Auf Straße und Verkehr vorbereiten

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Wenn Ihr Kind etwa drei Jahre alt ist, können Sie bereits auf spielerische Weise mit seiner Verkehrserziehung beginnen und richtiges Verhalten üben.

Ampeln und Verkehrsschilder © Thinkstock
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Im Alter von drei Jahren können Kinder den Verkehr auf der Straße allerdings noch nicht überblicken. Zum einen sind sie einfach körperlich noch zu klein, zum anderen - und das ist noch entscheidender - fehlt es ihnen entwicklungsbedingt noch an grundlegenden Fähigkeiten und Erfahrungen, im Verkehr angemessen zu reagieren. Selbst bei einem fünf- oder sechsjährigen Kind sind Denken und Wahrnehmung noch stark von seinen rasch wechselnden Bedürfnissen und Anreizen von außen gesteuert. Umso wichtiger ist es, dass sie frühzeitig mit den wichtigsten Verhaltensregeln als Fußgänger vertraut werden.

In vertrauter Umgebung beginnen

Üben Sie das richtige Verhalten im Verkehr zunächst an vertrauter Stelle in der Nachbarschaft.

  • Lassen Sie Ihr Kind dabei auf dem Bürgersteig immer auf der "Innenseite", also der vom Verkehr entfernten Seite gehen.
  • Bleiben Sie vor jeder Fahrbahnüberquerung - auch am Zebrastreifen - an der Bordsteinkante stehen.
  • Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind zweimal prüfend in beide Fahrtrichtungen und betreten Sie die Straße erst, wenn alles frei ist beziehungsweise die Autos am Zebrastreifen angehalten haben. Auch wenn Fußgänger auf dem Zebrastreifen Vorfahrt haben, ist hier Vorsicht geboten, denn nicht jeder Autofahrer hält sich daran. Ganz abgesehen davon, dass ein Kind am Straßenrand häufig leicht zu übersehen ist.
  • Nutzen Sie die Wartezeit an Ampeln, um Ihrem Kind die Situation zu erklären und zeigen Sie ihm auch die Ampelanzeige für die Autofahrer.

Beim nächsten Spaziergang kann Ihr Kind dann vielleicht zeigen, was es gelernt hat, indem es nun Ihnen im Straßenverkehr "hilft".

Das größte Risiko liegt vor der eigenen Tür

Die meisten Unfälle, an denen Kinder als Fußgänger oder Radfahrer beteiligt sind, passieren im unmittelbaren Wohnumfeld, das heißt vor der eigenen Haustür. Selbst im Vorschul- und Grundschulalter reagieren Kinder oft noch impulsiv und lassen dabei leicht jede Gefahr außer Acht: Sie treffen einen Freund, spielen kurz Fangen und Verstecken - und schon laufen sie unbedacht zwischen parkenden Autos über die Straße.

Beschränken Sie Ihre Verkehrserziehung deshalb nicht nur auf die gesicherten Übergänge wie Ampeln und Zebrastreifen, sondern mindern Sie vor allem auch in Ihrer unmittelbaren Wohnumgebung das Risiko:

  • Lassen Sie Ihr Kind nicht ohne Aufsicht auf der Straße spielen.
  • Zeigen Sie ihm, wo die Grenzen seines Spielraums verlaufen.
  • Markieren Sie gegebenenfalls besondere Gefahrenpunkte, zum Beispiel die Bordsteinkante, mit einem Kreidestrich.
  • Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Grenzen seines Spielraums ab.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass Parkplätze und Parkbuchten kein Spielplatz und nicht zum Verstecken geeignet sind - allzu leicht kann es passieren, dass ein Auto plötzlich gestartet wird, ohne dass Fahrerin oder Fahrer das Kind bemerkt hätte.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, ob sich Ihr Kind auch an Ihren Vorgaben hält.

Trügerische Sicherheit: "Verkehrsberuhigung"

Vielerorts gibt es sogenannte verkehrsberuhigte Zonen. Sie sind oft aufgepflastert und Bürgersteig und Fahrweg sind meist nur farblich voneinander getrennt. Doch auch hier muss man sich vor Betreten der Fahrbahn erst vergewissern, dass nicht gerade ein Fahrzeug kommt. Besondere Gefahren lauern hier, wenn die Randstreifen auch noch zugeparkt sind. In solch einem Fall heißt es: Stopp am Fahrzeugende und erst bei freier Sicht über die Straße.

Nicht der kürzeste, der sicherste Weg zählt

Für den Weg zum Kindergarten und später zur Schule ist nicht immer die kürzeste, sondern die sicherste Strecke die richtige. Vor dem ersten Alleingang sollte Ihr Kind nicht nur die wichtigsten Verhaltensregeln als Fußgänger kennen, auch der Weg sollte ihm vertraut sein.

  • Gehen Sie die Strecke so oft wie möglich gemeinsam mit Ihrem Kind ab.
  • Beobachten Sie sein Verhalten und erklären Sie ihm, was Sie weshalb tun.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind bei nächster Gelegenheit, einmal Ihnen zu helfen. Dabei kann es sein Wissen zeigen, und an den unsicheren Stellen können Sie noch einmal mit gutem Beispiel vorangehen.
  • Überlassen Sie mit der Zeit immer mehr Ihrem Kind die Führung und kontrollieren Sie sein Verhalten aus immer größerer Entfernung.

Achten sie darauf, dass Ihr Kind besonders im Herbst und im Winter möglichst auffällige Kleidung trägt. Auch die Schultasche sollte in leuchtenden Farben sein. Reflektierende Streifen oder Anhänger wecken zusätzlich die Aufmerksamkeit der Autofahrer.

Ihr Vorbild ist gefragt - gerade jetzt

Bedenken Sie bei alledem, dass Ihr eigenes Verhalten auf der Straße und im Verkehr viel mehr zählt als das, was Sie Ihrem Kind mit Worten vermitteln. Ihr Kind wird Sie gerade in dieser Phase aufmerksamer als sonst beobachten.

  • Achten Sie also konsequent auf Ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr - sei es zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad.
  • Fahren Sie besonders in Wohnvierteln rücksichtsvoll und angepasst und tragen Sie immer auch selbst einen Fahrradhelm.

So fällt das, was Sie sagen, bei Ihrem Kind auf fruchtbaren Boden.