Welches Krankenhaus ist das Richtige?

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Wo ist mein Kind am besten aufgehoben? Die Wahl des Krankenhauses sollte die besonderen Bedürfnisse der jungen Patienten und Patientinnen berücksichtigen.

Junge mit Pflegerin in Krankenhauszimmer © Corbis Images
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"Kindgerechtes" Krankenhaus

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie befinden sich noch in der Entwicklung, haben andere Bedürfnisse und brauchen besondere Betreuung. Auch die Krankheitsbilder unterscheiden sich von denen der Erwachsenen.

Wenn ein Kind ins Krankenhaus muss, sollte es deshalb nach Möglichkeit in einer Kinderklinik oder auf einer Kinder- und Jugendstation untersucht und behandelt werden, wo den besonderen Anforderungen und Bedürfnissen der jungen Patienten und Patientinnen und ihrer Angehörigen weitgehend Rechnung getragen wird.

Hierzu gehört beispielsweise:

  • Die behandelnden Ärzte / Ärztinnen besitzen eine spezielle Fachausbildung der Kinder- und Jugendmedizin.
  • Das Pflegepersonal ist auf die besonderen Anforderungen in der Pflege und Betreuung junger Patienten und Patientinnen eingestellt und entsprechend in der Kinderkrankenpflege ausgebildet.
  • Häufig wird auch eine psychologische und fachpädagogische Betreuung angeboten.
  • Neben kindgerechten Räumlichkeiten werden häufig zusätzliche Angebote bereitgehalten, wie zum Beispiel zum Spielen, Basteln oder Lesen.
  • Eltern können ihr Kind jederzeit besuchen und gegebenenfalls auch über Nacht im Krankenhaus bleiben.
  • Einige Kinderkliniken bieten bei längeren Krankenhausaufenthalten die Möglichkeit der schulischen Betreuung an.

Kinder in Erwachsenenabteilungen

Nicht immer ist eine Kinder- und Jugendklinik in unmittelbarer Nähe und andere Krankenhäuser verfügen oft nicht über eine eigene Kinder- und Jugendabteilung. So werden nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin über 35 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Abteilungen für Erwachsene behandelt.

Da die meisten Kinderkrankenhäuser über keine eigene kinderchirurgische Abteilung verfügen, werden die jungen Patienten und Patientinnen für Operationen in weiter entfernt liegende kinderchirurgische Abteilungen oder in die Erwachsenenchirurgie verlegt.

Für Sie als Eltern bedeutet dies, dass sie für eine angemessene Behandlung häufig einen weiteren Weg und zusätzliche Umstände in Kauf nehmen müssen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kind und Krankenhaus e. V. (BaKuk), der unter anderem die pädiatrischen Fachgesellschaften, das Kindernetzwerk, das Aktionskomitee Kind im Krankenhaus (AKIK) sowie Elterninitiativen angehören, setzt sich deshalb dafür ein, "dass der Anspruch von Kindern und Jugendlichen, die bestmögliche medizinische, pflegerische, therapeutische, pädagogische und psychosoziale Betreuung im Krankenhaus zu erhalten, verwirklicht wird." (Ziele der BaKuk auf www.kinderhospital.de)

Hilfe bei der Krankenhauswahl

Mit Ausnahme von Notfällen muss der behandelnde Arzt / die Ärztin eine Einweisung in ein Krankenhaus ausstellen und dabei ein oder mehrere in Frage kommende Krankenhäuser angeben. Diese müssen nach den Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vorgesehene Behandlung geeignet sein und sollten möglichst nahe dem Wohnort liegen.

Wenn Ihr Kind selbst oder über Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, kann es im Prinzip in jedem zugelassenen Krankenhaus behandelt werden. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin kennt in der Regel die Krankenhäuser in der Umgebung und auch weiter entfernt gelegene Fachkliniken.

  • Lassen Sie sich von dem behandelnden Arzt / der Ärztin ausführlich beraten, welches Krankenhaus am besten geeignet ist. Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen oder bei Unsicherheiten und Zweifeln um ein weiteres Beratungsgespräch zu bitten.
  • Nach Möglichkeit sollte Ihr Kind in einer Kinderklinik oder in einem Krankenhaus behandelt werden, das über eine spezielle Kinder- und Jugendstation verfügt, auch wenn Sie hierfür eventuell weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen.
  • Auch Ihre Krankenkasse kann Ihnen bei der Wahl des Krankenhauses behilflich sein. Erkundigen Sie sich hier auch, ob eventuell entstehende Mehrkosten durch eine weiter entfernt gelegene Klinik von der Krankenkasse ganz oder teilweise übernommen werden (zum Beispiel für Krankentransport).
  • Um herauszufinden, welche Anforderungen das Krankenhaus im konkreten Fall erfüllen muss, kann auch eine Patientenberatungsstelle hilfreich sein. Hier erfahren Sie auch, wie und wo Sie weitere wichtige Informationen finden können.
  • Für eine Reihe von speziellen Erkrankungen im Kindesalter gibt es Selbsthilfegruppen, die Ihnen in der Regel mit Informationen über Behandlungsmethoden und dafür geeignete Kliniken weiterhelfen können.
  • Viele Kliniken bieten neben Vorbereitungsgesprächen auch Klinikführungen und Stationsbesichtigungen für Eltern und Kinder an und stellen sich inzwischen auch im Internet vor. Insbesondere bei Kinder- und Jugendkliniken finden Sie hier zudem meist hilfreiche Elterninformationen, zum Beispiel wie Sie Ihr Kind vorbereiten können, wie der Aufenthalt in der Klinik aussieht, woran Sie denken müssen, welche speziellen Betreuungsangebote es für Kinder gibt und vieles mehr.