut klappt. Allerdings trinkt er lediglich ca. 50 ml, und ich bin nicht sicher, ob diese Flüssigkeitszufuhr ausreichend ist. Gibt es eine "Richtlinie", wie viel ein Kind bei der Einführung von Beikost nach und nach (außer Muttermilch) trinken sollte?

Antwort der Expertin

Hallo Biki,

mit der Einführung der Breie wird die Nahrung fester, und es kann sein, dass Ihr Sohn häufiger Durst hat. Bieten Sie ihm - wie bisher - immer wieder etwas zu trinken an. Allerdings enthalten die Breie und die restlichen Milchmahlzeiten noch sehr viel Flüssigkeit. Machen Sie sich daher keine Sorgen, wenn Ihr Sohn nur kleine Mengen zusätzlich trinkt. Babys haben ein sehr feines Gespür für Hunger, Durst und Sättigung und nehmen sich bei entsprechendem Angebot das, was sie brauchen. Erst mit der Einführung von Familienkost braucht Ihr Sohn regelmäßig zusätzliche Flüssigkeit.

Frage von Sandra33

Guten Tag, Frau Dr. Hilbig,

ich habe einige Fragen zum Thema Beikost und hoffe, Sie können mir helfen. Meine Tochter ist am 12. 2. ein Jahr alt geworden, und wir sind etwas `ratlos`, wie es mit ihrer Ernährung weitergeht... Meine Fragen:
Wegen Allergiegefährdung soll ich erst jetzt mit der Einführung von Kuhmilch beginnen. Wie mache ich das am besten? Sie bekommt jetzt Butter in den Brei als Fettzugabe, aber Joghurt und Milch im Becher findet sie ganz furchtbar...
Wenn ich in ihren Abendbrei Vollmilch gebe, gebe ich erst mal einen Teil Milch + einen Teil Wasser und steigere?
BRAUCHT sie denn die `normale`Kuhmilch, wenn sie sie weiterhin verweigert? (sie trinkt noch mind. zwei Flaschen Säuglingsmilch a 200 ml).

Wie lange sollte/darf das Kind Säuglingsmilch trinken? Sie trinkt nachts noch zwei Flaschen - tagsüber isst sie wenig, je mehr sie nachts trinkt ... Vielleicht haben Sie ja auch einen heißen Tipp, wie man diese Nachtflaschen ausschleichen kann, die sie sie vehement einfordert ...

Wieviel sollte sie nebenbei trinken? Sie bekommt Wasser und trinkt nur max. 100 ml zusätzlich zum Brei.

Nächstes Anliegen: Mein Kind isst nur 4-Monats-Gläschen oder mikrofein pürierten selbstgemachten Brei. Sobald ein Stückchen dabei ist, würgt sie (auch z. B. bei zerdrückter Banane etc.). `Große`Stücke wie Kartoffelwürfel oder Brotwürfel liebt sie offenbar, steckt sie sich in den Mund, aber kann sie nicht kauen und schlucken. Sie lutscht sie ab und spuckt sie wieder aus (sie hat noch keinen Zahn, aber das kann doch nicht nur ausschlaggebend sein, oder?).

Letzte Frage: Gibt es irgendwelche Richtwerte, wie viel man pro Mahlzeit geben sollte? Bei der Mittags- und Abendmahlzeit weiss ich in etwa Bescheid, aber für `zwischendurch`, am Nachmittag etwa, weiss ich nicht, welche Menge genug wäre ...

Ich hoffe, Sie antworten mir trotz der Unmengen an Fragen!!

Ich danke Ihnen bereits sehr im Voraus,

Sandra V.

Antwort der Expertin

Liebe Sandra,

der Übergang von den Breien auf die normalen Lebensmittel ist fließend und von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Einige Kinder möchten in dem Alter immer noch die Flasche und ihre Breie, andere hingegen können es kaum abwarten, feste Lebensmittel aus der Hand zu essen. Ihre Tochter zählt offenbar eher zur ersten Kategorie, aber das ist völlig in Ordnung. Solange Ihre noch Milch aus der Flasche trinkt, können Sie weiterhin die Säuglingsmilch verwenden und müssen sich auch keine Sorgen über die Calciumversorgung machen. Allerdings sollten Sie Ihrer Tochter immer wieder auch normale Milchprodukte anbieten. Nur so kann sie sich an einen neuen Geschmack gewöhnen. Wenn Sie den Milchbrei auf Kuhmilch umstellen möchten, nehmen Sie zunächst die verdünnte Kuhmilch (halb Wasser, halb Kuhmilch). Verträgt Ihre Tochter diese Mischung gut, können Sie die Wassermenge immer weiter reduzieren, bis Sie einen Brei komplett mit Kuhmilch haben. Alternativ zur Kuhmilch können Sie auch Joghurt für den Brei ausprobieren.

