Medien im Familienalltag. Zehn Empfehlungen

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Kinder brauchen im Umgang mit Fernsehen, Computer, Handy, Tablet und anderen Medien altersgemäße Regeln und die Begleitung erwachsener Bezugspersonen. Die wichtigsten Empfehlungen.

Mutter und Tochter schauen gemeinsam auf ein Smartphone
© Jokic/iStockphoto

1. Den eigenen Umgang mit Medien kritisch überprüfen

Ihr Vorbild ist die beste Medienerziehung. Überprüfen Sie deshalb kritisch, wie Sie selbst mit Medien umgehen: Vergeht kein Tag, ohne dass Sie den Fernseher anstellen oder das Smartphone benutzen? Sind Medien Ihre wichtigste Freizeitbeschäftigung? Läuft vielleicht den ganzen Tag das Radio, ohne dass noch jemand richtig hinhört? Bekommen Sie manchmal nur Teil eines Gesprächs mit, weil Sie ständig Ihr Smartphone im Auge haben?

2. Vereinbarungen treffen

Vereinbaren Sie in der Familie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln zum Mediengebrauch (Gerät, Zeit, Ort, Umfang). Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die Mediennutzung zu Hause, sondern auch unterwegs oder bei Freunden. Planen Sie auch Ausnahmen ein (zum Beispiel für verregnete Wochenenden, bei besonderen Sportereignissen oder für das Entdecken eines neuen Computerspiels).

3. Über Medien reden

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Medien. Und zwar nicht nur über Gefahren und Probleme, sondern auch über die Lieblingssendungen und -figuren oder die Lieblingsspiele Ihres Kindes. Versuchen Sie zu verstehen, was sie für Ihr Kind bedeuten und weshalb sie ihm so gut gefallen. Schauen und spielen sie mit.

4. Kinder beim Medienkonsum begleiten

Begleiten Sie Ihr Kind so oft wie möglich beim Mediengebrauch. Sehen Sie sich möglichst gemeinsam mit ihm eine Sendung an, oder bleiben Sie zumindest in der Nähe und ansprechbar. Hören Sie in neue Kassetten oder CDs rein, bevor Ihr Kind sie anhört. Wenn Ihr Kind sich etwas allein ansieht oder anhört, wählen Sie etwas aus, das Sie beide schon kennen. Beobachten Sie Ihr Kind beim Fernsehen, am Computer, Smartphone, Tablet oder wenn es eine CD hört, und achten Sie darauf, wie es reagiert (fröhlich, aufgedreht, verängstigt, angeregt, aggressiv?).

5. Persönliche Regeln finden

Stimmen Sie Ihre Familienregeln auf Ihr Kind ab. Auch bei gleichem Alter ist jedes Kind anders – in seiner Entwicklung, seiner Erfahrung mit Medien, seinem „Typ“, seiner aktuellen Lebenssituation und seinen Interessen und Vorlieben. Dies alles sollte berücksichtigt werden, wenn Sie gemeinsam Regeln für die Mediennutzung Ihres Kindes aufstellen. (Alters-)Empfehlungen zu bestimmten Sendungen oder zu Nutzungszeiten können dabei eine Hilfe sein, sollten aber nur als grobe Richtwerte gesehen werden. 

6. Kreativ mit Medien sein

Regen Sie Ihr Kind dazu an, selbst etwas mit Medien zu schaffen oder zu gestalten: Mit Ihrem drei-, vierjährigen Kind können Sie zum Beispiel Mal- und Bastelvorlagen suchen, ausdrucken und dann mit Stiften und Schere bearbeiten. Oder lassen Sie Ihr Vorschulkind zum Beispiel einmal selbst fotografieren und bearbeiten Sie gemeinsam mit ihm seine Fotos. Und: Lernen Sie umgekehrt auch von Ihrem Kind.

7. Für Ausgleich zum Medienkonsum sorgen

Bieten Sie Ihrem Kind ausreichend Gelegenheit für andere Freizeitbeschäftigungen – zum Beispiel Sport, Musik, Spiele, Malen, Basteln. Sorgen Sie vor allem dafür, dass es sich ausgiebig bewegen kann, auch in der Wohnung. Manche Kinder möchten die Geschichten ihrer Lieblingssendung auch nachspielen oder beim Malen verarbeiten. TIPP: Kinder verzichten meist sehr viel leichter auf Fernsehen und Computer, wenn es interessante Gegenangebote gibt, wie zum Beispiel ein Spiel mit Mama oder Papa, ein Spielabend, ein Treffen mit Gleichaltrigen, Vorlesen, ein kleiner Fahrradausflug, ein Besuch im Zoo und vieles mehr.

8. Fernseher und Computer „draußen lassen“

Fernseher, Computer, Smartphone, Tablet und Spielkonsole im Kinderzimmer erhöhen die Zeit, die Kinder am Bildschirm verbringen, erheblich. Wir raten deshalb unbedingt davon ab. Sollte es diese Geräte doch im Kinderzimmer geben, helfen klare Regeln, die Nutzung einzuschränken. Vor allem in der letzten Stunde vor dem Zubettgehen sollten Bildschirmmedien jeglicher Art ausgeschaltet bleiben. 

9. Dauerberieselung vermeiden

Hörspiele und Hörbücher sind bei Kindern sehr beliebt. Es sollte aber keine Dauerberieselung stattfinden. Beobachten Sie Ihr Kind: Hört es wirklich zu? Kann es Inhalte wiedergeben, Lieder nachsingen usw., oder ist das Hörspiel nur "Hintergrundgeräusch"?

10. Kinder ins Internet begleiten

Wenn Ihr Kind anfängt, sich für das Internet zu interessieren, entdecken Sie gemeinsam mit ihm altersgerechte Internetangebote (Lesezeichen setzen!). Erklären Sie ihm die wichtigsten Regeln zum sicheren Surfen im Internet und nutzen Sie auch technische Möglichkeiten, um Ihr Kind vor nicht kindgerechten Inhalten (siehe im Wegweiser Medien). Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch über Erlebnisse und Kontakte im Internet – das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass es mit Ihnen auch über beunruhigende und gefährdende Situationen oder Erlebnisse spricht. (Stand: 18.12.2016)

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