Neugier und Erkundungsdrang – „Motor“ der Entwicklung

Link zur Seite: Erkundungsdrang | © Thinkstock

© Thinkstock

Kinder sind von Geburt an neugierig und wollen verstehen, wie etwas funktioniert. Es ist der „Motor“ ihrer Entwicklung.

Mädchen spielt im Sand © Thinkstock
© Thinkstock

Vom ersten Lebenstag an wollen Kinder mitbekommen, was in ihrer Umgebung geschieht. Sie versuchen zu verstehen, was um sie herum passiert und was das mit ihnen selbst zu tun hat. So haben Forschungen gezeigt, dass Kinder schon im Alter von wenigen Monaten nach den Ursachen von Geschehnissen suchen, die ihnen erklären, warum etwas so und nicht anders funktioniert. Je nach ihrem Entwicklungsalter reagieren sie unterschiedlich darauf und finden – abhängig von ihrem Alter – „richtige“ Erklärungen dazu.

Mit unermüdlichem Eifer bei der Sache

Haben Kinder eine Erklärung für etwas gefunden, die aus ihrer Sicht und ihrem Alter entsprechend „richtig“ ist, probieren sie immer wieder aus, ob sich das „Erkannte“ mit gleichem Effekt wiederholen lässt. Nur hierdurch wird ihnen ein Spielzeug, ein Gegenstand, eine Handlung verlässlich und vertraut.

Dies erklärt zum Beispiel die Ausdauer und Hingabe, mit der fast alle Kinder im Alter von etwa einem Jahr alle möglichen Behältnisse füllen möchten:

  • Sie möchten wissen, wie sich kleine und große Gefäße füllen und wieder leeren lassen.
  • Dabei müssen Finger und Hände geschickt benutzt werden.
  • Gleichzeitig ist die Neugier ganz auf die Frage ausgerichtet, warum die Dinge, die das Kind in ein Gefäß einfüllen will, von selbst hineinfallen, wenn es sie loslässt. Und – warum fallen Sie wieder heraus, wenn es das Gefäß umdreht?

Mit ähnlicher Beharrlichkeit wird Ihr Kind vermutlich – allen erfolglosen Versuchen zum Trotz – auch immer wieder aufs Neue seine Bauklötze stapeln. Wenn der Turm dann irgendwann nicht mehr umstürzt, weil zufällig ein großer Stein zuunterst lag, wird es fortan von ganz allein einen großen „Grundstein“ nehmen.

Mit Gespür für das eigene Können

Kinder probieren so lange etwas aus, bis das Ergebnis ihre kindlichen Erwartungen und Vorstellungen befriedigt – auch wenn das Ergebnis nicht immer unbedingt den „erwachsenen“ Erwartungen entspricht. Sie werden von einem sicheren Gespür für die Qualität ihres Tuns geleitet. Um diese Qualität zu erreichen, bemühen sie sich so lange, bis sie eine Fähigkeit – zum Beispiel sich frei und mit sicherem Gleichgewicht zu bewegen – „aus dem Effeff“ beherrschen.

Wenn Ihr Kind beispielsweise einigermaßen sicher auf seinen Beinen ist, möchte es diese neu erworbene Fähigkeit auch unter anderen Bedingungen testen, um sie den verschiedensten Gegebenheiten anpassen zu können: Wie läuft es sich auf einer Wiese, im Sand, auf Gehwegplatten, auf Waldboden? Wie geht es sich bergauf, bergab?

Gelegenheiten zu abwechslungsreichen und vielfältigen Erfahrungen ergeben sich meist von selbst im täglichen Leben. Manchmal kann es jedoch auch notwendig sein, dass Sie Ihrem Kind erst Möglichkeiten suchen und schaffen müssen, damit es neue Erfahrungen mit bestimmten Fähigkeiten erproben kann.

Ehrliches Lob ermutigt und ermuntert

Wenn Ihr Kind durch seine Beharrlichkeit sein selbstgestecktes Ziel erreicht hat, freut es sich über den Erfolg seiner Bemühungen. Es ist stolz über seine Ausdauer – umso mehr, wenn Sie es hierfür loben. Es erfährt hierdurch Bestätigung und wird ermutigt.
Allerdings sollte jedes Lob angemessen sein: So jung Ihr Kind auch noch sein mag – Kinder besitzen ein feines Gespür dafür, ob und wie sie gelobt und bestätigt werden: ob übertrieben, achtlos, nebenbei oder von Herzen und mit Anteilnahme.

« zurück