Entwicklungsaspekte, die Unfälle begünstigen

0-6 Jahre

Erst durch bestimmte körperliche und geistige Fähigkeiten, wird ein Kind in die Lage versetzt, Gefahren zu erkennen, zu vermeiden und abzuwenden.

Neben der noch unterschiedlich ausgeprägten sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit spielen vor allem zwei Faktoren für das Gefahrenbewusstsein eine wesentliche Rolle: logisches Denken und die Fähigkeit, sich für eine gewisse Zeit auf etwas konzentrieren zu können. In der nachfolgenden Übersicht sind nach Entwicklungsbereichen die wichtigsten Besonderheiten der kindlichen Entwicklung zusammengefasst, welche Unfälle im Kindesalter begünstigen.

Sehvermögen

  • Das Sehvermögen entspricht erst im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren dem von Erwachsenen.

Bis zum Alter von etwa sieben Jahren sieht ein Kind ein großes Auto – beispielsweise einen Lastwagen – immer näher als einen kleinen Wagen, der genauso weit entfernt ist. Erst wenn das räumliche Sehen mit etwa neun Jahren ausgereift ist, kann ein Kind zum Beispiel sehen, ob verschieden große Autos gleich weit entfernt sind.

Hörvermögen

  • Das Hörvermögen ist mit etwa fünf, sechs Jahren voll ausgebildet.
  • Erst ab etwa acht Jahren kann ein Kind Höreindrücke mitbenutzen, um Gefahren zu erkennen. Es ist dabei allerdings noch sehr leicht ablenkbar, wenn es sich im gleichen Moment auf andere Dinge konzentriert.

Auch wenn das Hörvermögen ausgebildet ist, haben Kinder vor allem noch Schwierigkeiten, Geräusche zu unterscheiden. Sie können oft nur schwer ausmachen, woher ein Geräusch kommt. Vor allem jüngere Kinder können Schallquellen nur ungenau lokalisieren, Schall von der Seite oder von hinten wird überhört oder falsch gedeutet. Hierdurch erklärt sich, dass sie zum Beispiel Geräusche nur unzureichend bestimmten Gefahrenquellen zuordnen können, zum Beispiel einem sich nähernden Auto.

Motorik

  • In den ersten zwei, drei Lebensmonaten bewegt ein Säugling Arme, Beine und Teile des Körpers gleichzeitig und kaum gezielt. Diese Bewegungen können so heftig und unvermittelt sein, dass das Kind hierdurch vom Wickeltisch oder aus der Tragetasche stürzen kann, auch wenn es sich eigentlich noch gar nicht aus eigener Kraft drehen und fortbewegen kann.
  • Bis ins Vorschulalter hinein können Kinder einmal begonnene Bewegungsabläufe häufig nicht unterbrechen oder kontrollieren. Statt abrupt stehen zu bleiben, lassen sie ihren Lauf in der Regel auspendeln.

Die Koordination von Sehen und Bewegung entwickelt sich nur langsam. Wenn ein Kleinkind zum Beispiel rennt, guckt es nur nach vorn, ohne zu registrieren, was rechts und links von ihm geschieht. Auch beim Radfahren im Vorschulalter erfordern Treten, Lenken und Gleichgewichthalten noch die ganze Konzentration und Aufmerksamkeit des Kindes.

Unterscheidung von links und rechts

  • Mit sechs, sieben Jahren können Kinder aus ihrer Sicht links und rechts unterscheiden.
  • In der Regel erst ab dem zehnten Lebensjahr können sie diese Unterscheidung auf ein entgegenkommendes Fahrzeug übertragen.

Unsere Alltagswelt ist für Rechtshänder gemacht. Dadurch müssen Linkshänder bei allen Handgriffen und Tätigkeiten umdenken, sind häufig abgelenkt und weniger aufmerksam gegenüber herannahenden Gefahren. Hieraus erklärt sich wahrscheinlich, dass Linkshänder erfahrungsgemäß besonders gefährdet sind.

Logisches Denken

  • Bis zum Alter von sechs Jahren ist das kindliche Denken weitgehend ichbezogen und stark von augenblicklichen Gefühlen gelenkt. Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fantasie ist oft noch verwischt.
  • Ab etwa sieben Jahren wird das Denken zunehmend logisch, gleicht aber erst ab etwa zwölf Jahren in etwa dem von Erwachsenen.

Solange das Kind ichbezogen denkt und handelt, geht es davon aus, dass alle anderen im gleichen Moment das Gleiche hören, fühlen, empfinden und auch so handeln wie es selbst. Sieht es zum Beispiel versteckt hinter einem Blumenkübel ein herannahendes Auto, geht es davon aus, dass es von dem Autofahrer ebenfalls gesehen wird.

Reaktionszeit

  • Kinder reagieren langsamer als Erwachsene. Die Reaktionszeit eines fünfjährigen Kindes ist in der Regel doppelt so lang wie die eines Erwachsenen.
  • Erst mit etwa 15 Jahren entspricht die Reaktionsfähigkeit in etwa der von Erwachsenen.

Dadurch erklärt sich so manche brenzlige Situation, zum Beispiel wenn ein Kind erst mit Verzögerung hinter seinem Ball auf die Straße läuft; während der herannahende Autofahrer denkt, das Kind hätte ihn gesehen und warte deshalb ab, bis er vorbei ist.

Einschätzung von Geschwindigkeiten

  • Erst ab etwa sechs Jahren kann ein Kind Geschwindigkeiten recht genau einschätzen.

Besonders Kinder bis zum Alter von vier Jahren können Geschwindigkeiten von Autos praktisch nicht einschätzen. So können Drei- bis Vierjährige durch einfaches Hinsehen nicht einmal ein fahrendes von einem stehenden Auto unterscheiden. Ein lautes Auto wird als sehr viel schneller empfunden, als ein leises Fahrzeug, das in Wirklichkeit mit höherer Geschwindigkeit fährt.

Aufmerksamkeit und Konzentration

  • Bis zum Alter von etwa vier Jahren achtet ein Kind hauptsächlich auf solche Reize in seiner Umgebung, die es seinem Alter und seiner Entwicklung entsprechend besonders interessieren.
  • Erst ab etwa fünf Jahren können Kinder ihre Aufmerksamkeit bewusst auf eine Sache lenken, sind aber immer noch leicht ablenkbar.
  • Ab etwa acht Jahren kann sich ein Kind für gewisse Zeit – zum Beispiel für die Länge des Schulwegs – konzentrieren.
  • Erst 14-Jährige sind in der Lage, wie Erwachsene zwei Dinge gleichzeitig unter Kontrolle zu halten.
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