Krätze kommt von kratzen

Brennen der Haut und Juckreiz sind häufig erste Anzeichen von Krätze. Ein Befall gefährdet zwar nicht unmittelbar die Gesundheit, sollte aber rasch unter ärztlicher Obhut behandelt werden.

Die Krätze (medizinisch Skabies) ist eine in Europa eher sporadisch auftretende ansteckende Hautkrankheit, die durch die Krätzmilbe verursacht wird. In der Regel werden die Milben von Mensch zu Mensch übertragen, andere Wege (Tiere oder Gegenstände) sind sehr selten. Die Erkrankung ist nicht gesundheitsgefährdend, aber sehr unangenehm und lästig. Krätzmilben sind mit bloßem Auge kaum sichtbar. Sie graben sich in die obere Hautschicht des Menschen ein, bilden Gänge unter der Haut und legen dort Eier und auch Kot ab. Dadurch entstehen nach einiger Zeit, circa 2 bis 5 Wochen nach einer ersten Ansteckung, allergische Hautreaktionen. 

Die Haut reagiert unterschiedlich stark und an verschiedenen Orten

Meist fängt es mit Brennen der Haut und Juckreiz an. Die Haut reagiert mit stecknadelgroßen Bläschen, geröteten erhabenen Knötchen oder Pusteln. Zudem können sich die durch das Kratzen verletzten Hautstellen eitrig entzünden. Bei längerem Befall kann sich als Reaktion auf die Ausscheidungen der Milbe ein großflächiger allergischer Hautausschlag entwickeln. Die Krätzmilben befallen vor allem Zwischenräume von Fingern und Fußzehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch der behaarte Kopf, das Gesicht sowie Hand- und Fußflächen betroffen sein. 

Das Wichtigste: Den Arzt oder die Ärztin aufsuchen und direkten Hautkontakt zu anderen meiden

Bei Verdacht auf Krätze sollte umgehend ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden. Es stehen zur Behandlung der Krankheit gut und schnell wirksame Medikamente zur Verfügung, sogenannte Skabizide, die als Creme, Spray oder Salbe auf die Haut aufgetragen werden. 

Wenn Ihr Kind an Krätze erkrankt sein sollte, ist sorgfältige Hygiene oberste Pflicht. Insbesondere Unterwäsche, Bettwäsche, Handtücher und Kuscheltiere sind bei mindestens 60° C zu waschen. Sie können zudem antientzündlich wirkende Salben und rückfettende Cremes auftragen, um die Heilung der Haut zu unterstützen. 

Durch die vergleichsweise lange Zeit zwischen Befall und ersten Hautreaktionen ist eine Vorbeugung kaum möglich. Um andere und sich vor einer Übertragung zu schützen, ist es wichtig, dass Erkrankte vorübergehend den Kontakt zu anderen Menschen einschränken und den direkten Hautkontakt möglichst meiden. Erkrankte Kinder oder Begleitpersonen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas laut Infektionsschutzgesetz nicht besuchen oder dort tätig sein. Die Kita oder Schule müssen über eine Erkrankung oder den Verdacht einer Erkrankung an Krätze rasch informiert werden und benachrichtigen ihrerseits das Gesundheitsamt. (Stand: 24.02.2016)

 
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Den Erregersteckbrief „Krätze“ zu Übertragungswegen, Krankheitszeichen und Behandlung der Krätzmilben sowie ausführliche Hygienetipps finden Sie im Themenportal der BZgA      » www.infektionsschutz.de