Kinder-Rückhaltesysteme fürs Auto

Rückhaltesysteme gibt es – je nach Alter des Kindes – in vielen Modellen und Ausführungen. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Nach der Straßenverkehrsordnung (StVO, § 21) dürfen Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die kleiner als 150 Zentimeter sind, nur in geeigneten und amtlich genehmigten Rückhaltesystemen im Auto mitgenommen werden.

Rückhaltesysteme nach ECE-Prüfnorm

Geeignet und amtlich zugelassen sind nur solche Rückhaltesysteme, die der Prüfnorm ECE 44/03 oder 44/04 entsprechen und

  • für das Fahrzeug zugelassen sind,
  • auf dem benutzten Sitzplatz verwendet werden können und
  • dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechen.

Ältere Kindersitze, die noch nach der Prüfnummer 02 oder gar 01 zugelassen sind, dürfen seit 8. April 2008 nicht mehr verwendet werden.

Alternativ gibt es seit Juni 2013 Kindersitze nach einer neuen Norm (ECE-R 129, i-Size), die sich an Körpergrößen orientieren.

Kinder sichern – aber richtig

  • Säuglinge und Kleinkinder (bis etwa drei Jahren) sollten möglichst in rückwärts gerichteten Rückhaltesystemen (Reboardsitze) auf dem Rücksitz befördert werden.
  • Die Montage auf dem Beifahrersitz sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen. Dies ist allerdings nur dann zulässig, wenn das Auto keinen Beifahrerairbag hat, oder dieser vorschriftsmäßig und sicher deaktiviert ist. Wenn die Nutzung des Beifahrersitzes durch den Autohersteller untersagt ist, sollten Sie dort auch kein Kind platzieren.
  • Als sicherster Platz für Kinder gilt grundsätzlich die Rückbank, insbesondere der Mittelsitz und der Platz hinten rechts, da dann das  Hineinsetzen bzw. später das Ein- und Aussteigen des Kindes immer auf der Seite zum Fußweg erfolgen kann.
  • Der Wechsel von der Babyschale in den nächstgrößeren Kindersitz sollte nicht zu früh erfolgen. Zwar gelten grundsätzlich die Gewichtsangaben auf dem Prüfsiegel, aber entscheidend ist vor allem, die Position des Kopfes. Erst wenn der Kopf über den Rand der Babyschale hinausragt, ist ein Wechsel in die Gruppe I nötig.
  • Bis zum Alter von 12 Jahren bzw. einer Körpergröße von 150 cm müssen Kinder in altersentsprechenden Kindersitzen gesichert werden. Auch für den späteren Wechsel vom Sitz der Gruppe I in einen größeren Kindersitz bietet die Lage des Kopfes einen guten und sicheren Anhaltspunkt: Wenn der Kopf über die Rückenlehne hinauswächst, ist es Zeit für den größeren Kindersitz der Gruppe II/III. Für den Schutz des Kindes ist es besonders wichtig, dass Rückenstütze und Kopfstütze vorhanden sind.

Gewichts- und Altersklassen

Rückhaltesysteme für Kinder nach der ECE-R44-Norm werden nach Gewicht und Alter des Kindes in verschiedenen Gruppen eingeteilt:

Gruppe Gewicht Alter
Gruppe 0 0–10 kg bis ca. 9 Monate
Gruppe 0+ 0–13 kg bis ca. 18 Monate
Gruppe I 9–18 kg 9 Monate bis ca. 4 Jahre
Gruppe II 15–25 kg 4 bis 7 Jahre
Gruppe III 22–36 kg 7 bis 12 Jahre

Welche Gruppe für Ihr Kind zulässig ist, richtet sich derzeit ausschließlich nach seinem Körpergewicht, da die Altersangaben nur Durchschnittswerte wiedergeben. Grundsätzlich sollte nicht zu früh in eine größere Klasse gewechselt werden.

Hilfen bei der Kaufentscheidung

  • Bei der Wahl des richtigen Produkts sind die Ergebnisse von Testuntersuchungen und Verbraucherzentralen sehr hilfreich. Auch unter den zugelassenen Modellen gibt es sehr große Unterschiede in Qualität, Sicherheit und Handhabung.
  • Achten Sie darauf, dass das Rückhaltesystem nach der aktuellen Prüfnorm für Kindersitze (orangefarbenes ECE-Etikett) zugelassen ist.
  • Nehmen Sie Ihr Kind beim Kauf des Kindersitzes möglichst zum „Probesitzen“ mit.
  • Probieren Sie vor der Anschaffung aus, wie sich das System in Ihren Wagen einbauen lässt. Auch bei Universalzulassung sind Montage und Benutzung je nach Fahrzeug unterschiedlich schwer oder einfach.
  • Der Sitz darf nicht wackeln oder verrutschen. (Stand: 28.05.2015)
 
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