Die richtige Schlafumgebung für das Baby

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Die Schlafumgebung ist wichtig für einen guten Schlaf. Forschungen zeigen, dass sie ein wesentlicher Faktor zur Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes ist.

Schlafendes Baby in Gitterbett © Corbis Images
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Sicher schlafen - immer in Rückenlage

Legen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr zum Schlafen immer auf den Rücken! In dieser Schlafposition kann es am besten atmen. Und seit Eltern davon abgeraten wird, ihr Baby in Bauchlage schlafen zu lassen, ist die Zahl der Fälle von Plötzlichem Säuglingstod deutlich zurückgegangen.

Aber auch von der Seitenlage als Schlafposition wird mittlerweile abgeraten. Sie birgt ebenfalls ein höheres Risiko und es besteht außerdem die Gefahr, dass das Baby auf den Bauch rollt. Und keine Angst: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Gefahr, an Erbrochenem zu ersticken, in Rückenlage nicht höher ist als in Bauch- oder Seitenlage.

Selbstverständlich sollten Sie Ihr Kind aber tagsüber, wenn es wach ist, immer wieder auf den Bauch legen - das kräftigt die Nacken- und Rückenmuskulatur und bringt Ihrem Baby außerdem ein wenig Abwechslung in seinen Blick auf die Welt.

Wiege, Stubenwagen oder Hängematte - geborgen und sicher

In den ersten Lebenswochen und -monaten ist ein Neugeborenes in einer Wiege oder einem Stubenwagen bestens aufgehoben. Weil der Schlafplatz nicht zu groß ist, fühlt es sich eingehüllt und geborgen. Wer von Anfang an ein Gitterbett verwenden möchte, kann das Bettchen optisch begrenzen, damit sich das Baby nicht verloren vorkommt. Zum Beispiel gibt es im Fachhandel hierfür einen Kurzhimmel, der nur bis zu den Gitterstäben reicht und dazu eine Art Nestchen aus einer sehr dünnen Stofflage, die an den Gitterstäben und unter der Matratze sicher befestigt wird. Keinesfalls sollte das Bettchen mit weichen oder plustrigen Materialien verkleinert werden, in denen das Baby mit dem Gesicht versinken kann oder die einen Wärmestau verursachen könnten.

Bereits unsere Vorfahren wussten, dass Wiegen beruhigend wirkt und sich positiv auf den kindlichen Schlaf auswirkt. Inzwischen weiß man, dass sanftes rhythmisches Bewegen der gesamten Entwicklung von Kindern gut tut - ein Argument für die gute alte Babywiege. Eine andere Möglichkeit, Ihr Kind sanft in den Schlaf zu wiegen, ist eine Babyhängematte. Sollten Sie sich für diese Möglichkeit entscheiden, informieren Sie sich bitte genau, welche Art von Hängematten für diesen Zweck geeignet ist.

Ganz gleich, wofür Sie sich entscheiden - wichtig ist, dass der Schlafplatz sicher ist und genügend Platz für eine ausreichende Luftzirkulation bietet. Deshalb wird auch grundsätzlich davon abgeraten, Säuglinge dauerhaft im Kinderwagen oder in einer Tragetasche schlafen zu lassen.

Gut gebettet - im Schlafsack, ohne Kissen, Nestchen und Felle

Was die Ausstattung des Schlafplatzes betrifft, gilt: Je weniger desto besser. Beachten Sie deshalb folgende Punkte:

