Empfehlungen zur Säuglingsernährung

Auch in der Ernährung macht ein Baby gewaltige Entwicklungsschritte: Von der ausschließlichen Milchernährung über die Beikost allmählich zur Familienkost.

 
 
Mann füttert Säugling © gettyimages

Milch bildet das Grundnahrungsmittel

Im ersten Lebensjahr benötigen Säuglinge eine spezielle Ernährung, denn sie brauchen besonders viel Energie und Nährstoffe. Hinzukommt, dass das Verdauungssystem noch nicht voll ausgereift ist. Auch die Fähigkeit, feste Nahrung zu essen, muss sich noch entwickeln.

  • In den ersten Lebensmonaten bekommen alle gesunden Babys Milch - durch Stillen oder mit der Flasche.    
  • Frühestens nach vollendetem vierten Monat und spätestens mit Beginn des siebten Monats sollte der erste Brei gegeben und die Anzahl der Milchmahlzeiten verringert werden.    
  • Etwa ab dem zehnten Monat kann das Kind an der Familienkost teilnehmen und erhält die Milch nun auch als Getränk im Becher.    
  • Auch nach Einführung der Beikost sollte weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind dies möchten.
 

Stillen Sie Ihr Kind nach Möglichkeit

Wenn möglich, sollten Sie Ihr Kind vier bis sechs Monate ausschließlich stillen:

  • Muttermilch enthält alle Nährstoffe in genau der richtigen Zusammensetzung und Menge, wie ein Kind sie zum gesunden Gedeihen braucht.    
  • Sie enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen und Allergien vorbeugen.    
  • Sie passt sich ganz allein den Ernährungsbedürfnissen des Säuglings an.
 

Essen bedeutet immer auch Zuwendung und Liebe

Ob ein Säugling gestillt wird oder die Flasche erhält, bereits Brei isst oder schon an der Familienkost teilnimmt - die Mahlzeiten sind immer auch wichtige Momente des Miteinanders und des intensiven Austauschs. Das Kind spürt die Zuwendung und Aufmerksamkeit der Eltern, erfährt ihre Fürsorge und fühlt sich angenommen.

 

Auch beim Essen sind Kinder ganz verschieden

Wenn ein Kind Beikost und schließlich Familienkost bekommt, muss es die neuen Lebensmittel auf seinem Speiseplan erst noch kennen lernen. Es muss sich an den Geschmack ebenso wie an die unterschiedliche Beschaffenheit der Lebensmittel gewöhnen. Auch hierbei haben oder entwickeln Kinder Vorlieben und Abneigungen. Auch wie viel gegessen wird, kann von Kind zu Kind, aber auch je nach Situation ganz verschieden sein.

 

Essen sollte Freude und Genuss bereiten

Essen sollte allen Spaß und Genuss bringen.

  • Lassen Sie sich bei der Einführung der Beikost von den Bedürfnissen Ihres Kindes leiten. 
  • Akzeptieren Sie, wenn Ihr Kind etwas nicht mag, und achten Sie auf Zeichen der Sättigung.    
  • Zwingen Sie Ihr Kind nie zum Essen.    
  • Machen Sie die Mahlzeiten zu einem Familienereignis und vermeiden Sie hierbei Machtkämpfe und Stress.    
  • Bedenken Sie, dass Kinder auch beim Essen das nachahmen, was sie bei den "Großen" sehen und gute wie auch schlechte Gewohnheiten übernehmen, die sie oft ein Leben lang beibehalten.
 

