Mediennutzung und Übergewicht
Bildschirmmedien fördern langes Sitzen – Snacks nebenbei liefern zusätzliche Kalorien. Tipps, damit TV und Co. Kinder und Jugendliche nicht dick machen.
Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit mit elektronischen Geräten wie Computer, Smartphone, Tablet oder Spielkonsolen. Das machen sie gerne im Sitzen oder Liegen. So verringert der Gebrauch von Bildschirmmedien die empfohlene Zeit für Bewegung. Je länger also die Bildschirmzeit, desto schneller verlieren Kinder und Jugendliche ihre Fitness und können übergewichtig werden.
Hinzu kommt, dass spannende Filme oder Computerspiele dazu anregen, kalorienreiche Snacks oder Popcorn zu essen und süße Getränke wie Limonade oder Cola zu trinken. Fast unmerklich führen diese Essgewohnheiten zu mehr Gewicht.
Warum Bildschirmmedien Gewichtsrisiken bergen
- Medien ausgiebig zu nutzen, bedeutet langes Sitzen und wenig Bewegung
- Medien verleiten zum Nebenbei-Essen und Snacken
So helfen Regeln und Rituale beim Umgang mit Medien
Es ist wichtig, die Zeit, die Ihr Kind in seiner Freizeit vor dem Fernseher, der Spielekonsole und dem Computer verbringt oder mit dem Smartphone spielt, zu begrenzen. In Familien gibt es häufig Diskussionen um das Thema Medien.
Diese Regeln können helfen, die Medienzeit zu begrenzen:
- Medienzeiten: Vereinbaren Sie Medienzeiten und halten Sie sie ein. Ausnahmen dürfen ab und zu sein, z. B. um ein spannendes Sportereignis zu verfolgen.
- Medienfreie Zeiten: Morgens vor dem Kindergarten oder vor der Schule, während der Mahlzeiten und eine Weile vor dem Schlafengehen bleiben Fernseher und Computer aus.
- Familienzeiten: Vereinbaren Sie Zeiten, in denen alle Familienmitglieder ihre Smartphones stumm schalten und weglegen.
- Bewegungszeiten: Fernseh- und Computerzeiten brauchen Ausgleich, z. B. durch Sport und Spiel. Zeiten für Film und Computerspiele sollten nicht länger sein als die Bewegungszeiten.
- Vorbild sein: Eltern sind Vorbilder. Gehen Sie selbst bedacht mit Computer und Smartphone um. Lassen Sie sich bei gemeinsamen Mahlzeiten und bei Gesprächen mit Ihrem Kind nicht durch das Handy stören.
- Medienfreie Räume: Fernseher und Computer stehen nicht im Kinderzimmer. Denn dann erhöht sich meist die Zeit, die damit verbracht wird. - Keine Berieselung: Der Fernseher läuft nicht rund um die Uhr und nebenbei.
- Keine Knabbereien: Vor dem Fernseher oder bei der Nutzung des Computer werden keine kalorienreichen Snacks geknabbert. Der Durst wird mit Wasser gelöscht.
Tipp
Besser sich täglich mehr bewegen, als lange vor dem Bildschirm sitzen!
Eine Alternative: Gesundheit fördern durch Apps
Es gibt Apps für Kinder, die spielerisch und unterhaltsam z. B. Wissen zur Ernährung vermitteln oder zu Bewegung motivieren. Sie können helfen, Verhalten zu ändern. Seien Sie offen für die neuen Möglichkeiten. Gesundheits-Apps sind sehr unterschiedlich, wie sinnvoll sie sind, lässt sich pauschal nicht beurteilen.
Deshalb: Schauen Sie sich die Apps genau an. Welche Inhalte und Informationen werden gegeben? Gibt es alltagstaugliche Anregungen, die Spaß machen und motivieren? Oder werden vor allem leere Floskeln und viel „Quatsch“ angeboten, so dass sich bloß die Bildschirmzeit verlängert?
Entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ob und welche App auf dem Smartphone Ihres Kindes installiert wird. Wenn Ihr Kind schon älter ist, lassen Sie sich die Gesundheits-Apps zeigen, die es spannend findet und tauschen Sie sich darüber aus.
Quellen
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (BVKJ), Übergewicht (Fettsucht-Adipositas) Ursachen. Zugriffsdatum: 21.3.2026
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) et al., Pädiatrische Empfehlungen für Eltern zum achtsamen Bildschirmmediengebrauch (2018). Zugriffsdatum: 26.4.2025
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) et al., S2k-Leitlinie Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend. AWMF-Register Nr. 027-075 (15.07.2023; gültig bis: 15.07.2026). Zugriffsdatum: 26.4.2025
Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH), Wenn Übergewicht Kinder zu Außenseitern macht – Starker Adipositas-Anstieg bei Jungen (22.1.2025). Zugriffsdatum: 21.3.2026
Robert Koch-Institut (RKI), Themenblatt: Verfügbarkeit von Bildschirmmedien (2.10.2020). Zugriffsdatum: 21.3.2026