  • In den ersten zwölf Lebensmonaten benötigt Ihr Baby überhaupt kein Kissen und es sollte aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet werden; später können Sie ihm ein ganz flaches Kissen ins Bettchen legen, in das sein Kopf nicht einsinken kann. So vermeiden Sie, dass es zu Überwärmung oder zu einem gefährlichen Atemrückstau kommen kann (das Baby atmet seine eigene Atemluft wieder ein).
  • Statt einer Zudecke empfiehlt sich ein Schlafsack. So entsteht gar nicht erst die Gefahr, dass das Baby unter die Decke rutscht. Außerdem kann sich das Kind in der Nacht nicht freistrampeln. Beim Schlafsack sollten Sie darauf achten, dass der Halsumfang nicht größer ist als der Kopf des Kindes, damit es nicht hineinrutschen kann. Die richtige Länge des Schlafsacks berechnet sich aus der Körpergröße minus der Kopfhöhe des Kindes plus zehn bis 15 cm zum Wachsen und Strampeln. Der Schlafsack sollte vor allem nicht zu breit sein, damit sich das Kind nicht darin verwickelt.
  • Wenn Sie eine Decke verwenden, dann sollte auch diese möglichst flach sein. Schlagen Sie die Decke am Fußende unter die Matratze und decken Sie das Kind nur bis zur Brust zu. Achten Sie darauf, dass Sie das Kind so in sein Bettchen legen, dass es mit den Füßen an den unteren Bettrand anstößt. So ist die Gefahr geringer, dass es mit dem Kopf unter die Decke gerät.
  • Auch wenn man es seinem Baby gerne so kuschelig wie möglich machen möchte: Nestchen und Schaffelle haben im Babybett nichts zu suchen. Sie können zu Überwärmung oder einem gefährlichen Atemrückstau führen. Auch Heizkissen und Wärmflaschen gehören nicht ins Babybett. Neben der Gefahr der Überwärmung können sie auch lebensbedrohliche Verbrühungen verursachen.

Nicht zu dick angezogen - so schläft es sich am besten

Säuglinge mögen es lieber etwas kühler und laufen schnell Gefahr, sich zu überwärmen. Ziehen Sie Ihrem Kind deshalb grundsätzlich nicht zu viel oder zu dicke Kleidung an! Beim Schlafen genügt eine Windel, Unterwäsche und ein Schlafanzug; im Sommer sogar weniger. Auch wenn das Kind krank ist und Fieber hat, genügt im Bett eher weniger Kleidung - niemals mehr.

Ziehen Sie Ihrem Kind zu Hause und vor allem im Bett niemals ein Mützchen auf. Denn wenn ihm zu warm ist, gibt es über den Kopf die überschüssige Wärme ab.

Ob es Ihrem Kind zu warm oder zu kalt ist, prüfen Sie am besten im Nacken des Kindes. Sollten Sie feststellen, dass Ihrem Baby zu warm ist, zögern Sie nicht, auch das schlafende Kind umzuziehen. Händchen und Füßchen sind bei Babys übrigens oft kühl, ohne dass es ihnen insgesamt zu kalt wäre. Das ist völlig normal. Außerdem können Sie sicher sein, dass sich Ihr Kind lautstark beschwert, wenn ihm zu kalt ist. Ist ihm hingegen zu warm, schläft es in der Regel einfach weiter.

Das Babybett - Qualität und Sicherheit haben Vorrang

Je nachdem, wie groß das Kind ist und wie schnell es wächst, werden Stubenwagen und Wiege nach spätestens sechs Monaten zu klein. Dann ist es Zeit, auf ein Bettchen umzusteigen.

Ein gutes Babybett muss nicht unbedingt teuer sein und kann auch gebraucht günstig erworben werden. In jedem Fall aber sollte es allen Sicherheitsanforderungen genügen und zum Beispiel keine überstehenden Teile, scharfe oder spitze Kanten und Ecken aufweisen, an denen sich das Baby verletzen könnte.

Am besten ist es, wenn Sie die Matratze gleich zusammen mit dem Bettchen kaufen - dann können Sie sich davon überzeugen, dass sie optimal in das Bett hineinpasst und nicht hin- und herrutschen kann. Beim Kauf eines gebrauchten Bettchens empfiehlt es sich, die Matratze neu zu kaufen. Die Matratze sollte nicht dicker als zehn Zentimeter und eher fest sein: Beim Liegen sollte das Kind nicht mehr als zwei Zentimeter einsinken.

Erkundigen Sie sich beim Kauf der Matratze nach Rückständen von Flammschutzmitteln, Weichmachern, Lösungsmitteln usw. Matratzen werden auch von Verbrauchermagazinen und Verbraucherschutzorganisationen immer wieder auf Schadstoffbelastung geprüft. Informieren Sie sich.

Auch gibt es mittlerweile Matratzen speziell für allergiegefährdete Kinder.

Im Elternschlafzimmer bestens aufgehoben - selbstverständlich rauchfrei!

