Sonne und Haut

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Die meisten Menschen genießen die Sonne. Doch zu viel Sonnenbestrahlung kann langfristig zu folgenschweren Hautschäden führen.

Baby mit Sonnenhut am Strand © Corbis Images
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Sonne ist unverzichtbar

Sonne ist nicht nur Nahrung für die Seele, sondern auch wichtig zum Beispiel für die Bildung von Vitamin D, das der Körper für den Knochenaufbau benötigt. Hierfür genügt es jedoch schon, zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme für kurze Zeit ungeschützt der Sonne auszusetzen. Für kurze Zeit heißt, etwa die Hälfte der Zeit, in der man ohne Sonnenschutz einen Sonnenbrand bekäme (die Hälfte der sogenannten minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis, 0,5 MED). Für Hauttyp II würde das bei starker Sonne (UV-Index 7) beispielsweise rein rechnerisch etwa 12 Minuten bedeuten. Ein Sonnenbrand ist natürlich grundsätzlich zu vermeiden.

Sonnenbräune - ein gefährliches Schönheitsideal

Sonnengebräunte Haut - so ein in unserer Zeit weit verbreitetes Schönheitsideal - gehört zu einem attraktiven Äußeren dazu. So ist es denn auch vor allem dieses Schönheitsideal, welches dazu führt, dass sich Menschen in ihrer Freizeit und auf ihren Urlaubsreisen immer wieder intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen oder in Solarien eine vermeintlich gesunde Bräune erwerben.

Noch Anfang des letzten Jahrhunderts galt braune Haut als Merkmal ärmerer Schichten, die ihren Lebensunterhalt beispielsweise durch Feldarbeit verdienen mussten. "Vornehme Blässe" hingegen war Zeichen der bürgerlichen Klasse. Gängige Schönheitsnormen unserer Zeit zeigen genau das gegenteilige Bild: Ein braun gebrannter Körper wird als schön und gesund empfunden. Er gilt als Ausdruck eines von viel Freizeit und häufigen Reisen geprägten Lebensstils.

Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein hohes Maß an Sonnenbestrahlung das Risiko stark erhöht, an Hautkrebs zu erkranken.

Die Haut "vergisst" nicht

Untersuchungen haben gezeigt, dass an Hautkrebs erkrankte Menschen in ihren ersten Lebensjahren stark der Sonne ausgesetzt waren. Da Kinderhaut besonders empfindlich ist, könnte bereits ein einziger schlimmer Sonnenbrand die Ursache für eine Erkrankung im späteren Alter sein.

Schon ein kurzer Aufenthalt in der prallen Sonne kann bei gefährdeten Menschen einen Sonnenbrand hervorrufen. Natürlich verursacht nicht jeder Sonnenbrand automatisch Hautkrebs und in der Regel heilen Hautrötungen und Sonnenbrände nach kurzer Zeit ab. Doch die Haut "vergisst" nicht. Jedes Zuviel an UV-Bestrahlung, das heißt jede Hautrötung und jeder Sonnenbrand, können die Zellstruktur der Haut verändern. Je häufiger diese Schädigungen passieren, desto höher ist das Risiko, dass in einem späteren Lebensalter Hautkrebs entsteht.

Vor allem im Kindesalter kann und sollte deshalb Vorsorge getroffen werden, denn Untersuchungen zufolge werden 80 Prozent der UV-Bestrahlung im Kindes- und Jugendalter aufgenommen. Dabei genügen schon wenige Vorsichtsmaßnahmen, durch die Sie Ihr Kind weitgehend vor den gefährlichen Seiten der Sonne schützen können.

Besondere Risikofaktoren

Die Empfindlichkeit der Haut für Sonnenbrände ist je nach Hauttyp unterschiedlich hoch. Auch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, wird von weiteren individuellen Faktoren mitbestimmt. Hierzu gehören unter anderem Art und Anzahl der vorhandenen Pigmentmale (Leberflecken) wie auch ein gehäuftes Auftreten von Hautkrebs innerhalb der Familie. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, umso höher ist, je hellhäutiger Menschen sind. So ist in Europa die höchste Erkrankungsrate unter Männern in Schweden und Dänemark, unter Frauen in Irland und Schweden zu finden. Am seltensten erkranken Menschen aus Griechenland und Portugal an Hautkrebs.

Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs

Hautkrebs ist eine in verschiedenen Formen auftretende Erkrankung. Die beiden häufigsten Hauttumore sind das Basaliom und das Plattenepithelkarzinom. Beide Erkrankungsarten sind in erster Linie eine unmittelbare Folge übermäßiger UV-Bestrahlung. Deshalb treten sie auch überwiegend an den Körperstellen auf, welche am ehesten der Sonne ausgesetzt sind. Dies sind vor allem Kopfhaut, Gesicht und Ohren. Aber auch Schultern, Rücken, Brüste, Gesäß, Beine und Fußrücken reagieren empfindlich auf Sonnenlicht.

Mit Abstand am häufigsten kommt das Basaliom vor, dann folgt mit ungefähr 20 Prozent der Erkrankten das Plattenepithelkarzinom. Frühzeitig behandelt sind beide Formen in der Regel heilbar und führen in eher seltenen Fällen zum Tod. Die gefährlichste Form des Hautkrebses aber stellt das maligne Melanom, der so genannte "schwarze Hautkrebs" dar. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich die Erkrankungsraten in Deutschland nahezu versechsfacht. So erkrankten beispielsweise im Jahr 2000 circa 11.500 Menschen in Deutschland am malignen Melanom. Mehr als ein Viertel aller Erkrankten versterben an dieser Krebsart. Wird der Krebs früh genug erkannt und behandelt, bestehen jedoch gute Aussichten auf Heilung. Auch bei malignen Melanomen wird davon ausgegangen, dass eine starke Sonnenbestrahlung, insbesondere in der Kindheit, das Risiko einer Erkrankung erhöht. Da sich maligne Melanome häufig aus Pigmentmalen entwickeln, sollten Sie - neben ausreichendem Sonnenschutz - die eigene wie auch die Haut Ihres Kindes immer wieder auf Veränderungen hin beobachten. Dies gilt auch für Stellen, auf die man üblicherweise nicht schaut, wie zum Beispiel die Fußsohlen.

Hautbeobachtung nach der A-B-C-D-Regel

Zur Früherkennung sollten Pigmentmale nach der A-B-C-D-Regel überprüft werden:

A = Asymmetrie, das heißt ein Pigmentmal hat eine unregelmäßige Form.

B = Begrenzung, ein an den Rändern auslaufendes Pigmentmal.

C = Colour (Farbe), das Pigmentmal weist hellere und dunklere Stellen auf.

D = Durchmesser, alle Pigmentmale, deren Durchmesser größer als fünf Millimeter sind, sollten beobachtet werden.

Wenn Sie an Leberflecken, Muttermalen oder Sommersprossen eins der oben beschriebenen A-B-C-D-Merkmale feststellen oder wenn sie sich verändern, jucken oder bluten, sollten sie fachärztlich untersucht werden. Auch andere juckende oder blutende Hautveränderungen, die nach sechs Wochen noch nicht abgeheilt sind, oder rötliche, sandpapierartige Verfärbungen der Haut sollten einem Facharzt oder einer Fachärztin gezeigt werden.