Wie Sie erfolgreich Kopfläuse behandeln

Link zur Seite: Kopfläuse behandeln | © iStockphoto

© iStockphoto

Wenn Ihr Kind Kopfläuse hat, ist das kein Grund zu Panik. Behandeln Sie Ihr Kind rasch und sorgfältig, dann sind Sie die Läuse auch schnell wieder los.

Auskämmen der Haare mit einem Läusekamm © iStockphoto
© iStockphoto

Kopfläuse werden am zuverlässigsten beseitigt, wenn Sie in doppelter Weise gegen sie vorgehen:

  • ein geeignetes Mittel gegen Kopfläuse anwenden und
  • die Haare mit einem Läusekamm nass auskämmen.

Dabei ist es mit einer einmaligen Behandlung leider nicht getan: Das Läusemittel muss nach 8 bis 10 Tagen erneut angewandt werden; das Auskämmen steht zwei Wochen lang alle vier Tage auf dem Programm.

Das Ganze kostet natürlich Zeit und verlangt auch Ihrem Kind einiges ab: Es muss geduldig sein, längere Zeit still sitzen, das Mittel während der Einwirkzeit auf dem Kopf ertragen, beim Auskämmen unter Umständen auch ein Rupfen und Ziehen in den Haaren aushalten - und dies nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals. Doch die Mühe lohnt sich. Denn Sie können davon ausgehen, dass Sie die Plagegeister auf diese Weise mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch wirklich loswerden.

Tipp: Überlegen Sie doch, wie Sie Ihrem Kind die Prozedur erleichtern können - vielleicht kann ja jemand eine Geschichte vorlesen, so lange die Behandlung dauert, oder es kann eine CD hören, die ihm die Zeit verkürzt.

Im Folgenden einige Details zu den einzelnen Behandlungsschritten:

Behandlung mit einem zugelassenen Mittel gegen Kopfläuse

Für die Behandlung von Kopfläusen geeignete Mittel bekommen Sie in Ihrer Apotheke. Wenn Sie über ein Rezept Ihrer Kinderärztin oder Ihres Kinderarztes verfügen, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für das Mittel.

Gehen Sie bei der Anwendung des Mittels immer streng nach Gebrauchsanweisung vor, da sonst der Erfolg der Behandlung gefährdet ist.

Anwendungsfehler, die den Erfolg der Behandlung von Kopfläusen beeinträchtigen können, sind zum Beispiel

  • das Mittel wurde zu früh wieder ausgewaschen (zu kurze Einwirkzeit),
  • es wurde zu wenig von dem Mittel aufgetragen, so dass nicht alle Haare vollständig bedeckt waren,
  • nach Auftragen des Mittels wurde ein Handtuch um den Kopf gebunden, das das Mittel teilweise aufgesaugt hat,
  • das Mittel wurde nicht gleichmäßig auf dem ganzen Kopf verteilt,
  • das Haar war zu nass, so dass das Mittel zu sehr verdünnt wurde.

An Tag 8, 9 oder 10 nach der Erstbehandlung (= Tag 1) muss unbedingt erneut mit Läusemittel behandelt werden. Dies gilt für alle Läusemittel - auch wenn es in der Gebrauchsanweisung vereinzelt anders angegeben ist.

Diese zweite Behandlung ist bei Kopfläusen unbedingt notwendig, weil die meisten zugelassenen Läusemittel zwar sehr gut gegen erwachsene Läuse und Läuselarven wirken, aber leider nicht oder nur eingeschränkt gegen die Läuseeier. Deshalb können an den Tagen nach der ersten Behandlung mit Läusemittel noch Larven nachschlüpfen. Diese werden dann bei der zweiten Behandlung vernichtet.

Nasses Auskämmen mit Pflegespülung und einem Läusekamm

Um ganz sicher zu gehen, sollten die Haare zusätzlich nass ausgekämmt werden. Kämmen Sie direkt nach der Behandlung mit Läusemittel zum ersten Mal aus und dann über zwei Wochen alle vier Tage.

Gehen Sie beim nassen Auskämmen wie folgt vor:

  • Tragen Sie eine handelsübliche Haarpflegespülung auf (nicht ausspülen). Sie erleichtert das Auskämmen und hindert die Kopfläuse am Weglaufen.
  • Kämmen Sie das feuchte Haar sorgfältig Strähne für Strähne mit einem Läusekamm vom Ansatz bis in die Haarspitzen aus. Gehen Sie hierbei äußerst sorgfältig vor (das Auskämmen dauert mindestens eine halbe Stunde, bei längerem oder dickerem Haar auch länger).
  • Streichen Sie den Kamm nach jedem Durchkämmen auf einem Küchenpapier aus. Wenn Sie darauf Larven oder Kopfläuse finden, kämmen Sie dieselbe Strähne noch einmal aus.

Läusekämme sind spezielle Kämme mit sehr eng beieinander liegenden Zinken, die deshalb sehr gut dafür geeignet sind, Kopfläuse, Larven und Nissen zu erfassen. Sie bekommen solche Kämme in Ihrer Apotheke.

Wichtig bei der Behandlung von Kopfläusen: Alles zur richtigen Zeit

Für eine erfolgreiche Behandlung der Kopfläuse ist es wichtig, dass alle Behandlungsschritte zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden, der den Entwicklungszyklus von Kopfläusen berücksichtigt. Denn nur dann kann man sicher sein, dass nicht nur die ausgewachsenen Kopfläuse, sondern auch die später geschlüpften Larven entfernt werden.

Gehen Sie deshalb nach folgendem Behandlungsschema vor:

  • Tag 1 (Tag der Entdeckung der Kopfläuse): Behandlung mit Läusemittel und anschließend nasses Auskämmen (s.o.).
  • Tag 5: Nasses Auskämmen, um früh geschlüpfte Larven zu entfernen.
  • Tag 8, 9 oder 10: Zweite Behandlung mit Läusemittel, um spät geschlüpfte Larven abzutöten; anschließend nasses Auskämmen.
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen.
  • Tag 17: Eventuell letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen (insbesondere wenn der Befall sehr stark war).

Dieses Behandlungsschema können Sie sich als Tabelle zum Ankreuzen herunterladen und ausdrucken. Das erleichtert die lückenlose Durchführung der Behandlung der Kopfläuse.

Wann bei Kopfläusen ärztlicher Rat eingeholt werden sollte

In der Regel können Sie die Behandlung der Kopfläuse selbst durchführen. Es gibt jedoch einige Fälle, in denen Sie zunächst ärztlichen Rat einholen sollten:

  • Bei Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter, da nicht alle Mittel für sehr kleine Kinder geeignet sind. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen ein geeignetes Mittel empfehlen bzw. verschreiben.
  • Bei Erkrankungen der Kopfhaut oder wundgekratzten Stellen.
  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Bei einer Chrysanthemenallergie oder dem seltenen MCS-Syndrom (multiple chemical sensivity, mehrfache Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen). Wenden Sie in diesem Fall entweder ausschließlich die Methode des nassen Auskämmens an oder fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob es Läusemittel gibt, die Sie bedenkenlos anwenden dürfen.