Bestimmte Lebensmittel vermeiden

Das sollte im ersten Lebensjahr noch nicht auf dem Speiseplan stehen:

  • Kleine, harte Lebensmittel, wie zum Beispiel Nüsse oder rohe Gemüsestückchen, sowie glatte, runde Produkte wie Johannisbeeren, Trauben oder Oliven. Sie können beim Verschlucken in die Luftröhre gelangen.    
  • Lebensmittel wie Kohl, Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Lauch, die zu unerwünschten Blähungen führen können.    
  • Kurz gebratene Fleisch- und Geflügelprodukte, um einer Salmonelleninfektion vorzubeugen.    
  • Fettes Fleisch, Wurst, in Fett Gebackenes, da diese Speisen für Babys schwer verdaulich sind.    
  • Stark gesalzene und stark gewürzte Speisen.    
  • Rohes Getreide, da es ebenfalls schwer verdaulich ist und unerwünschte Keime enthalten kann.    
  • Reiner Bienenhonig. Auf diesen sollte im ersten Lebensjahr wegen der Gefahr des sogenannten Säuglingsbotulismus verzichtet werden. Bienenhonig kann Keime eines bestimmten Bakteriums enthalten, die sich bei Kindern in diesem Alter im Darm ansiedeln und dort ein gefährliches Gift bilden können. Unbedenklich ist Honig in Fertigprodukten, da diese Keime durch die ausreichende Erhitzung bei der Herstellung abgetötet werden.    
  • Nicht raffinierte, kaltgepresste Öle. Bei der Raffination werden unerwünschte Stoffe zum Beispiel Schadstoffe wie Schwermetalle, Schädlingsbekämpfungsmittel, Schimmelpilzgifte vermindert beziehungsweise komplett entfernt.    
  • Zusätzliche Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurts, Dickmilch oder Fruchtquark. Sie sind meist mit Zucker versetzt und fördern die Entwicklung von Karies.
 

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe zur Vorbeugung

Vitamin K: Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung. Zu wenig Vitamin K kann deshalb zu einer erhöhten Blutungsneigung und zu gefährlichen Hirnblutungen führen. Da Säuglinge häufig einen Vitamin-K-Mangel haben, derhält Ihr Kind zur Vorbeugung solcher gefährlicher Blutungen in der Regel bei den ersten drei Früherkennungsuntersuchungen jeweils 2 mg Vitamin K als Tropfen. Dabei ist es wichtig, dass es alle drei Gaben erhält.  Vitamin D: Das Vitamin ist für die Knochenbildung wichtig und den überwiegenden Teil davon bildet der Körper unter Einfluss des Sonnenlichtes selbst. Säuglinge sind hierzu jedoch noch nicht in ausreichendem Maße in der Lage und auch die Muttermilch enthält nicht genügend

Vitamin D: Deshalb erhält Ihr Kind bis zum zweiten erlebten Frühsommer - das heißt je nach Geburtszeitpunkt über einen Zeitraum von ein bis eineinhalb Jahren - zusätzlich täglich 400-500 Einheiten (IE) Vitamin D. Bei nur unzureichender Sonnenlichteinstrahlung wird empfohlen, ab dem zweiten Lebensjahr und über das gesamte Kindes- und Jugendalter hinweg die Ernährung mit täglich 400 IE Vitamin D zu ergänzen.

Dies ist wichtig zur Vorbeugung von Rachitis, einer Erkrankung, bei der die Knochensubstanz erweicht und sich in der Folge das Skelett verformt.

Für Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm wird in den ersten Lebensmonaten eine tägliche Zufuhr von 800-1000 IE Vitamin D empfohlen.

Fluorid: Fluorid ist ein natürlich vorkommendes Spurenemlement. Fluoride machen den Zahnschmelz - die äußere Schicht des Zahnes - widerstandsfähiger gegen die Säuren der Kariesbakterien.

Kinderärzte und Kinderärztinnen empfehlen deshalb, Babys zur Vorbeugung von Karies bereits vor Durchbruch der ersten Zähne Fluorid zu geben - anfangs zusammen mit Vitamin D.

Zahnärzte raten dagegen, auf Fluorid in Tablettenform zu verzichten und stattdessen ab den ersten Milchzähnchen eine fluoridierte Kinderzahnpasta zu verwenden.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, wie Sie am besten sicherstellen, dass Ihr Kind Fluorid in genügendem Maße erhält.