Was sonst noch zu tun ist

Bei Kopflausbefall muss das Kind rasch behandelt, die ganze Familie kontrolliert und das nähere Umfeld informiert werden. Erst dann sind Maßnahmen im Haushalt dran.

Bei aller Aufregung: ruhig bleiben

Schon der Gedanke, dass ihr Kind Kopfläuse haben könnte, versetzt so manche Eltern in helle Aufregung. Woher hat das Kind das? Was machen wir jetzt? Wie werden wir die wieder los? Und was sagen wohl die anderen dazu?

Natürlich sind Kopfläuse keine angenehme Sache. Aber sie sind auch kein Beinbruch. Wenn sie zügig und sorgfältig behandelt werden und das gesamte Umfeld an einem Strang zieht, ist man die lästigen Blutsauger schnell wieder los. Bitte denken Sie bei aller verständlichen Aufregung auch an Ihr Kind: Sicher findet es den Gedanken, kleine Tiere auf dem Kopf zu haben, auch nicht gerade angenehm. Vielleicht ekelt es sich oder versteht nicht so recht, was das zu bedeuten hat. Da ist es wichtig, dass Sie in Ruhe mit Ihrem Kind reden, alle seine Fragen beantworten, ihm Mut machen und ihm versichern, dass es die Sache bald überstanden hat.

Die übrigen Familienmitglieder kontrollieren

Wenn Sie auf dem Kopf eines Familienmitglieds Läuse, Larven oder Nissen mit entwicklungsfähigen Eiern entdeckt haben, ist es wahrscheinlich, dass auch andere Familienmitglieder bereits betroffen sind. Kontrollieren Sie deshalb umgehend und sorgfältig die Köpfe der ganzen Familie. Am besten, Sie behandeln gleich alle, die betroffen sind, gemeinsam – das verringert den Aufwand und verhindert eine gegenseitige Neuansteckung.

Das Umfeld informieren und gemeinsam gegen Kopfläuse angehen

Weil Läusebefall meist "Gruppensache" ist, kann sich der Einzelne noch so sehr um die Beseitigung der Blutsauger bemühen - der Kampf gegen Kopfläuse kann nur gemeinsam gewonnen werden. Andernfalls wird die Plage immer wieder von Neuem losbrechen (Kreislauf der Neuansteckung) - ganz besonders in Schulen und Kindertagesstätten, wo tagtäglich viele Kinder zusammenkommen.

Deshalb: Informieren Sie bei Kopflausbefall umgehend das nähere Umfeld Ihres Kindes: die Eltern der Freundinnen und Freunde, Bekannte und Freunde der Familie usw. und insbesondere die Leitung der Einrichtung, die Ihr Kind besucht. Wichtig ist auch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Eltern - sich gegenseitig Schuld zuzuweisen, ist da fehl am Platz. Sagen Sie den Kopfläusen gemeinsam den Kampf an - zum Wohle aller Kinder, die die Einrichtung besuchen.

Reinigungsmaßnahmen sind zweitrangig

Oft bricht in Familien bei der Diagnose "Kopflausbefall" allein schon deshalb Panik aus, weil die umfangreichen Putz- und Waschaktionen gefürchtet werden, die lange Zeit empfohlen wurden.

Heute weiß man: Im Kampf gegen Kopfläuse sind Reinigungsmaßnahmen in Haushalt, Schule und Kindertagesstätte bei weitem nicht so wichtig, wie man früher dachte. Unter Fachleuten ist sogar umstritten, ob sie überhaupt nötig sind. Denn eine Übertragung von Kopfläusen über Gegenstände ist äußerst selten.

Deshalb sind Wäschewaschen und Putzen immer zweitrangig gegenüber der raschen und sorgfältigen Behandlung des betroffenen Kindes sowie der Untersuchung der Köpfe aller anderen Familienmitglieder. Erst wenn das erledigt ist, können Sie folgende Maßnahmen durchführen:

  • Kämme und Haarbürsten in heißer Seifenlösung gründlich reinigen, zum Beispiel mit einer Handwaschbürste oder einer alten Zahnbürste. Am besten ist es, wenn jedes Familienmitglied erst mal seine eigene Haarbürste bekommt.
  • Handtücher, Bettwäsche sowie den Schlafanzug der Person, die Kopfläuse hat, wechseln.
  • Mützen, Schals, Decken, Kopfkissen und ähnliche Gegenstände, die mit dem Kopfhaar des oder der Betroffenen in Berührung gekommen sind, drei Tage in einem verschlossenen Plastikbeutel aufbewahren - länger überleben Kopfläuse nicht.
  • Kuscheltiere und andere Gegenstände, die nur schwer drei Tage lang zu entbehren sind, können übrigens auch einer genauen Sichtkontrolle unterzogen werden, schließlich sind Läuse, Larven und Nissen so groß, dass man sie mit bloßem Auge, besser noch mit einer Lupe gut erkennen kann.

Größere Reinigungsaktionen in der Wohnung, wie etwa das Desinfizieren von Polstermöbeln oder die Behandlung von Teppichen mit Insektiziden, sind absolut unnötig. Sie kosten nur Zeit und Energie und sind - da es sich um Gifte handelt - eher schädlich.

Entfernen der leeren Nissen nach erfolgreicher Behandlung

Die klebrigen Nissen bleiben auch nach einer erfolgreichen Behandlung des Kopflausbefalls oft noch lange an den Haaren haften. Leere Nissen stellen zwar keine Gefahr mehr dar, aber natürlich möchte man sie trotzdem gerne loswerden.

Versuchen Sie zunächst, die Nissen mit Pflegespülung und einem engzinkigen Läusekamm herauszukämmen. Wenn das nicht klappt, was insbesondere bei sehr feinem Haar der Fall sein kann, hilft nur, die Nissen mit den Fingernägeln einzeln herauszuziehen. Hier und da muss vielleicht sogar ein einzelnes Haar abgeschnitten werden.