Was haben Schlafmangel und Stress mit Übergewicht zu tun?
Warum zu wenig Schlaf und chronischer Stress bei Kindern und Jugendlichen zu Übergewicht führen können.
Kinder, die zu wenig Schlaf bekommen, sind tagsüber müde und unkonzentriert. Oftmals lässt die Leistungsfähigkeit in der Schule nach. Schlafmangel kann das Wachstum sowie die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen. Er kann die Abwehrkräfte schwächen und Übergewicht begünstigen. Warum dies so ist, wird noch erforscht. Möglicherweise werden durch Schlafmangel und Stress Hormone, die Hunger und Sättigung regeln, beeinflusst. Entspannung und Ruhepausen bauen Stress ab und fördern einen erholsamen Schlaf.
Ausreichend Schlaf ist also für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen von entscheidender Bedeutung. Der Schlafbedarf nimmt mit dem Heranwachsen ab. Während Babys und Kleinkinder sogar tagsüber Schlafphasen brauchen, werden ältere Kinder am Abend immer später müde. Das ist ganz natürlich. Für Familien bedeutet das oft eine erhebliche Umstellung im Alltag.
Wie viel Schlaf und Ruhepausen brauchen Kinder und Jugendliche?
| Alter | Schlafbedarf (Durchschnitt je 24 Std.) | Hinweis |
|---|---|---|
| 0 bis 1 Jahr | 14–16 Stunden | Besonders in den ersten Monaten brauchen Babys viel Ruhe. Säuglinge schlafen bis zu 18 Stunden über Tag und Nacht verteilt. Manche kommen aber auch mit weniger aus. |
| 2 bis 3 Jahre | 11–14 Stunden | Steht ihr Kind um 7 Uhr auf, sollte es gegen 19 Uhr ins Bett gehen. Die meisten Kinder machen in diesem Alter noch Mittagsschlaf. Es gibt aber auch Zweijährige, die schon gut ohne diesen auskommen. |
| 4 bis 5 Jahre | 10–13 Stunden | Ältere Kita-Kinder verzichten nach und nach auf den Mittagsschlaf. |
| 6 bis 12 Jahre | 9–12 Stunden | Schulkinder bestimmen mehr und mehr selbst, wie viel Schlaf sie benötigen. Achten Sie jedoch darauf, ob Ihr Kind müde oder unkonzentriert ist – dann können frühere Ruhezeiten helfen. |
| 13 bis 18 Jahre | 8–10 Stunden | Selbst wenn Jugendliche später müde werden, benötigen sie das richtige Maß an erholsamen Schlaf. Ist Ihr Kind oft erschöpft, sprechen Sie mit Ihrem Kind in aller Ruhe darüber. |
Was können Sie als Eltern tun?
Sorgen Sie für ausreichend Ruhepausen am Tag und für genügend Schlaf in der Nacht bei Ihrem Kind. Ausreichender und erholsamer Schlaf sowie genügend Ruhepausen sind insgesamt wichtig für eine gesunde Entwicklung und beugen Stress vor.
Das fördert guten Schlaf
- Rituale vor dem Einschlafen (z. B. eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen, vorlesen oder selbst lesen, über den Tag reden, ein Schlaflied singen, ruhige Musik hören, ein Gesellschaftsspiel spielen)
- Ausreichend Bewegung am Tag
Das stört guten Schlaf
- Vor dem Zubettgehen fernsehen, Computer spielen oder mit dem Smartphone spielen
- Zu große Mahlzeiten vor dem Schlafengehen
- Anregende Getränke mit Koffein, wie Cola-Getränke, schwarzer oder grüner Tee, Kaffee vor dem Schlafengehen
Welche Art von Stress hat mein Kind?
Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist nicht immer leicht: Es kann Ärger in der Schule, bei den Hausaufgaben oder mit den Freundinnen und Freunden geben. Doch Stress tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele nicht gut. Wissen Sie, was Ihr Kind unter Druck setzt und wobei es schnell entspannen kann? Lernen Sie seine innere Welt besser kennen – mit dem Stresscheck zum Ausfüllen.
Stress-Check
Wissen Sie, was Ihr Kind unter Druck setzt und wobei es sich schnell entspannen kann? Lernen Sie seine innere Welt besser kennen – mit dem Stresscheck zum Ausfüllen.
herunterladenDas hilft Ihrem Kind mit Stress besser umgehen zu können:
- Aufmerksam sein: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Tag, über besondere Ereignisse. Hören Sie ihm aufmerksam zu. Wenn Ihr Kind Sorgen hat, dann versuchen Sie gemeinsam, Lösungen zu finden.
- Zur Ruhe kommen: Helfen Sie Ihrem Kind, zur Ruhe zu kommen, z. B. durch Pausen im Alltag. Ruhige Tätigkeiten sorgen für Entspannung – dazu gehören Malen, Lesen oder Musik hören. Auch gemeinsam in Ruhe zu essen, kann entspannend sein.
- Stress vermeiden: Packen Sie den Tag nicht zu voll. Zu viele Termine können Stress machen.
- Bewegung fördern: Bewegung mit Spaß ist ein Antistressmittel. Lassen Sie Ihr Kind ausgiebig spielen, toben, in der Freizeit aktiv sein, Sport treiben. Egal wie alt es ist.
- Hilfe holen: Wenn Schlafprobleme länger anhalten und Veränderungen zur Förderung eines gesunden Schlafes keine Verbesserung bringen, sollten Sie aufmerksam werden. Möglich ist, dass psychische Probleme, wie Leistungsdruck in der Schule, oder körperliche Faktoren, beispielsweise Übergewicht, der Grund für zu kurzen oder nicht erholsamen Schlaf sind. Wenn Sie sich Sorgen machen, suchen Sie frühzeitig professionellen Rat bei Ihrer Kinder- und Jugendärztin oder Ihrem Kinder- und Jugendarzt.
Hilfe erhalten Sie auch vom Beratungstelefon des BIÖG.
Ruhepausen zum Abschalten
Gerade im Alltag ist es für Kinder hilfreich, die Balance zwischen Aktivität und Entspannung zu finden und immer wieder Ruhepausen einzulegen. Vor allem nach dem Toben, Spielen, nach dem Sport, nach der Schule oder wenn Ihr Kind etwas Aufregendes erlebt hat, heißt es: Ruhepause. Lesen, Malen, Träumen/Chillen, Schlafen, Schmusen, Musik hören helfen dem Kind zu entspannen. Fernsehen und Computerspiele bieten zu viele Reize und sind kein Mittel zum Abschalten. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene.
Quellen
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (BVKJ), Übergewicht (Fettsucht-Adipositas) Ursachen. Zugriffsdatum: 21.3.2026
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ), DGKJ-Elterninformation. „Mein Kind schläft nicht“ (2019). Zugriffsdatum: 21.3.2026
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP). S1-Leitlinie Nichtorganische Schlafstörungen (F51). AWMF Nr. 028-012 (01.07.2018, gültig bis: 30.06.2023; in Überarbeitung). Zugriffsdatum: 26.3.2026
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Patientenratgeber. Schlafstörungen bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen (2024). Zugriffsdatum: 21.3.2026
Jenni OG, Iglowstein I, Benz C, Largo RH, Perzentilenkurven für die Schlafdauer in den ersten 16 Lebensjahren. Pädiatrische Praxis (2003), (63):481-489. Zugriffsdatum: 21.3.2026




