Gesundheitsrisiko Sonne

0-6 Jahre

Werden Baby oder Kleinkind zu lange der Sonne oder Hitze ausgesetzt, drohen schwere gesundheitliche Risiken wie Hitzschlag, Sonnenstich oder Sonnenbrand.

Sonne scheint durch Wolken
© Getty Images

Kleine Kinder können ihren Wärmehaushalt noch nicht so regulieren, weswegen sie weitaus empfindlicher auf Sonnenstrahlung und Sonnenhitze reagieren. Sie schwitzen weniger, brauchen aber relativ mehr Wasser als ein erwachsener Mensch. Wenn Kinder längere Zeit in der Sonne sind und spielen, sollten sie unbedingt durch kindgerechte Sonnenschutzmittel und entsprechende Kleidung (mit Sonnenbrille und Sonnenhut) geschützt sein – und sich am besten im Schatten aufhalten.

Sollte doch der Fall eingetreten sein, dass das Kind zu großer Sonneneinstrahlung oder Sonnenhitze (zum Beispiel im Auto) ausgesetzt war, bringen Sie als allererste Maßnahme das Kind aus der Sonne in eine kühlere Umgebung. Suchen Sie rasch eine ärztliche Praxis auf, wenn Sie sich Sorgen um den Zustand des Kindes machen, vor allem wenn es ein Säugling ist. Alle hier beschriebenen Folgen, wenn Babys und Kleinkinder zu lange der Sonne oder Hitze ausgesetzt waren, lassen sich durch einfache Vorsichtsmaßnahmen vermeiden.

Infografik
Sonnenschutz für Kinder auf einen Blick

Schützen Sie Ihr Kind vor starker Sonnenbestrahlung und machen Sie es – auch durch Ihr Vorbild – mit wichtigen Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen vertraut.

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Sonnenbrand

Der „leichte“ Sonnenbrand ist medizinisch gesehen eine Verbrennung ersten Grades. Nehmen Sie ihn ernst. Gehen Sie mit einem Säugling sofort zu einem Arzt/einer Ärztin.
Sie erkennen einen Sonnenbrand an folgenden Symptomen:

  • Nach 3 bis 4 Stunden ist die Haut wie bei einer Verbrühung/Verbrennung gerötet.
  • Die betroffenen Hautbereiche fühlen sich heiß an, schmerzen und können anschwellen.
  • Die Haut ist gespannt, sehr empfindlich bei Berührung und fängt meist an zu jucken oder zu brennen.
  • Bei einem schweren Sonnenbrand (Verbrennung 2. Grades) entstehen (Brand-)Blasen, die von einem Arzt/einer Ärztin behandelt werden müssen.
  • Eine ärztliche Praxis soll auch dann rasch aufgesucht werden, wenn es dem Kind insgesamt schlecht geht, es Kreislaufschwierigkeiten hat, ihm übel ist und es Fieber bekommt. Nach zwei bis drei Tagen beginnt die Haut sich zu erneuern und an den sonnenverbrannten Stellen zu pellen. Die geschädigte Hautschicht löst sich in kleinen oder größeren Fetzen. Halten Sie die Haut weiterhin feucht (die neue Haut ist noch besonders empfindlich), und vermeiden Sie, dass das Kind die Hautfetzen aktiv abzieht.

Was hilft bei einem Sonnenbrand?

  • Das Kind ist und bleibt im Schatten.
  • Die Haut kühlen Sie regelmäßig mit (nicht zu) kalten feuchten Umschlägen (Kräutertees, Joghurt oder Quark. Keine „Hausmittel“ wie Puder, Mehl, Fettsalbe oder Öl!). Gefrorenes kann die Haut noch mehr schädigen!
  • für Kinder geeignete kühlende Lotionen, Feuchtigkeitscremes und Gels können die Haut beruhigen und zur Gesundung beitragen.
  • Die gereizten Hautstellen sollten keiner Reibung (entsprechend leichte oder gar keine Kleidung), also am besten der Luft ausgesetzt sein.
  • In keinem Fall dürfen Sie bei einem starken Sonnenbrand die Bläschen öffnen oder entfernen (Entzündungsgefahr) – darum muss sich ein Arzt/eine Ärztin kümmern.
  • Geben Sie dem Kind genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Beruhigen und trösten Sie das Kind, denn die Schmerzen werden vorüber gehen.
  • Das Kind darf erst wieder in die Sonne, wenn die Haut ausgeheilt ist.

