Vom Greifen bis zur Fingerfertigkeit

In den ersten Lebensjahren lernen Kinder ihre Hände und Finger gezielt zu nutzen und als „Werkzeuge“ einzusetzen. Dabei werden sie immer geschickter.

Greifentwicklung im ersten Lebensjahr

Im Verlauf des ersten Lebensjahres lernt ein Kind, die Bewegungen seiner Hände und Finger zu steuern, Augen und Armbewegungen immer besser aufeinander abzustimmen und schließlich gezielt nach Dingen zu greifen.

Ausführliche Informationen zur Greifentwicklung des Babys finden sich in der Subrubrik zur Entwicklung in den ersten 12 Monaten. 

Die Koordination verfeinert sich

Im zweiten Lebensjahr verfeinert sich zusehends das Zusammenspiel von Augen und Händen (Auge-Hand-Koordination). Ihr Kind weiß seine Fähigkeit, etwas mit den Kuppen von Daumen und Zeigefinger zu fassen (Pinzettengriff), nun immer sicherer und geschickter einzusetzen:

  • Ihr Kind kann sich unermüdlich damit beschäftigen, selbst kleinste Krümel und Fusel mit den Fingern aufzulesen.
  • Es möchte nun lernen, allein aus seinem Trinkbecher zu trinken und mit dem Löffel zu essen, auch wenn es anfangs noch selten klappt.
  • Es kann jetzt Stifte greifen und baut seine ersten Türme

Die Bewegungen des Handgelenks werden mit denen der Finger immer besser koordiniert. Damit ist Ihr Kind nun in der Lage, das Spielzeug in seiner Hand auch gezielt loszulassen und zielgenau am richtigen Platz abzulegen: Wenn Sie Ihr Kind bitten, Ihnen sein Spielzeug, das es in der Hand hält, zu geben, legt es dies in Ihre Hand.

Mit Fingergeschick zum selbstständigen Tun

Mit zwei Jahren ist Ihr Kind wahrscheinlich schon recht geschickt mit seinen Händen und Fingern geworden. Es möchte nun immer mehr selbst machen:

  • Es interessiert sich für seine Kleidungsstücke und möchte Schuhe und Strümpfe allein ausziehen.
  • Es lernt Buchseiten einzeln umzublättern und hantiert zunehmend besser mit kleinen Gegenständen.
  • Es beginnt, mit Stiften auf Papier zu kritzeln.

Ab etwa drei Jahren wird schließlich das Basteln und Bauen mit kleinen Teilen immer wichtiger.

So unterstützen Sie die „Fingerfertigkeiten“ Ihres Kindes

Kinder entwickeln ihre Hand- und Fingerfertigkeiten in ihrem eigenen Tempo. Sie können Ihr Kind jedoch darin unterstützen:

  • Stören Sie sich nicht daran, wenn Ihr Kind alles Mögliche anfassen und mit Händen und Fingern ertasten und erfühlen will.
  • Lassen Sie es, wann immer sich die Gelegenheit bietet, mit den unterschiedlichsten Materialien wie Wasser, Knetmasse, Teig, Sand, Matsch vertraut werden.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Gelegenheit, mit Fingerfarben und dicken Stiften malen und gestalten zu können.
  • Üben Sie sich in Geduld, wenn Ihr Kind „etwas selbst in die Hand nehmen“ will, auch wenn es länger dauert und nicht alles sofort klappt.

Ungeschicklichkeiten der Hände, Finger und Arme

Wenn Sie unsicher sind und den Eindruck haben, Ihr Kind zeige sich gegenüber gleichaltrigen Spielkameraden auffällig ungeschickt in seinen Bewegungen der Hände, Finger und Arme, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber sprechen. Lesen Sie hierzu auch „Störungen in der Entwicklung der Körper- und Handbewegungen“.

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