Frühe Hilfen – vernetzte Hilfe vor Ort

Vor allem Babys und Kleinkinder sind auf eine zuverlässige Fürsorge angewiesen. Wenn Eltern allein nicht weiterwissen, ist deshalb alltagsnahe Unterstützung gefragt.

Schwangere im Gespräch mit Hebamme
© Getty Images

Die ersten Lebenswochen eines Babys zehren meist besonders an den Kräften von Mutter und Vater. Eltern können hier leicht an ihre Grenzen stoßen – vor allem mit zunehmendem Schlafmangel oder wenn das Baby häufig und lange schreit.

Dies gilt umso mehr, wenn einer allein für das Baby da ist und den Alltag organisieren muss oder die Situation in der Familie aufgrund finanzieller Sorgen, Arbeitslosigkeit oder Krankheit ohnehin schon belastet ist.

Hintergrund und rechtlicher Rahmen

Vor dem Hintergrund gravierender Fälle von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung, aber auch steigender Kosten in der Kinder- und Jugendhilfe und veränderter Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen – von den akuten zu den chronischen Erkrankungen und den somatischen zu den psychischen Störungen – sind Frühe Hilfen seit geraumer Zeit ein vorrangiges gesellschaftspolitisches Anliegen. Mit dem Ziel, allen Kindern gleichermaßen die Chance auf eine gesunde Entwicklung zu bieten und sie so gut wie möglich vor Gefährdungen zu schützen, wurden Frühe Hilfen mit dem am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Kinderschutzgesetz erstmals gesetzlich verankert. Es bildet die Grundlage für die Bundesinitiative Frühe Hilfen. Unter anderem die Sozialgesetzbücher (SGB V, VIII und IX), landesgesetzliche Bestimmungen sowie Beschlüsse verschiedener Ministerkonferenzen und Vereinbarungen aus den Koalitionsverträgen 2005 und 2009 bieten weitere rechtliche Rahmenbedingungen.

Frühe Hilfen – Unterstützung von Anfang an

Frühe Hilfen sollen Eltern möglichst frühzeitig – das heißt bereits mit Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren eines Kindes – begleiten und darin unterstützen, dass sich das Kind gesund entwickeln und Risiken einer Gefährdung so gering wie möglich gehalten werden. Genutzt werden hierfür die Angebote und Maßnahmen aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendpflege, der Schwangerschaftsberatung und der Frühförderung, die in der Regel von allen Eltern genutzt werden. Die sich ergänzenden und aufeinander aufbauenden Unterstützungsangebote bilden ein multiprofessionelles Netzwerk Frühe Hilfen. Es soll ermöglichen, besondere Problemlagen und Belastungen und daraus möglicherweise resultierende Gefährdungen des Kindeswohls frühzeitig wahrnehmen und den betroffenen Eltern über die allgemeinen Hilfen hinaus spezifische Hilfen anbieten zu können.

Frühe Hilfen – lokal und regional

Frühe Hilfen bilden lokale und regionale Unterstützungssysteme, die Eltern und Kinder vor Ort unterstützen und begleiten. Sie zielen darauf ab, so der wissenschaftliche Beirat des NZFH in seiner Begriffsbestimmung von 2009, „Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Neben alltagspraktischer Unterstützung wollen Frühe Hilfen insbesondere einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Damit tragen sie maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe.“

Frühe Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern – Leitthema

„Frühe Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern“ war Schwerpunkt und Leitthema der im Oktober und November 2010 erschienenen Hefte des Bundesgesundheitsblattes. In den beiden Heften mit dem Untertitel „Interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit“ sind mehrere Beiträge von Autorinnen und Autoren aus den Reihen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) bzw. des Wissenschaftlichen Beirats und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erschienen, die nach wie vor Gültigkeit haben.

Die Beiträge befassen sich unter anderem mit der Gesundheitsförderung bei Kindern sowie mit Risikoscreenings, Zugangswegen und Kooperationsstrukturen Früher Hilfen und können unter den angegebenen Links als PDF heruntergeladen werden.

Teil 1, Bundesgesundheitsblatt Nr. 10/2010

In Teil 1 bildet die Vernetzung der verschiedenen Hilfesysteme aus Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Schwangerschaftsberatung und Frühförderung einen Schwerpunkt. Die Beiträge befassen sich unter anderem mit Zugangswegen und Kooperationsstrukturen Früher Hilfen.

Zugangswege zu hoch belasteten Familien über ausgewählte Akteure des Gesundheitssystems.
PDF fruehehilfen.de NZFH 25.07.2017

Ergebnisse einer explorativen Befragung von Modellprojekten Früher Hilfen von I. Renner (NZFH) im Bundesgesundheitsblatt 10/2010. 8 Seiten.

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Systeme Früher Hilfen: Gemeinsam geht’s besser!
PDF fruehehilfen.de NZFH 31.07.2017

Ergebnisse der bundesweiten Bestandsaufnahme bei Jugend- und Gesundheitsämtern. A. Sann (NZFH) und D. Landua (Dt. Inst. f. Urbanistik) im BGBL 10/2010. 12 Seiten.

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Risikoscreening als systematischer Zugang zu Frühen Hilfen (...)
PDF fruehehilfen.de NZFH 30.07.2017

Kinderschutz im Vorfeld? Artikel von Heinz Kindler (Nationales Zentrum Frühe Hilfen) im Bundesgesundheitsblatt 10/2010. 7 Seiten.

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Kinderschutz und Frühe Hilfen aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin
PDF fruehehilfen.de NZFH 30.07.2017

Artikel von Ute Thyen (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Lübeck, Wissenschaftlicher Beirat im NZFH) im Bundesgesundheitsblatt 10/2010. 10 Seiten.

