Impfen – der beste Schutz vor schweren Infektionskrankheiten

0-6 Jahre

Auch wenn viele schwere Infektionskrankheiten bei uns selten geworden sind, stellen die Erreger immer noch eine ernsthafte Bedrohung dar. Impfen ist hier der beste Schutz.

Kind spritzt seinen Teddy mit einer Spielzeugspritze
© mauritius images / Cultura

Vor allem jüngere Menschen wissen nicht mehr aus eigenem Erleben, wie gefährlich zum Beispiel Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung und andere ansteckende Krankheiten sind und wie schnell und flächendeckend sich diese Infektionskrankheiten vor allem unter ungeschützten Kindern verbreiten können. Denn dank umfassender Impfprogramme und der verbesserten hygienischen Verhältnisse sind viele schwere Infektionskrankheiten heutzutage in Europa selten geworden.

Die Erreger gefährlicher ansteckender Krankheiten gibt es immer noch

Manche Eltern stellen sich die Frage, warum sie ihre Kinder überhaupt gegen Erkrankungen impfen lassen sollen, die in Deutschland nur selten oder gar nicht mehr vorkommen. Doch viele Krankheiten sind in anderen Ländern noch weit verbreitet, weil es die Erreger dieser Krankheiten immer noch gibt. Je mehr Menschen bei uns ungeschützt sind, umso leichter können sie sich auch hier wieder ausbreiten. Beispiel Kinderlähmung (Polio): In Deutschland trat der letzte Fall von Kinderlähmung 1990 auf und seit 2002 gilt die Kinderlähmung in ganz Europa als ausgerottet. Trotzdem sind Impfungen gegen Kinderlähmung auch heute noch notwendig, denn in einigen Ländern Asiens und Afrikas kommt sie weiterhin noch häufig vor und kann durch Reisende jederzeit auch wieder nach Deutschland gebracht werden. 

Impfen – Schutz ohne Alternative

Impfungen gegen Infektionskrankheiten, die schwer verlaufen können und nicht immer folgenlos ausheilen, wie zum Beispiel Kinderlähmung, Keuchhusten, Diphtherie, Masern oder Wundstarrkrampf, sind sinnvoll und wichtig, auch wenn sie dank der Impfungen in Europa recht selten geworden sind. Denn im Zeitalter von häufigen und weiten Reisen können auch Krankheiten, die bei uns selten geworden sind, nach wie vor zu einer ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit des Kindes werden: Nicht geimpfte Kinder und Erwachsene können sich damit anstecken und die Erreger auf weitere ungeschützte Personen übertragen. Bei manchen Krankheiten, zum Beispiel Röteln, erkrankt nicht jeder nach Ansteckung, sodass die Erreger unbemerkt übertragen werden können. Einige Eltern gehen davon aus, dass Infektionskrankheiten mit den Mitteln der modernen Medizin einfach und schnell zu behandeln sind. Aber wer sich mit einer Infektionskrankheit wie Masern ansteckt, läuft Gefahr, dass Folgeschäden zurückbleiben. Medikamente können nämlich nur die Symptome, wie Fieber, unterdrücken, nicht aber den Erreger bekämpfen. Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen und sehr selten auch tödliche Verläufe können dann als Folge von Masern nicht immer verhindert werden.

Impfen - Schutz für Ihr Kind vor Infektionskrankheiten
Faltblatt, DIN lang Bild zu Impfen - Schutz für Ihr Kind vor Infektionskrankheiten

Informationen zu den Impfungen im Kindes- und Jugendalter

erhältlich in Deutsch, Türkisch, Russisch, Englisch und Arabisch

Beschreibung lesen

Impfempfehlungen

Die Impfempfehlungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgesprochen, einer unabhängigen Kommission von Fachleuten. Der Sinn und Nutzen der Impfungen wird jeweils nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sorgfältig abgewogen und beurteilt.

Die empfohlenen Impfungen richten sich nur gegen solche Krankheiten, die  schwer verlaufen können und nicht immer folgenlos ausheilen. 

Die Kosten der von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von der Krankenkasse übernommen.

Logo von impfen-info.de

Ausführliche Informationen zu den durch Impfen vermeidbaren Infektionskrankheiten im Kindesalter – Krankheitsbilder, Verlauf und Schutz – finden Sie im Themenportal der BZgA rund um das Thema Impfen unter www.impfen-info.de.  

Über die aufgeführten Links gelangen Sie sofort zu den gewünschten Informationen im Impfportal der BZgA:

» Diphtherie 
» FSME
» Grippe
» Hepatitis B 
» Hib (Haemophilus influenzae Typ-B) 
» Keuchhusten (Pertussis) 
» Masern 
» Meningokokken 
» Mumps 
» Pneumokokken 
» Polio (Kinderlähmung) 
» Rotaviren 
» Röteln 
» Tetanus (Wundstarrkrampf) 
» Windpocken (Varizellen) 
» Kombinationsimpfstoffe

Sie haben Fragen zum Impfen und zu den impfbaren Infektionskrankheiten? Wenden Sie sich bitte direkt an das Team des Impfportals. » zu Fragen und Antworten

Aufbau eines vollständigen Impfschutzes

Soll der Körper ausreichend Antikörper bilden, muss er in mehreren Einheiten "trainiert" werden. Ein zuverlässiger Impfschutz ist deshalb erst erreicht, wenn alle Teilimpfungen in bestimmten zeitlichen Abständen durchgeführt worden sind. Die Termine sind im Impfkalender festgelegt. Sollten Sie eine Impfung versäumt haben, kann diese jedoch jederzeit nachgeholt werden.

