Einführung der Beikost
Die Beikost spielt für die optimale Ernährung und das weitere Gedeihen des Babys eine wichtige Rolle. Nach und nach ersetzen die Breie eine Milchmahlzeit.
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Frühestens ab Beginn des fünften und spätestens ab dem siebten Monat sollten Sie den Speiseplan Ihres Babys erweitern und die Milchmahlzeiten schrittweise durch die sogenannte Beikost ersetzen. Das Baby ist nun so weit so weit gewachsen, dass Muttermilch oder Säuglingsmilch allein ihm meist nicht mehr genügend Energie und Nährstoffe liefert, vor allem Eisen.Manche Kinder mit einer Behinderung oder einer Erkrankung, zum Beispiel mit einem Herzfehler, brauchen mehr Energie oder häufigere, kleinere Mahlzeiten. In manchen Fällen kann es auch nötig sein, früher "zuzufüttern". Dies werden die behandelnden Ärzte oder Ärztinnen aber ausdrücklich mit Ihnen besprechen. Auch nach Einführung der Beikost sollte weiterhin gestillt werden.
Auch wenn Ihr Kind Probleme beim Schlucken hat, sollen Sie es ermutigen, kleinere Stücke fester Nahrung zu essen. Was Art und Menge der Beikost angeht sollten Sie sich allerdings von Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder von Selbsthilfegruppen beraten lassen.
Als Beikost wird alles bezeichnet, was Babys außer Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung bekommen, zum Beispiel Gemüse, Obst, Kartoffeln, Butter, Öl, Fleisch und Getreide sowie die daraus hergestellten Breie. Jedes der genannten Nahrungsmittel erfüllt eine wichtige Aufgabe bei der Versorgung des Babys und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Ernährungsplan eingeführt. So ist zum Beispiel die regelmäßige Zugabe von Fleisch im Säuglings- und Kleinkindalter wichtig, um Ihr Kind ausreichend mit Eisen zu versorgen. Die früher häufig empfohlene Zugabe von einem Eigelb pro Woche ist jedoch nach heutigen Erkenntnissen nicht mehr empfehlenswert.
Sie können Ihrem Kind selbstzubereitete wie auch industriell hergestellte Breie als Beikost füttern. Beide sind gleichwertige Möglichkeiten. Solange Ihr Kind keine großen Portionen braucht, ist Gemüse aus dem Gläschen allerdings ganz praktisch. Fertigbreie aus dem Handel enthalten jedoch oft Gewürze und Fleischbrühe. Eine Umgewöhnung auf selbstgekochte Breie ohne Gewürze kann dann durch den etwas veränderten Geschmack erschwert werden. Achten Sie deshalb auf die Zutatenliste der Produkte:
Vorteil der Selbstzubereitung ist: Sie können für eine größere geschmackliche Vielfalt sorgen als mit Fertigprodukten. So kann sich Ihr Baby schon früh an eine breitere Palette von Geschmack und "Mundgefühl " gewöhnen. Studien zufolge kann eine frühe Vielfalt in der Ernährung dazu beitragen, dass Kinder neue Lebensmittel leichter annehmen. Die Zubereitung sollte am besten immer frisch erfolgen.
Breimahlzeiten in Form von Trinkbreien, wie sie im Handel unter anderem als Trink-Mahlzeit, Trinkbrei oder Gutenacht-Fläschchen angeboten werden, sind nicht zu empfehlen, erst recht nicht als Einschlafhilfe. Sie führen leicht zur Überfütterung und fördern die Entstehung von Nuckelflaschenkaries.
Die Einführung der Beikost beginnt meist zwischen dem 5. und 7. Monat.
Abwechslung in den verwendeten Beikostzutaten sind erwünscht (zum Beispiel verschiedene Gemüsesorten), ebenso kleine Mengen Nudeln bzw. andere Getreideprodukte, bevorzugt Weizen; gelegentlich auch Fisch anstelle von Fleisch.
Am Ende des ersten Monats der Breieinführung sollte eine ganze Milchmahlzeit mittags durch diesen Brei ersetzt sein. Wenn das Baby die ganze Breimenge schafft, braucht es nach dem Brei keine zusätzliche Milch mehr.
TIPP: Selbst hergestellter Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei kann zur Bevorratung auch eingefroren werden.
Hinweis: Bei Fertigbreien sollte fünfmal in der Woche Fleisch im Brei enthalten sein, da der Fleischgehalt in industriellen Gläschenbreien in der Regel niedrig ist.
Etwa einen Monat nach Einführung des ersten Breis wird abends oder nachmittags eine weitere Milchmahlzeit durch einen Vollmilch-Getreide-Brei ersetzt, dem vitaminreicher Obstsaft oder Obstpüree zugefügt wird.
Der Zusatz von Jod in Form von Kaliumjodid oder Kaliumjodat ist allerdings von Vorteil. Milchfertigbreie sollten nicht mit Milch, sondern mit Wasser zubereitet werden.