Momentan holt sich Ihre Tochter nachts die notwendige Energie über die Milchflaschen und isst tagsüber eher wenig. Versuchen Sie zunächst, eine Flasche durch eine kleine Menge Wasser zu ersetzen. Vielleicht bekommt sie dann tagsüber mehr Hunger. Schauen Sie, wie sie reagiert. Versuchen Sie dann, auch die zweite Flasche zu ersetzen bzw. wegzulassen. Nehmen Sie sich aber Zeit dafür. Die Umstellung und Abgewöhnung geht nicht von heute auf morgen.

Mit dem Brei und der Milch bekommt Ihre Tochter derzeit noch genügend Flüssigkeit. Vermutlich trinkt sie daher noch nicht so große Mengen. Bieten Sie ihr aber immer wieder Getränke an. Je fester die Lebensmittel werden, desto größer wird auch die Trinkmenge sein. Vertrauen Sie darauf, dass sich Ihre Tochter genau die Mengen holt, die sie auch braucht.

Das Kauen lernen erfordert eine komplett andere "Technik" als das Schlucken des Breis. Das braucht Zeit. Es ist schön, dass Sie Ihrer Tochter immer wieder auch größere Stücke anbieten, denn nur so kann sie das Kauen lernen. Gemeinsame Mahlzeiten mit Ihrer Tochter können sehr hilfreich sein. Denn Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn sie sieht, wie Sie die Lebensmittel kauen und schlucken, wird Ihre Tochter es vermutlich auch versuchen. Probieren Sie es einfach aus. Die Zähne sind nicht nur ausschlaggebend fürs Kauen, bei einigen Lebensmitteln aber hilfreich. Weichere Lebensmittel werden oft mit dem Gaumen zerdrückt und dann geschluckt. Ihre Tochter hat den Anfang gemacht. Über kurz oder lang wird sie auch das Schlucken noch lernen.

Bei Lebensmittelmengen pro Mahlzeit, aber auch generell, kann es sich wirklich nur um sehr grobe Richtwerte handeln. Denn jedes Kind ist anders, und nicht an jedem Tag und zu jeder Mahlzeit haben die Kinder den gleichen Hunger. Die Portionsgrößen sind auch abhängig von der Anzahl der Mahlzeiten. Für die Breimahlzeiten sind etwa je 200 g pro Mahlzeit ein grober Richtwert. Das kann etwas mehr, aber auch weniger sein. Lassen Sie daher Ihre Tochter entscheiden, wie viel sie essen mag, denn Kinder in dem Alter haben ein sehr feines Gespür für Hunger und Sättigung.

Frage von Pankie

Liebe Frau Dr. Hilbig,
unsere Tochter ist fünf Monate alt, und ich habe vor fünf Tagen angefangen, ein paar Löffelchen Karotte zuzufüttern. Bis heute habe ich die Menge auf ca. 60 g gesteigert, danach stille ich sie noch, auch ansonsten wird sie nur gestillt. Seit drei Tagen hat sie Probleme, ihren Stuhlgang rauszudrücken, und schreit dann auch - obwohl sie sonst sehr friedlich ist. Ist dies ein Zeichen dafür, dass sie noch nicht so weit ist, oder sollte ich auf ein anderes Gemüse umsteigen bzw. gibt sich das von alleine, wenn die Kartoffel hinzkommt? Es ist so schlimm, dass ich überlege, nochmals zu warten.
Liebe Grüße und danke
Pankie

Antwort der Expertin

Liebe Pankie,

bei einigen Babys wirkt Karotte stuhlfestigend, und es kann zu Verstopfung kommen. Bei einigen Säuglingen ist es hilfreich, verdünnte Apfelsaftschorle zu trinken zu geben. Durch den Apfelsaft kommt es zu einer Stuhlauflockerung. Versuchen Sie zusätzlich eine andere Gemüsesorte. Kürbis, Pastinaken oder Brokkoli wird eine stuhlauflockernde Wirkung nachgesagt. Auch Birnenmus kann helfen, den Stuhl weich zu halten. Karotten und Bananen sollten Sie zunächst meiden, denn diese Lebensmittel wirken häufig stopfend. Sollte sich mit der Umstellung der Ernährung bei Ihrer Tochter keine Verbesserung einstellen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt. Er kann Ihnen Möglichkeiten zum Weichhalten des Stuhls aufzeigen.

 
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