Kindliche Ängste

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Ängste sind bei Kindern weit verbreitet und gehören zur normalen Entwicklung.

Kind hat Angst und sucht Schutz © Getty Images
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Die meisten kindlichen Ängste sind typisch für ein bestimmtes Entwicklungsalter und verlieren sich im weiteren Verlauf der Entwicklung weitgehend wieder. Oft treten auch verschiedene Ängste gleichzeitig auf:

  • Viele Kinder haben gegen Ende des ersten Lebensjahres besonders häufig Angst vor fremden Menschen, vor fremden Gegenständen, vor lauten Geräuschen, vor Höhen.
  • Im Kleinkindalter ängstigen sich Kinder oft vor Tieren, vor der Dunkelheit, vor dem Alleinsein.
  • Vier- bis Sechsjährige haben oft Angst vor Fantasiegestalten wie Monster, Geister und Gespenster und vor Naturgewalten wie Blitz und Donner.
  • Im Grundschulalter nehmen die bis dahin vorherrschenden Ängste (Fantasiegestalten, Tiere, Dunkelheit) in der Regel ab. Es treten nun vermehrt schulbezogene und gesundheitsbezogene Ängste auf, zum Beispiel Angst vor Ablehnung, Schulversagen, Angst vor Krankheiten, Verletzungen und Tod.

Angst vor Trennung

Trennungsängste gehören zu den ersten starken Gefühlen eines Kindes. Sie setzen in der Regel gegen Ende des ersten Lebensjahres erstmals ein.
Auch als Kleinkind erlebt Ihr Kind immer wieder Phasen, in denen Trennungsängste verstärkt auftreten. Sie werden insbesondere durch den Zwiespalt zwischen seinem Wunsch nach Selbständigkeit und seinem Bedürfnis nach Schutz und Nähe hervorgerufen. Manche Kinder empfinden im Kindergarten- bis zum Vorschulalter die Angst vor einer Trennung von den Eltern als besonders bedrohlich.

Von Hexen und Monstern – „magische“ Ängste

In der magischen Phase können Angst- und Alpträume den Schlaf empfindlich stören.

Insbesondere zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr wird das kindliche Denken und Handeln durch magische Vorstellungen beeinflusst, in denen für Ihr Kind alles möglich ist: Monster, Geister, Gespenster und ähnliche Gestalten existieren tatsächlich. Da könnte es doch tatsächlich auch sein, dass sich so manches Monster unter dem Bett oder hinter dem Vorhang versteckt hat. Und könnte die Hexe oder der Wolf aus dem Märchenfilm nicht vielleicht doch aus dem Fernseher herauskommen? Da wäre es doch gut, nicht allein zu sein und die Eltern in der Nähe zu wissen…

Wenn Ängste überhandnehmen

Bis zum Schuleintritt sind die meisten Kinder in der Lage, ihre Trennungsängste weitgehend selbst zu regulieren. Auch die Bedrohungen und Ängste der magischen Phase sind bis zum Schulalter meist weitgehend überwunden. Manchmal können sich kindliche Ängste jedoch auch hartnäckig halten.

Wenn Sie den Eindruck haben, Angst nehme im Leben Ihres Kindes überhand, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber sprechen.

Im Alltagstipp „So helfen Sie Ihrem Kind, mit Angst fertig zu werden“ finden Sie einige nützliche Tipps und Hinweise zum Umgang mit kindlichen Ängsten.

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