Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung

Manche Kinder entwickeln ihre geistigen Fähigkeiten deutlich langsamer im Vergleich zu Gleichaltrigen oder zeigen in Teilbereichen ausgeprägte Schwächen.

Schwächen in anderen Entwicklungsbereichen

Mangelnde Anregungen und Erfahrungsmöglichkeiten, aber auch Konflikte in der Familie oder Krankheit können die Ursache für eine verzögerte geistige Entwicklung sein. Oft sind es jedoch Störungen in anderen Entwicklungsbereichen – beispielsweise in der motorischen Entwicklung, unerkannte Sehschwächen oder Hörstörungen –, die auch die geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, solche angeborenen oder erworbenen Schwächen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Im Zweifelsfall ist fachlicher Rat gefragt

Damit Ihr Kind, wenn nötig, so früh wie möglich angemessen unterstützt und gefördert werden kann, sollten Sie bei Fragen und Zweifeln rechtzeitig fachlichen Rat einholen:

  • Nehmen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig an den Früherkennungsuntersuchungen teil, denn hierbei wird die altersgerechte Entwicklung Ihres Kindes immer wieder überprüft.
  • Wenn Sie Sorge haben, Ihr Baby oder Kleinkind unterscheide sich beispielsweise in seiner Neugier und seinem Spielverhalten oder in einzelnen Entwicklungsbereichen deutlich gegenüber gleichaltrigen Kindern, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber sprechen.

Das geistig behinderte Kind

Nicht immer lässt sich die Ursache für eine verzögerte geistige Entwicklung behandeln. Bei manchen Kindern kann die geistige Entwicklung aufgrund genetischer Ursachen oder einer organisch bedingten Schädigung des Gehirns vor, während oder nach der Geburt beeinträchtigt sein. Oft zeichnet sich erst im Verlauf der Entwicklung ab, dass ein Kind besonders ist und sich anders als andere Kinder entwickelt.

So verschieden die Ursachen sein können, so unterschiedlich sind auch die möglichen Beeinträchtigungen des Kindes. Für Eltern ist dies nicht leicht zu akzeptieren. Doch trotz der enormen Belastung und der anfänglich oft zwiespältigen Gefühle gelingt es den meisten Eltern mit der Zeit, ihr Kind so anzunehmen, wie es ist, mit seinen ganz eigenen Stärken und Schwächen.

Dies ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ein Kind Bestätigung erfahren und Selbstvertrauen entwickeln kann und die Förderung und Unterstützung erhält, die es für seine Entwicklung braucht. Denn auch wenn eine geistige Behinderung nicht rückgängig gemacht werden kann, lassen sich deren Folgen durch Frühförderung und Unterstützung des Kindes meist begrenzen und mildern. So gelingt es den meisten Kindern mit einer geistigen Behinderung, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die ihnen später eine erfolgreiche Teilhabe am sozialen Leben ermöglichen.

Unterstützung und Entlastung für Eltern

Als Eltern eines besonderen Kindes brauchen Sie besondere Unterstützung:

  • Lassen Sie sich umfassend fachlich beraten, wie Sie Ihr Kind im Alltag am besten unterstützen, ohne es zu über- oder unterfordern.
  • Tauschen Sie sich in Gruppen von Eltern mit behinderten Kindern aus und nutzen Sie die Erfahrungen ähnlich betroffener Eltern.
  • Suchen Sie sich Entlastung im Alltag, zum Beispiel durch Freunde oder Verwandte, und nehmen Sie gegebenenfalls Familien unterstützende Dienste in Anspruch.

Den besonderen Fragen und Anforderungen, die sich für Sie ergeben können, lässt sich an dieser Stelle im Einzelnen nicht gerecht werden – hier gibt es fachkundige Angebote zum Beispiel von Fachverbänden oder Selbsthilfegruppen. Eine Auswahl hilfreicher Einrichtungen und Organisationen finden Sie unter den Linktipps.

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