Im ersten Lebensjahr sollte das Babybett im Elternschlafzimmer aufgestellt werden. So ist das Kind in der Nacht ganz in Ihrer Nähe. Die gleichmäßigen Atemgeräusche der Eltern haben einen positiven Einfluss auf die Atemregulation des Babys und für stillende Mütter ist es außerdem sehr praktisch, wenn das Babybett direkt in Reichweite steht. Mittlerweile gibt es auch kleine Babybetten, die man regelrecht an das Elternbett "andocken" kann - so hat das Baby seinen eigenen Schlafplatz und ist Ihnen dennoch ganz nahe.

Stellen Sie das Babybett in jedem Fall so auf, dass das Kind nicht an Lampen, Steckdosen, Stromkabel oder Bilderrahmen kommt. Achten Sie darauf, dass es nicht am Heizkörper oder in der direkten Sonne steht. Ihr Kind sollte auch keiner Zugluft ausgesetzt sein - insbesondere nicht am Kopf.

Man kann es nicht oft genug betonen: Achten Sie auf eine rauchfreie Umgebung - nachts ebenso wie tagsüber! Ihr Kind sollte auf gar keinen Fall in einem Raum schlafen, in dem auch geraucht wird.

Die richtige Raumtemperatur zum Schlafen liegt bei 16° bis 18° Celsius. Wichtig ist außerdem, das Zimmer, in dem Ihr Kind schläft, regelmäßig für wenige Minuten bei geöffnetem Fenster zu lüften (kein Dauerlüften bei gekipptem Fenster).

Schlafen im Familienbett - nur mit sicheren Regeln

Manche Eltern möchten ihr Baby auch nachts ganz nah bei sich haben und mit ihm das Familienbett teilen. Einerseits kann das gemeinsame Bett das Stillen erleichtern, was für das kindliche Wohlbefinden wichtig ist. Andererseits deuten verschiedene Studien darauf hin, dass mit Schlafen im Familienbett ein erhöhtes Risiko des Plötzlichen Säuglingstodes verbunden ist. Dies gilt nachweislich dann, wenn ein Elternteil oder beide Raucher sind.

Wenn Sie Ihr Baby zum Schlafen mit zu sich ins Bett nehmen möchten, sollten einige "Sicherheitsregeln" unbedingt beachtet werden:

  • Das gemeinsame Familienbett bietet sich stillenden Müttern an, da es das Stillen erleichtert. Wenn das Baby Flaschennahrung erhält, sollte es besser in seinem eigenen Bettchen neben dem Elternbett schlafen.
  • Kein Erwachsener, der mit im Bett schläft, sollte Raucher sein.
  • Das gemeinsame Bett darf nicht zu schmal sein. Auch Wasserbetten und Sofas sind für das gemeinsame Schlafen nicht geeignet.
  • Lassen Sie Ihr Baby nicht allein in einem Erwachsenenbett schlafen.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Baby nicht aus dem Bett fallen oder zwischen Bett und Wand eingeklemmt werden kann. Achten Sie darauf, dass es auch nicht unter Decken oder Kissen rutschen kann.
  • Lassen Sie Ihr Baby nicht neben einer fremden Person oder neben einem größeren Kind schlafen.
  • Lassen Sie auf keinen Fall Haustiere mit im Bett schlafen.

Darüber hinaus gelten dieselben Sicherheitsvorkehrungen wie beim Schlafen im Babybett: immer in Rückenlage; am besten im Schlafsack, kein Kissen; feste, saubere Matratze; zu warme Kleidung vermeiden, kein Mützchen im Bett. Wenn Sie sich für ein gemeinsames Familienbett entschieden haben, sollten Sie in bestimmten Situationen auf keinen Fall Ihr Kind zu sich ins Bett nehmen, um seine Sicherheit nicht zu gefährden:

  • Wenn Sie oder ein anderer Erwachsener, der mit im Bett schläft, Alkohol getrunken, Drogen genommen oder Medikamente eingenommen hat, die besonders müde machen könnten.
  • Wenn Sie aus anderen Gründen besonders müde sind und das Ihre Reaktionsfähigkeit einschränken könnte. (Stand. 31.07.2015)