Hitzschlag

Bei einem Hitzschlag ist der gesamte Körper betroffen. Das kann passieren, wenn das Kind in einem Auto zu viel Hitze ausgesetzt ist, oder wenn sich das Kind in der Sonne überanstrengt hat – begünstigt durch eine feuchtwarme, schwüle Witterung. Sein Körper ist nicht mehr in der Lage, sich mit seinen Mitteln (Schwitzen) zu kühlen, ein Hitzestau droht. Bringen Sie das Kind sofort aus der Sonne, rufen Sie den Notarzt!

So können Sie einen Hitzschlag erkennen:

  • Das Kind hat einen hochroten Kopf, die Haut ist errötet, heiß und trocken (anfangs rot, im weiteren Verlauf grau bzw. bläulich), ohne Schweiß. 
  • Der Gesichtsausdruck ist stumpf, der Gang unsicher, taumelnd.
  • Die Körpertemperatur ist sehr hoch (über 40 °C).
  • Das Kind hat Kopfschmerzen, seine Atmung ist schnell und flach.
  • Es hat Bewusstseinsstörungen, krampft, wird evtl. bewusstlos.

Was ist zu tun?

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und muss rasch vom Notarzt oder in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandelt werden. Das Kind muss sofort aus der Sonne, ruhig liegen können und gekühlt (aber nicht unterkühlt) werden. Beengende Kleidung entfernen, die Beine hoch legen. Flüssigkeit zuführen (nicht bei Bewusstlosigkeit). Erste-Hilfe-Maßnahmen sind zu treffen. Versuchen Sie das Kind zu beruhigen, lassen Sie es nicht allein.

Sonnenstich

Der Sonnenstich ist die Folge einer längeren und direkten Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf und Nacken des Kindes. Er führt zu einer Reizung der Hirnhaut. Kleinkinder sind besonders gefährdet.

Daran können Sie einen Sonnenstich erkennen:

  • Der Kopf ist hochrot und heiß, obwohl die Körperhaut kühl bzw. normal warm und die Körpertemperatur auch normal ist
  • Das Kind ist unruhig und verwirrt und klagt über stechende Kopfschmerzen, Schwindel oder Ohrensausen.
  • Ihm ist übel und es muss sich erbrechen.
  • Der Nacken ist steif.
  • Das Kind hat manchmal Kreislaufbeschwerden und wird evtl. bewusstlos.  Bei Bewusstlosigkeit sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreifen und den Notarzt rufen. Das Kind muss sofort aus der Sonne und ruhig liegen können. Den Kopf erhöht lagern und (auch den Nacken) mit feuchten lauwarmen Tüchern sanft kühlen (aber nicht unterkühlen!). Dem Kind zu trinken geben und es nicht alleine lassen.
Ohne Wenn und Aber: Sonnenschutz für Kinder
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Die Haut von Babys und Kleinkindern ist in Sachen Sonne besonders empfindlich. Die wichtigsten Hinweise für einen wirkungsvollen Sonnenschutz.