Der milchfreie Getreide-Obst-Brei wird - etwa einen Monat nach Einführung des zweiten Breis - bevorzugt nachmittags gegeben.
Im Handel sind fertige milchfreie Vollkorn-Obst-Breie im Gläschen erhältlich. Achten Sie auch bei diesem Brei darauf, dass die Zusammensetzung dem selbstzubereiteten Brei möglichst ähnlich ist und die Breie keine Milchprodukte enthalten. Sollte kein Fett in den Gläschen enthalten sein, fügen Sie dieses dazu. Achten Sie auch darauf, dass möglichst Vollkorngetreide enthalten ist.
Wenn Sie als Vegetarier auch Ihr Kind vegetarisch ernähren möchten, sollten Sie sich genau über die notwendige Lebensmittelauswahl informieren. Dies ist wichtig, damit Ihr Kind alle Nährstoffe, die für sein Wachstum notwendig sind, in ausreichender Menge erhält. Vor allem die Versorgung mit Eisen bedarf der besonderen Aufmerksamkeit.
Bei vegetarischer Ernährung gelten im ersten Lebensjahr grundsätzlich die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für nicht vegetarisch ernährte Säuglinge. Als Ersatz für den empfohlenen fleischhaltigen Brei kann ein vegetarischer Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei mit Zugabe von einem Vitamin-C-reichen Saft oder Obstpüree gegeben werden.
Auch nach Einführung der Beikost sollten Sie Ihr Kind so lange weiterstillen, wie Sie beide es möchten. So können Sie es beispielsweise morgens gerne stillen. Wenn Sie nicht mehr stillen, können Sie ihm stattdessen eine Flasche Säuglingsmilchnahrung anbieten.
Andere Milchprodukte, wie Quark oder Früchtejoghurt, sollten im ersten Lebensjahr ebenfalls noch nicht gefüttert werden.
Orientierungshilfe für Eltern bei der Auswahl geeigneter Babynahrung. Produktsuche nach bestimmten Suchkriterien wie Mahlzeitentyp, Zutaten, Marken.
verbraucherfenster.hessen FKE / HMUELV| 16.03.2012Verständliche Empfehlungen und leicht umsetzbare Tipps für Familien und Fachleute zur Ernährung von Säuglingen und zur Vorbeugung von Allergien.
gesundinsleben.de BMELV / aid infodienst | 16.03.2012Übersichtliche und leicht verständliche Infos über die Ernährung im ersten Lebensjahr mit vielen praktischen Tipps. 6 Seiten.
dgkj.de DGKJ| 16.03.2012Stellungnahme der Ernährungskommission, u.a. zu den mit den Trink-Mahlzeiten und deren Vermarktung verbundenen Risiken für die Gesundheit des Kindes.
dgkj.de DGKJ| PDF 03.04.2012
Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen. Beides ist möglich.
Grundsätzlich ist es nicht schwer, Beikost selbst zuzubereiten. Das geht relativ schnell, ist preiswert und Sie brauchen nur wenige verschiedene Lebensmittel, die es überall zu kaufen gibt, auch in Bioläden. Sie können Breie vorkochen oder einfrieren. Vorteil: Sie entscheiden über die Auswahl und Anzahl der Zutaten selbst und können für eine größere geschmackliche Vielfalt sorgen als mit Fertiggerichten. Wichtig bei der eigenen Zubereitung ist, die Breie nicht mit Salz, Zucker oder anderen Gewürzen schmackhafter zu machen.
Im Fertigangebot für Säuglinge finden Eltern heute alles, was ihre Kinder essen sollen und können. Sie sind praktisch schadstofffrei und unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Die Breie im Gläschen oder Milchfertigbreie in der Packung sind im Nährwert und in der Verträglichkeit auf die altersgerechten Bedürfnisse der Säuglinge genau abgestimmt. Beachten Sie hierzu unbedingt die Altersangaben, ab wann welches Produkt geeignet ist.
Die Verwendung von Fertigprodukten spart Zeit und macht weniger Arbeit. Allerdings sollten Sie bei einem fertigen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei sorgfältig die Zusammensetzung prüfen. Sie sollte ähnlich wie das Rezept zur Selbstzubereitung nur wenige Lebenmittelzutaten und keine Süßstoffe, kein Salz und Aromen enthalten. Wenn der Brei kein Fett enthält, sollten Sie es in der entsprechenden Menge ergänzen.
Fertigbreie sollten grundsätzlich zuckerfrei sein. Achten Sie beim Zutatenverzeichnis deshalb auf die Begriffe Saccharose, Dextrose, Maltodextrin, Honig, Glucose, Glucosesirup, Sirup, Dicksaft oder Fruchtmark. Auch dahinter verbirgt sich Zucker.
Das beste Essen für Babys
Cremer, Monika
Ernährung von Säuglingen
Rösch, Ruth
Von Anfang an mit Spaß dabei - Essen und Trinken für kleine Kinder
Fellmeth, Sigrid
Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen
Kersting, Mathilde / Alexy, Ute