Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

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Das 2007 gegründete Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) fungiert als Kompetenzzentrum und Koordinierungsstelle der Bundesinitiative Frühe Hilfen auf Bundesebene.

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Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) wurde 2007 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" eingerichtet. Übergeordnetes Ziel des NZFH ist es, Kinder durch eine möglichst wirksame Vernetzung von Hilfen des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe früher und besser vor Gefährdungen zu schützen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München sind gemeinsame Träger des NZFH.

Aufgabenschwerpunkte des NZFH

Die Aufgaben des NZFH wurden seit seiner Gründung über verschiedene Förderphasen sowie vor dem Hintergrund des zum 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes verschiedentlich erweitert. 

Wissensplattform

Ziel dieses Schwerpunktes ist es, Forschungslücken im Bereich der Frühen Hilfen zu schließen und bereits vorhandenes Wissen so aufzubereiten, dass es in der Praxis vor Ort genutzt werden kann. 

  • Beispiel für diesen Aufgabenschwerpunkt ist unter anderem die Evaluation von zehn Modellprojekten, die Bund und Länder im Rahmen des Aktionsprogramms Frühe Hilfen zwischen 2007 und 2010 in allen 16 Bundesländern durchgeführt haben. Zu den umfangreichen Ergebnissen gehört beispielsweise das Werkbuch Vernetzung, das Unterstützung in der Netzwerkarbeit bietet. 
  • Weiteres Beispiel sind Befragungen der Gesundheits- und Jugendämter zum kommunalen Aus- und Aufbau von Frühen Hilfen und die darauf basierenden Veröffentlichungen ("Bestandsaufnahmen").

Transfer

Ziel dieses Aufgabenschwerpunktes ist es, erprobte positive Ansätze aus Modellprojekten interessierten Kommunen und Trägern zugänglich zu machen und dauerhaft in die Regelversorgung zu implementieren. 

  • Beispielsweise über Kongresse, Tagungen, Workshops, aber auch durch Veröffentlichungen und auf seiner Internetplattform stellt das NZFH seine Erkenntnisse zu Verfügung.

Qualifizierung

Im Mittelpunkt dieses Schwerpunktes steht die Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte der Frühen Hilfen. Ziel ist es, die Kompetenzen der beteiligten Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen wie auch der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken und interdisziplinäres Lernen anzuregen und zu ermöglichen.

  • In diesen Arbeitsschwerpunkt fällt beispielsweise die Erarbeitung von Kompetenzprofilen für Familienhebammen und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und -pflegerinnen.
  • Weiteres Beispiel sind interdisziplinäre Qualitätszirkel zur Förderung der Kooperation von Ärzten und Ärztinnen auf der einen, und Fachkräfte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auf der anderen Seite.

Kommunikation

Ziel ist es, bedarfsgerechte Informationen zu den Frühen Hilfen zugänglich zu machen, Öffentlichkeit herzustellen und für Frühe Hilfen zu werben. 

  • So informiert das NZFH beispielsweise auf seiner Internetseite sowie durch einen regelmäßigen Newsletter und Presseinformationen laufend über Forschungsergebnisse, Tagungen und Entwicklungen im Bereich der Frühen Hilfen, um sowohl Fachkräfte auf dem Laufenden zu halten wie auch die Bevölkerung zu informieren. 
  • In Kooperation mit der Stiftung Pro Kind erarbeitet das NZFH neue Informationsmaterialien zur Stärkung der Erziehungskompetenz von werdenden oder frisch gebackenen Müttern und Vätern in belasteten Lebenslagen.

Kooperation

Ziel dieses Schwerpunktes ist es, die Kompetenzen verschiedener Bereiche zu nutzen.

  • So arbeitet das NZFH beispielsweise über verschiedene Gremien und Arbeitsgruppen eng mit Wissenschaft, Fachpraxis, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden zusammen.

Lernen aus Problematischen Kinderschutzverläufen

Projektbereich mit dem Ziel, die Weiterentwicklung einer Fehlerkultur im Kinderschutz in Deutschland zu unterstützen, aus Fallanalysen zu lernen und problematische Kinderschutzverläufe zu verhindern helfen.

  • Zu diesem Projektbereich gehört das Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt "Aus Fehlern lernen. Qualitätsmanagement im Kinderschutz", das 42 Kommunen begleitet und im Prozess der Qualitätsentwicklung unterstützt. 
  • Wesentlicher Bestandteil dieses Bereichs ist des Weiteren der Aufbau einer Plattform für einen Erfahrungsaustausch zu problematisch verlaufenden Kinderschutzfällen.

Bundesinitiative Frühe Hilfen

Mit Inkrafttreten des Kinderschutzgesetzes wirkt das NZFH als Kompetenzzentrum und Koordinierungsstelle der Bundesinitiative Frühe Hilfen und ist unter anderem mit der inhaltlichen Umsetzung und Koordinierung der Bundesinitiative auf Bundesebene sowie der wissenschaftliche Begleitung und Evaluation befasst.

Kommunale Austauschplattform Frühe Hilfen

Die Kommunale Austauschplattform bietet registrierten Kommunen die Möglichkeit, sich im Netz vorzustellen und ihre Aktivitäten, Konzepte und Strategien zu beschreiben und sich mit beteiligten Kommunen, Personen, Netzwerken Organisationen und Programmen unmittelbar zu vernetzen. Die Beteiligten an den Frühen Hilfen haben hier die Möglichkeit und Gelegenheit, sich zum Beispiel fachlich auszutauschen, erfolgreiche kommunale Strategien, Erfahrungen und Arbeitshilfen vorzustellen und Fachfragen zu diskutieren.

Die Kommunale Austauschplattform Frühe Hilfen wird in Kooperation mit inforo-online.de - dem Portal der kommunalen Zusammenarbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betrieben.

Link- und Lesetipps

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