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Sonnenallergie

Unter dem Begriff „Sonnenallergie“ werden unterschiedliche Hauterkrankungen zusammengefasst, deren Auslöser meist zu starke Sonneneinstrahlung (vor allem UV-A-Strahlen) ist. Die körpereigenen Schutzmechanismen sind gerade bei Kindern noch nicht ausgereift, „zu viel Sonne“ belastet ihre Haut, und sie kann ähnlich einer Allergie mit reizbaren Hautveränderungen reagieren.
Eine Sonnenallergie kann sich durch folgende Anzeichen bemerkbar machen, die von Kind zu Kind unterschiedlich stark ausgeprägt sein können:

  • Nach wenigen Stunden (bis zu ein paar Tagen) beginnen die Hautstellen zu jucken und zu brennen, die besonders der Sonne ausgesetzt waren (Kopf, Nacken, Arme, Hände etc.).
  • Auf der Haut bilden sich rötlichen Flecken.
  • Bläschen, Knötchen oder sogar Blasen können entstehen.
  • Akneähnliche Pusteln („Sommerakne“) können auftreten.
  • Die Haut schwillt eventuell an. Manchmal kann eine Sonnenallergie durch Kosmetika und Arzneien (Antibiotika) gefördert werden. Auch bestimmte Pflanzen (z. B. Riesenbärenklau, Engelwurz) können bei Berührung eine lichtempfindliche Reaktion auf der Haut auslösen.

Folgende Maßnahmen sollten Sie bei einer Sonnenallergie ergreifen:

  • Wenn eine schwere Sonnenallergie mit Hautausschlägen vorliegt und Sie sich Sorgen machen, suchen Sie eine (haut-)ärztliche Praxis auf.
  • Das Kind muss in den Schatten und soll auch in den kommenden Tagen die direkte Sonne meiden. Wenn das nicht möglich ist, sollte es leichte und sonnenschützende Kleidung (Hut, lange Ärmel und lange Hose etc.) tragen. Die Haut wird mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt.
  • Wechseln Sie vorsichtshalber die Sonnencreme, weil auch diese ein Allergieauslöser sein kann.
  • Kühlen Sie die betroffenen Hautstellen sanft mit feuchten Tüchern (mit z. B. Quark, Joghurt o. Ä.).
  • Ob eine Sonnenallergie mit Medikamenten gelindert wird, entscheidet der Arzt bzw. die Ärztin. Oft treten die Beschwerden im Frühjahr, also zum Beginn stärkerer und längerer Sonnenstrahlung auf, und zum Herbst hin stellt sich eine Verbesserung ein. Durch ein langsames, achtsames Gewöhnen an die Sonne, wobei Sonnenschutzmittel mit gutem UV-A-Schutz verwendet wird, kann einer Sonnenallergie vorgebeugt werden.

Sommersmog und Ozon

Sommersmog bezeichnet ein bodennahes Gasgemisch aus Ozon, Peroxyacetylnitrat (PAN) und Aldehyden. Es entsteht aus einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Luftsauerstoff, Abgasen aus Industrie und Verkehr und viel Sonnenenergie. 
Sommersmog reizt die Schleimhäute. Dies führt zu Augenbrennen, trockenem Husten und bei körperlicher Belastung zu Beklemmungsgefühlen. Eingeatmetes Ozon reizt die Lungenbläschen und kann dort zu Entzündungen führen. Bei an Asthma oder Allergien erkrankten Menschen kann der Sommersmog die Beschwerden verstärken.
Die meisten Menschen bekommen Beschwerden, wenn die Ozonkonzentration auf 400 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ansteigt. Empfindliche Personen bemerken die Symptome schon bei unter 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Steigt die Konzentration von Ozon über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, informieren die Behörden die Bevölkerung. Das Umweltbundesamt veröffentlicht stündlich aktuelle Ozonmesswerte für ganz Deutschland.

Was können Sie tun?

  • Empfindliche Kinder sollten sich in geschlossenen Räumen aufhalten oder die belastete Zone ganz verlassen.
  • Körperliche Anstrengung führt zu schnellerem Atem: mehr Ozon wird aufgenommen.
  • Wenn Ihr Kind auf eine Ozonbelastung empfindlich reagiert, sollten Sie einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen.
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