Die sogenannte Grundimmunisierung, das heißt der Aufbau eines vollständigen Impfschutzes bei Säuglingen und Kleinkindern, sollte ab dem Alter von 6 Wochen beginnen und Ende des 2. Lebensjahres abgeschlossen sein. 

Bei einigen Impfungen hält der Schutz ein Leben lang, bei anderen muss er auch im Erwachsenenalter noch einmal (Keuchhusten) oder regelmäßig (Tetanus und Diphterie) aufgefrischt werden. Die Tetanus-Erkrankung (Wundstarrkrampf) ist eine nicht selten tödlich verlaufende Infektion, welche durch regelmäßige Auffrischungsimpfungen, alle zehn Jahre, sicher verhindert werden kann. Für alle Auffrischungsimpfungen gibt es zeitliche Richtwerte und Impfpläne. Bei speziellen Fragestellungen kann auch über eine Blutuntersuchung geklärt werden, ob eine Auffrischungsimpfung notwendig ist oder nicht. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an Ihren eigenen und den Impfschutz von Geschwisterkindern. 

Zum Teil können die Impftermine gleichzeitig mit den Früherkennungsuntersuchungen wahrgenommen werden. Die genauen Impftermine sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin absprechen.

Das Masernschutzgesetz – das ist neu

Für die Impfung gegen Masern gilt seit dem 1. März 2020 eine neue gesetzliche Regelung, die für Eltern und Erziehungsberechtigte im Wesentlichen folgendes bedeutet: Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr müssen vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung, wie z. B. Kindergarten, Kindertagespflege oder Schule, den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfschutz gegen Masern haben.

Warum eine Masernschutzimpfung wichtig ist

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten beim Menschen. Sie können zu schweren Komplikationen führen, im sehr seltenen und schlimmsten Fall zu einer Gehirnentzündung mit tödlichem Ausgang. Durch die Impfung ist man lebenslang vor Masern geschützt.

  • Für Kinder wird der Aufbau der Impfschutzes in zwei Schritten empfohlen: Die erste Impfung erfolgt im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite Impfung frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Die erste Masern-Impfung kann bereits ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen, wenn das Kind vor dem vollendeten 11. Lebensmonat in eine Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen wird.
  • Auch Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, wird eine Impfung empfohlen, wenn sie gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft worden sind. Das gilt auch bei einem unklaren Impfstatus. Sie erhalten eine einmalige Impfung.
  • Für Babys besteht eine besondere Situation. Hat eine Mutter vor der Schwangerschaft schützende Antikörper gegen Masern entwickelt (in den meisten Fällen durch Impfung), ist ihr Säugling in den ersten Lebensmonaten durch den sogenannten Nestschutz vor einer Maserninfektion geschützt. Die mütterlichen Abwehrstoffe im Blut des Babys schwinden aber nach den ersten Lebensmonaten immer mehr. Da Säuglinge frühestens ab dem 9. Lebensmonat gegen Masern geimpft werden können, kann deshalb eine Lücke in der Abwehr gegen Masern entstehen. In dieser Zeit sind Säuglinge besonders gefährdet, an Masern zu erkranken.

Alle, die sich impfen lassen, schützen also nicht nur sich, sondern auch andere. Davon profitieren ebenso Kinder und Erwachsene, die aus medizinischen Gründen wie z. B. einer Immunschwäche nicht geimpft werden können. Erst wenn auch in Deutschland 95 Prozent der Bevölkerung geschützt sind, kann sich die Erkrankung nicht mehr ausbreiten. Man spricht dann von Gemeinschaftsschutz. Darauf zielt das neue Masernschutzgesetz.

Masernschutzgesetz – Elterninformation

Masern-Informationen zur STIKO-Impfempfehlung für Kinder
Artikel impfen-info.de BZgA 13.02.2020

Was sind die Masern, wann wird geimpft und warum ist der Impfschutz wichtig.

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Masernschutz – Alles Wissenswerte zum Masernschutzgesetz
Artikel masernschutz.de BZgA 13.02.2020

Die wichtigsten Informationen, Fragen & Antworten und Merkblätter für Eltern und Erziehungsberechtigte: zu Masernerkrankung, Impfung und rechtlichen Aspekten. Mit Downloads.

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Merkblatt zum Masernschutzgesetz für Eltern und Erziehungsberechtigte
PDF masernschutz.de BZgA 14.02.2020

Antworten auf die häufigsten Fragen, Impftermine, Impfnachweis und Gründe für eine Impfung. 2 Seiten, 2020.

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Falls Sie weitere Fragen zum Masernschutzgesetz haben, richten Sie diese bitte je nach Thema direkt über das Portal www.masernschutz.de/eltern.