Hygiene rund um die Muttermilch

Für die Pflege der Brust empfiehlt sich einfach klares Wasser. Im Umgang mit abgepumpter Muttermilch sind dagegen einige Hinweise zu Hygiene und Aufbewahrung empfohlen.

Pflege der Brust

Zur Brustpflege während der Stillzeit empfiehlt es sich, die Brust lediglich täglich mit klarem Wasser abzuwaschen. Waschlotionen und Seifen trocknen die Haut nur unnötig aus. Nach dem Stillen ist es gut, die Feuchtigkeit aus Milch und Speichel antrocknen zu lassen, da Muttermilch desinfizierend wirkt. Wenn Sie sich damit wohler fühlen, können Sie Still-BH und Stilleinlagen verwenden, sie sind aber kein Muss. Manchmal fließt am Anfang etwas Milch ungewollt aus der Brust aus. Hier kann der leichte Druck durch die Stilleinlagen bremsend wirken.

Hygiene im Umgang mit abgepumpter Muttermilch

Wenn Sie stillen und sich einmal eine „Auszeit“ – zum Beispiel für einen Kinobesuch – gönnen möchten, können Sie zuvor Milch abpumpen. Der Vater oder eine gute Freundin kann dann dem Kind zu gegebener Zeit die Milch in der Flasche geben. Auch wenn Sie wieder berufstätig sind, aber keine Möglichkeit haben, Ihr Kind während der Arbeitszeit direkt zu stillen, können Sie die Zeit mit abgepumpter Milch überbrücken. Vielleicht möchten Sie Ihr Kind aber auch während seines Aufenthalts in der Kita oder in der Kindertagespflege mit Muttermilch ernähren. Milchpumpen können Sie in der Regel in allen Apotheken ausleihen oder kaufen.

Um die Qualität der Muttermilch zu erhalten, ist eine sorgfältige Hygiene unerlässlich. Ausführliche Hinweise hierzu, insbesondere im Hinblick auf die Muttermilchgabe in der Kita oder Kindertagespflege, bieten entsprechende Merkblätter des Bundesinstituts für Risikobewertung und der Nationalen Stillkommission. 

In jedem Fall sollten Sie unbedingt auf diese Punkte achten:

  • Füllen Sie die Milch gleich im Anschluss an das Abpumpen in ein sauberes Gefäß und lagern Sie sie am besten im Kühlschrank oder in der Tiefkühltruhe beziehungsweise in einem Tiefkühlfach.
  • Im Kühlschrank hält sich Muttermilch bei einer Temperatur unterhalb von +5° Celsius bis zu 72 Stunden. Die Flaschen sollten aber im kältesten Bereich des Kühlschranks stehen (an der Hinterwand nahe dem Kühlaggregat).
  • Tiefgefroren können Sie die Milch bis zu sechs Monate (bei -18 bis -40° C) lagern. Sie sollte dann aber schonend und langsam über Nacht im Kühlschrank oder unter fließendem warmem Wasser bzw. im Flaschenwärmer mit Warmluft aufgetaut werden. Nach dem Öffnen des Gefäßes muss aufgetaute Milch innerhalb von zwölf Stunden verbraucht werden und darf nicht wieder eingefroren werden. Ungeöffnet kann aufgetaute Milch bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Ohne Kühlung hält sich abgepumpte Milch nur sechs bis acht Stunden und sollte dann umgehend verfüttert werden.
  • Die Milch sollte wegen der ungleichmäßigen Erhitzung keinesfalls in der Mikrowelle erwärmt werden. Empfehlenswert ist es, die Milch vor dem Füttern unter fließendem warmem Wasser oder im Flaschenwärmer mit Warmluft auf Trinktemperatur zu erwärmen (37° Celsius).
  • Aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren, einmal aufgewärmte Milch nicht weiterverwendet werden. Reste werden weggeschüttet.

Achten Sie darauf, dass alle Teile der Milchpumpe, die mit Ihrer Brust und Ihrer Muttermilch in Berührung kommen, vor dem Abpumpen abgekocht oder auf andere Weise steril gemacht wurden. Eine sorgfältige Reinigung der Flaschen, Deckel und Sauger sollte ebenfalls selbstverständlich sein. Ihre Hände brauchen Sie nicht zu sterilisieren, gründliches Waschen reicht hier. (Stand: 08.07.2014)

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