Gesund aufwachsen in rauchfreier Umgebung
Neuer Leitfaden "Gesund aufwachsen in rauchfreier Umgebung" unterstützt Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Hebammen, medizinische Fachangestellte und Angehörige der Pflegeberufe in der Beratung zum Schutz vor Passivrauch und beim Rauchverzicht.
Der neue Beratungsleitfaden wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) gemeinsam entwickelt. Er gibt praxisnahe Anleitungen, wie Fachleute das Rauchverhalten von jungen Eltern im Alltag ansprechen können, denn immer noch sind viele Kinder dem Passivrauchen ihrer Eltern ausgesetzt.
Die Folgen des Passivrauchens für Säuglinge und Kleinkinder sind - ebenso wie die negativen Auswirkungen des Rauchens während der Schwangerschaft auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes - gravierend. "Deshalb ist eine ausreichende Information, Beratung und Unterstützung werdender Mütter und Eltern von Kleinkindern dringend notwendig", mahnt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Ärztinnen und Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Hebammen, medizinische Fachangestellte und Angehörige der Pflegeberufe spielen hier in der Ansprache eine wichtige Rolle."
Entsprechend richtet sich der Leitfaden "Gesund aufwachsen in rauchfreier Umgebung" vornehmlich an diese Berufsgruppen, um sie bei der Beratung junger Eltern, die rauchen, zu unterstützen. Denn Säuglingen und Kleinkindern schadet Passivrauchen besonders: Bei Säuglingen ist hierdurch beispielsweise die Gefahr des plötzlichen Kindstodes erhöht und da Kleinkinder im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Atemluft nehmen,nehmen sie damit auch deutlich mehr giftige Substanzen auf als Erwachsene. Kinder rauchender Eltern leiden häufiger an Atemwegserkrankungen, aber auch Mittelohrentzündungen kommen ebenso wie allergische Reaktionen und asthmatische Erkrankungen bei ihnen häufiger vor. "Wir möchten den Eltern, die rauchen, keine 'Predigten' halten, sondern Vertrauen aufbauen und mit ihnen zusammen Schritt für Schritt positive Veränderungen bewirken", meint Dr. Wolf-Rüdiger Horn, Suchtbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.
Der Beratungsleitfaden ist Teil eines umfassenden Angebots der BZgA im Rahmen ihrer nationalen rauchfrei-Kampagne. Er schließt an den bereits erschienenen Beratungsleitfaden "rauchfrei in der Schwangerschaft" an, der sich vornehmlich an Gynäkologen/Gynäkologinnen und Hebammen richtet und diese bei der Beratung schwangerer Raucherinnen unterstützt.
Quelle
Pressemitteilung der BZgA vom 7. April 2009, Gesund aufwachsen in rauchfreier Umgebung. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. stellen Beratungsleitfaden vor.