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Bundesgesundheitsblatt Teil 1
Lesetipp Bundesgesundheitsblatt Teil 1

Frühe Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern. Interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit.
Das Heft 10/2010 gibt einen Überblick über den...

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Teil 2, Bundesgesundheitsblatt Nr. 11/2010

Teil 2 befasst sich unter anderem mit den Themen Gesundheitsförderung im frühen Kindesalter, elterliche Feinfühligkeit bei psychosozialen Belastungen und Familienhebammen und berichtet über Erfahrungen und Ergebnisse aus Modellprojekten.

Herausforderungen bei der Gesundheitsförderung im frühen Kindesalter
PDF fruehehilfen.de NZFH 30.07.2017

Artikel von E. Pott (Direktorin der BZgA), U. Fillinger (BZgA) und M. Paul (Leiterin des NZFH) im Bundesgesundheitsblatt 11/2010. 7 Seiten.

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Modellprojekt FrühStart – Evaluation der Familienhebammen in Sachsen-Anhalt
PDF fruehehilfen.de NZFH 25.07.2017

Artikel von G. M. Ayerle, C. Luderer, J. Behrens (Leitung Modellprojekt „FrühStart“) im Bundesgesundheitsblatt 11/2010. 8 Seiten.

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Elterliche Feinfühligkeit bei (...) psychosozialen Belastungen
PDF fruehehilfen.de NZFH 24.07.2017

Im Bundesgesundheitsblatt (11/2010) veröffentlichter Artikel von Andreas Eickhorst, Manfred Cierpka u. a. zu der explorativen Studie. 8 Seiten.

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Präventionsziel Kindergesundheit im Rahmen des Modellprojektes Pro Kind
PDF fruehehilfen.de NZFH 01.08.2017

Artikel von Tanja Jungmann (Projektleitung Modellprojekt „Pro Kind“) und andere im Bundesgesundheitsblatt 11/2010. 8 Seiten.

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Ergebnisse zur Wirksamkeit Früher Hilfen (STEEP-Projekt WiEge)
PDF fruehehilfen.de NZFH 29.06.2017

Bericht von Gerhard Suess (Projektleitung Modellprojekt „Wie Elternschaft gelingt“ WiEge) u. a. im Bundesgesundheitsblatt Nr. 11/2010. 7 Seiten.

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Bundesgesundheitsblatt Teil 2
Lesetipp Bundesgesundheitsblatt Teil 2

Frühe Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern. Interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit.
Das Heft 11/2010 befasst sich unter anderem...

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Das NZFH stellt die aufgeführten Beiträge aus dem Bundesgesundheitsblatt Nr. 10/2010 und 11/2010 mit freundlicher Genehmigung des Springer Medizin Verlags als PDF-Downloads zur Verfügung.

Weitere Linktipps

Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)
Website fruehehilfen.de NZFH 28.01.2018

Informationen u. a. zur Arbeit des Zentrums, über aktuelle Entwicklungen, Projekte, Akteurinnen und Akteure sowie Beratungsangebote und Forschungsergebnisse.

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Frühe Hilfen – Rechtliche Grundlagen
Artikel fruehehilfen.de NZFH 28.01.2018

Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu Frühen Hilfen, landesgesetzlichen Regelungen, Beschlüsse der Ministerkonferenzen und sonstigen Beschlüsse und Hintergründe.

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Was sind frühe Hilfen?
Artikel fruehehilfen.de NZFH 28.01.2018

Der wissenschaftliche Beirat des NZFH hat 2009 eine Begriffsbestimmung verabschiedet, die den derzeitigen Stand der Diskussion über Frühe Hilfen widerspiegelt.

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DVD „Guter Start in die Familie – Frühe Hilfen verstehen und verwirklichen”
Themenseite fruehehilfen.de NZFH 15.07.2018

Trailer, Infos und Bestellmöglichkeit für den Lehrfilm zur Aus- und Fortbildung von Fachkräften im Bereich Frühe Hilfen.

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Frühe Hilfen in Deutschland – Chancen und Herausforderungen
Website fruehehilfen.de NZFH 31.12.2017

Über den aktuellen Stand der Forschung zu den Frühen Hilfen in Deutschland informiert das Schwerpunktthema der Zeitschrift „Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz“ 10/2016.

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Frühe Hilfen – Forschung
Themenseite fruehehilfen.de NZFH 28.01.2018

Vom NZFH aufbereitete Forschungsergebnisse, Daten und Fakten zu Frühe Hilfen, u. a. Darstellung der in allen Bundesländern durchgeführten Modellprojekte und Ergebnisse.

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Publikationen, Dokumente und Online-Informationen zu Frühen Hilfen
Themenseite fruehehilfen.de NZFH 28.01.2018

Es gibt eine Vielzahl an Publikationen, Tagungsdokumentationen und Dokumenten zu Frühen Hilfen. Die Seite bietet eine Übersicht und Hinweise zu Bestellmöglichkeiten.

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Bundesinitiative Frühe Hilfen
Themenseite fruehehilfen.de NZFH 28.01.2018

Informationen u. a. zu Fördermitteln, kommunalen Netzwerken, Familienhebammen und anderen Zusatzqualifikationen, Forschung, Qualifizierung, Austausch und Transfer.

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Unterstützung für Familien von Anfang an – Information zur Bundesinitiative
PDF fruehehilfen.de NZFH 29.06.2017

Kurzdarstellung der Bundesinitiative wie auch der Frühen Hilfen selbst, der Aufgaben von Familienhebammen, sowie der Aufgaben des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen. 3 Seiten.

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