Häufige Probleme beim Stillen

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Auch wenn Stillen die natürlichste Sache der Welt ist, will es manchmal einfach nicht klappen. Doch Stillprobleme können oft einfach vermieden oder behoben werden.

Mutter tröstet weinendes Baby © iStockphoto
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Bei Stillbeginn ist Geduld gefragt

Stillen ist eine ganz natürliche Sache. Der Körper der Mutter ist durch das Hormonsystem bestens hierauf vorbereitet. Doch Aufregung und Unsicherheit genügen schon, um die Natur etwas durcheinanderzubringen, sodass es bei einigen Müttern nicht auf Anhieb mit dem Stillen klappt. Auch kann eine Behinderung des Babys Probleme beim Stillen bereiten. Lassen Sie sich nicht gleich entmutigen, denn meist braucht es nur etwas Geduld und Unterstützung durch Ihre Hebamme oder Stillberaterin.

Wenn die Milch einschießt

Nach der Vormilch (Kolostrum) folgt meist zwischen dem zweiten und vierten Tag die sogenannte Übergangsmilch. Das Einschießen dieser Milch macht sich oft mit einem Spannen in der Brust bemerkbar. Jetzt hilft das häufige Anlegen des Babys, was außerdem einem Milchstau vorbeugt. Sollte der Druck sehr groß sein, fragen Sie in der Klinik oder Ihre Hebamme um Rat. Gute Empfehlungen sind warme, feuchte Umschläge vor dem Anlegen, eine warme Dusche oder das Herausdrücken von etwas Milch mit der Hand.

Wunde Brustwarzen

Es ist normal, wenn die Brustwarzen in den ersten Tagen etwas wehtun. Die empfindliche Haut muss sich erst an die Beanspruchung gewöhnen. Wunde Brustwarzen dagegen können sehr schmerzhaft sein, und nicht selten sind sie der Grund dafür, weshalb Mütter viel zu früh abstillen.

Häufig liegen die Ursachen für wunde Brustwarzen in der Stillhaltung oder in der Stilltechnik. Deshalb ist es wichtig, dass sich Mütter gleich zu Beginn von der Hebamme oder Stillberaterin zeigen lassen, wie sie ihr Kind in verschiedenen Positionen richtig anlegen. So kann beispielsweise eine angespannte, unbequeme Haltung beim Stillen dazu führen, dass nicht genügend Milch fließt und das Baby ungeduldig an der Brustwarze zerrt. Auch eine falsche Lagerung des Kindes kann wunde Brustwarzen begünstigen. Die häufigste Ursache für wunde Brustwarzen ist das Ansaugen an der Brust, bei dem das Kind nur die Brustwarze statt den gesamten Vorhof einsaugt und daran zieht.

Überprüfen Sie Ihre Stillhaltung und die Saugtechnik Ihres Babys und lassen Sie sich gegebenenfalls helfen. Achten Sie vor allem auf die Lage Ihres Babys an der Brust. Mögliche Anlegefehler können sein:

  • das Kind hat nicht mit dem ganzen Körper Kontakt zu Ihnen,
  • der Kopf ist gedreht,
  • der Mund ist beim Anlegen nicht weit genug geöffnet,
  • das Kind hat nicht genug vom Brustwarzenvorhof erfasst,
  • das Kind ist in eine andere Lage gerutscht und die Stillposition ist nicht mehr entspannt.

Bis zur Besserung sollten Sie Ihr Kind pro Seite nur jeweils kurz, dafür aber häufiger anlegen. Lassen Sie Milchreste und Speichel des Babys gut an der Brust antrocknen. Zu Hause sollten Sie öfter einmal Luft an die Brust lassen. Bei kleinen Rissen helfen pflanzliche Salben und täglich mehrmaliges Baden der Brust in einer Tasse Salbeitee. Sollte kein Mittel wirken, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Manchmal liegt eine Pilzerkrankung (Soor) vor, die sich zwischen Brust und Baby wechselweise überträgt.

Milchstau

Wenn sich in den Milchgängen zu viel Milch befindet, spannt und schmerzt die Brust. Das Baby kann sie dann nur schwer absaugen. Manchmal spielt Stress Müttern diesen Streich. Nehmen Sie sich bei Milchstau vor allem Zeit und Ruhe mit Ihrem Baby. Legen Sie es öfter (ca. alle 1,5 bis 2 Stunden), aber nur kurz an und probieren Sie verschiedene Stillpositionen aus.

Schmerzt das Anlegen trotzdem sehr, sollten Sie die Brust nach dem Stillen etwa 20 Minuten lang kühlen. Geeignet sind kühle Umschläge, aber auch frische Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank,Tiefkühlerbsen im Beutel oder kalter Quark, den Sie auf ein Tuch oder auf Folie streichen, damit er nicht die Haut berührt. Was meist gut hilft: Mit der Hand die Brust ausstreichen oder die Milch mit einer guten Pumpe abpumpen. Wichtig ist, dass Sie alle Bewegungen vorsichtig, ohne zu reiben oder quetschen, durchführen. So vermeiden Sie, dass das empfindliche Brustgewebe Schaden nimmt. Folgende Maßnahmen sind ebenfalls hilfreich bei Milchstau:

  • Machen Sie vor dem Stillen fünf Minuten lang feuchte Wärmewickel. Bewährt haben sich unter anderem warme, kurz abgekochte Kohlblätter.
  • Auch eine warme Dusche oder ein Brustbad können die Milch zum Fließen bringen.
  • Mit der Hand die Brust ausstreichen oder die Milch mit einer guten Pumpe abpumpen helfen eigentlich immer.

Wenn Sie weiterhin beunruhigt sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. (Stand: 03.01.2014)