Übergewicht vorbeugen – Was können Eltern tun?
Mit Ernährung, Bewegung und einigen anderen Lebensgewohnheiten können Eltern der Entwicklung von Übergewicht bei ihren Kindern vorbeugen.
Vorbild für Ihr Kind sein
Eltern können ihr Kind darin unterstützen, gesunde Verhaltensweisen zu lernen und zur Gewohnheit werden zu lassen. Denn das Ernährungs- und Bewegungsverhalten, der Umgang mit Medien oder mit Stress werden erlernt. Kinder orientieren sich gerne am elterlichen Vorbild. Sie ahmen Eltern und Bezugspersonen nach. Deshalb: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Trinken auch Sie vor allem Wasser, statt süßer Getränke, bewegen Sie sich viel, gehen Sie möglichst viele Wege zu Fuß oder nutzen Sie das Fahrrad und gehen Sie mit Medien und Ihrem Handy verantwortungsvoll um.
Stärken stärken – Ihrem Kind Rückhalt geben
So können Sie Ihr Kind für eine gesunde Entwicklung unterstützen:
- Stärken Sie die Fähigkeiten und Fertigkeiten Ihres Kindes und unterstützen Sie es, damit es Verantwortung für sich und seine Gesundheit übernehmen kann. Dazu gehört auch, den Körper, die Gefühle und die eigenen Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen, Werbebotschaften oder Schlankheitsideale kritisch zu hinterfragen, Entscheidungen zu treffen, Probleme lösen zu können oder Meinungen zu äußern.
- Denken Sie immer daran: Ihr Kind hat viele Stärken. Schauen Sie, was Ihr Kind gut macht und loben Sie es dafür! Für sein Gewicht sollten Sie es allerdings weder loben noch tadeln.
- Jugendliche sind auf dem Weg ins Erwachsenenleben mit hohen Anforderungen konfrontiert. Gerade da bietet die eigene Familie einen notwendigen Rückhalt. Auch wenn Jugendliche anfangen, ihre Eltern zu kritisieren, ist es ihnen wichtig, ein gutes Verhältnis zu ihnen zu haben. Pflegen Sie einen freundlichen Umgangston in der Familie, seien Sie offen für die Probleme Ihres Kindes und vermitteln Sie ihm ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Es ist nicht so wichtig, wie stark Sie sich als Eltern einbringen. Ein allgemein positives Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Kind ist wesentlich und dass Sie sein Verantwortungsbewusstsein stärken.
So gestalten Sie den Alltag gesund und aktiv
Auch im Familienalltag können Sie viel für Ihre Kindern und Jugendlichen tun, um Übergewicht zu vermeiden:
- Gemeinsame Mahlzeiten: Sorgen Sie für regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten – auch wenn die Kinder größer werden oder schon älter sind.
- Wasser trinken: Machen Sie Wasser (Leitungs- oder Mineralwasser) zum Familiengetränk Nummer 1, zuckerreiche Getränke dagegen nicht.
- Bewegung fördern: Richten Sie Ihre Wohnung so ein, dass Ihr Kind sicher darin krabbeln, laufen und toben kann. Der Weg zur Kita oder zur Schule kann zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden.
- Gemeinsame Bewegung: Kommen Sie am Wochenende und in der Freizeit als Familie in Bewegung. Gehen Sie gemeinsam schwimmen oder auf den Abenteuerspielplatz. Oder wie wär‘s mit einem Badminton-Turnier in der Familie?
- Regeln für Medien: Vereinbaren Sie Regeln im Umgang mit Medien, z. B., dass alle das Smartphone während der Mahlzeiten und nachts beiseitelegen. Stellen Sie kein Fernsehgerät ins Kinderzimmer.
- Musik und Tanz: Hören Sie mit Ihrem Kind regelmäßig Musik. Räumen Sie Ihrem Kind zudem die Möglichkeit ein, selbstständig Musik zu hören oder zu machen. Musik fördert Bewegung und Kreativität. Musik macht es leichter, in Bewegung zu kommen. Schon Kleinkinder reagieren positiv auf Musik. Sie klatschen, hüpfen und drehen sich im Kreis. Viele Ältere animiert Musik zum mitschwingen und tanzen. Sich im Rhythmus zur Musik bewegen, bringt Spaß und verbraucht ganz nebenbei auch Kalorien. Musik ist aber nicht nur beim Tanzen unentbehrlich.
Auch bei vielen sportlichen Aktivitäten ist sie es, die einen erst so richtig in Schwung bringt, so z. B. Musik zur Gymnastik, beim Fitnesstraining oder Spinning. Manche mögen sie auch beim Joggen. Musik tut der Seele gut. Sie hilft Ihrem Kind, zu entspannen und Stress abzubauen. In die Musik einzutauchen, die Melodie und den Rhythmus einfach nur zu spüren, ohne nachdenken zu müssen, ist ein sinnlicher Genuss. Musik kann helfen, sich wohl zu fühlen und sich in eine positive Stimmung zu versetzen.
Sich Hilfe holen
Eltern sein ist toll, aber auch anspruchsvoll. Und niemand macht immer alles richtig. Natürlich wollen Sie das Beste für Ihr Kind, aber es ist auch kein Beinbruch, wenn mal etwas nicht gelingt.
Wenn Sie Fragen haben oder sich Sorgen um Ihr Kind machen, nicht weiter wissen oder einfach ein paar Tipps brauchen, können Sie sich Unterstützung holen. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie im Wegweiser Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen.
Kostenfreie Hilfe finden Sie hier
BIÖG-Beratungstelefon zu Essstörungen
Individuelle und anonyme Information und Beratung zu den unterschiedlichen Formen von Essstörungen wie Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Ess-Sucht. Telefon: 02 21-89 20 31.
zur WebsiteNummer gegen Kummer: Elterntelefon
Die Beratung ist bundesweit, anonym und kostenfrei über Festnetz oder Mobilfunk. Montags bis freitags 9–17 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr unter der 0800 - 111 0 550 zu erreichen.
zur WebsiteElternberatung der BKE
Fachkundige Beratung zu Fragen und Problemen der Erziehung und des Alltags mit Kindern, u. a. über Chats, Foren und Sprechstunden. Mit Beratungsstellensuche.
zur WebsiteDeutsche Adipositas-Gesellschaft
Die DAG setzt sich für eine Stärkung der Prävention und Therapie der Adipositas ein.
zur WebsiteQuellen
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (BVKJ), Übergewicht (Fettsucht-Adipositas) Tipps für Eltern. Zugriffsdatum: 21.3.2026
Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Definition Adipositas im Kindes- & Jugendalter - Adipositas Gesellschaft (AGA). Zugriffsdatum: 21.3.2026
Deutsche Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) et al., S3-Leitlinie Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Registernr.: 050-002 (in Überarbeitung). Zugriffsdatum: 21.3.2026
Helmholtz Zentrum München, diabinfo – Das Diabetesinformationsportal. Zugriffsdatum: 21.3.2026






