Hilfreiche Tipps für den Stillalltag

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Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten, Entspannung, Auszeiten und einige Kniffe beim Stillen – so wird die Stillzeit zu einem intensiven Erlebnis.

Eine Mutter stillt ihr Baby
© Getty Images

Ihr Wohlbefinden bildet eine gute Basis

Damit das Stillen für Sie und Ihr Kind im Alltag ein schönes Erlebnis ist und bleibt, ist es wichtig, dass Sie beide sich wohlfühlen. Hier einige grundlegende Tipps:

  • Sehen Sie sich und Ihr Baby als Team, das die Sache schon gemeinsam schaffen wird.
  • Gewinnen Sie Ihren Partner als Teammitglied, seine Unterstützung ist von unschätzbarem Wert.
  • Suchen Sie sich anfangs einen ruhigen Ort zum Stillen, an dem Sie sich wohl fühlen und sich ganz auf Ihr Baby konzentrieren können.
  • Haben Sie Vertrauen zu sich und Ihren Möglichkeiten als Mutter.
  • Tun Sie sich mit anderen Müttern zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen, auch beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – versuchen Sie zwischendurch immer wieder Ruhepausen für sich selbst zu finden.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich möglichst gesund und vielseitig ernähren. Das dient vor allem Ihrem eigenen Wohlbefinden.

Eine gute Stillposition ist das A und O

Die richtige Position sorgt für eine gute Ausgangssituation, um das Stillen erfolgreich und angenehm zu machen.

Infografik
Stillpositionen für ein erfolgreiches Stillen

Entspannt und mit gutem Halt – die Infografik zeigt die gängigsten Stillpositionen und worauf dabei zu achten ist.

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Lehnen Sie sich zum Stillen bequem zurück, und legen Sie die Beine hoch; ein Sofa, Sessel oder Bett eignet sich besonders. Polstern Sie sich mit Kissen ab – so viel, wie Sie brauchen. Wenn Sie zum Beispiel den Kopf Ihres Babys in den Arm legen und Ihren Arm auf ein Kissen stützen, entlastet dies den Arm und der Schulterbereich entspannt sich. Auch ein Nackenkissen zur Entlastung der Nacken- und Schultermuskulatur, ein Bett oder Sofa zum Hochlegen der Beine verhelfen zu bequemen Stillpositionen.

Tipp: „Schieben“ Sie die Schultern nach unten, weg von den Ohren. Hochgezogene Schultern sind gerade bei langem Stillen häufig Ursache für Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich.

Wenn Sie aufrecht sitzen, bringen Sie Ihr Kind immer zur Brust und nicht umgekehrt die Brust zum Kind. So können Sie es auch im Liegen stillen. Wenn Sie im Liegen stillen, können Sie übrigens durch Ihre Drehung mit dem Oberkörper die Höhe der Brust gut regulieren und auf Ihr Baby ausrichten. Der Mund Ihres Babys sollte weit geöffnet sein. Achten Sie darauf, dass der Mund sich weit um die Brustwarze und um einen großen Teil des Warzenhofes schließt. Das tiefe Einsaugen des Warzenhofes verhindert meist wunde Brustwarzen. Wenn es weh tut, lösen Sie Ihr Baby lieber wieder, indem Sie den kleinen Finger in seinen Mundwinkel schieben.

Die Hände möchten Babys frei haben, damit sie selbst zur Brust greifen können. Und wenn sich die Nase an die Brust drückt, keine Sorge. Babys bekommen genug Luft. Wenn es zu eng wird, lassen sie in der Regel von selbst los. Falls Sie doch einmal das Gefühl haben, dass Ihr Baby mit der Nase zu dicht an der Brust liegt, korrigieren Sie die Stillposition, indem Sie den Po näher an sich heranrücken. Damit entfernt sich der Kopf leicht von der Brust.

Grundsätzlich kann eine professionelle Anleitung zum richtigen Anlegen des Kindes durch Hebamme, Krankenschwester oder Stillberaterin helfen, um Probleme beim Stillen zu vermeiden.

Setzen Sie beide Brüste ein

Lassen Sie Ihr Baby so lange an einer Seite trinken, bis es dort von allein aufhört, und bieten Sie ihm dann die andere Brust an. Manche Kinder trinken pro Mahlzeit nur an einer Brust, andere trinken mehrmals an beiden Seiten. Alles ist möglich, solange es Ihnen und dem Baby damit gut geht.

Wie oft Sie stillen, bestimmen das Baby und Sie

Die meisten Neugeborenen wollen acht bis zwölf Mal in 24 Stunden oder häufiger gestillt werden. Viele Babys trinken meist in kürzeren Abständen und legen einmal in 24 Stunden eine längere Schlafpause ein.

Häufige, kürzere Stillmahlzeiten regen die Milchbildung an und sind für Mutter und Kind meist angenehmer als überlange Trinkperioden mit langen Zwischenpausen. Die Brust spannt dann nicht so leicht und das Baby muss nicht über Unruhe- und Hungerphasen hinweggetröstet werden.

Mit etwa sechs Wochen erreichen Säuglinge einen Wachstumsschub, der naturgemäß mit vermehrtem Hunger einhergeht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind nicht mehr richtig satt wird an der Brust, sollten Sie es ein paar Tage lang öfter anlegen. Hierdurch wird die Milchbildung angeregt und kann sich dem wachsenden Hunger anpassen.

Wenn der Abstand der Stillmahlzeiten sehr lang wird

Damit die gleichbleibende Milchbildung unterstützt wird, sollten in der ersten Woche nicht mehr als vier Stunden Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten liegen. Das Baby dann gegebenenfalls sanft aufwecken und anlegen. Auch bei geringer Gewichtszunahme, Trinkschwäche oder Gelbsucht sollten Sie dies nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt bzw. der Hebamme tun.

Die Stilldauer ist verschieden

Eine Stillzeit von zehn bis 45 Minuten ist normal. Pro Stillmahlzeit können bis zu sechs Milchspendereflexe erfolgen. Es stimmt also nicht, dass in den ersten zehn Minuten hauptsächlich getrunken wird, wie häufig gesagt wird.

Während der Stillmahlzeit verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Am Anfang ist sie durstlöschend, Ihr Baby wird deshalb im Sommer gerne oft und kurz trinken. Wenn es länger trinkt, wird die Milch immer sahniger. So kann es genau dann aufhören zu trinken, wenn es satt ist.

Achten Sie auf Zeichen der Sättigung

Wenn Ihr Baby die Brustwarze frei gibt können Sie in der Regel davon ausgehen, dass es satt ist. Schauen Sie auch auf die Händchen: Bei vielen Säuglingen sind die Hände zu Fäustchen geballt, wenn sie Hunger haben. Wenn sie satt werden, öffnen sich die Händchen, und sie schauen ihr Gegenüber mit weit geöffneten Augen an.

Auch die Beendigung des hörbaren Schluckens, ein verstärktes Nuckeln an der Brust und längere Pausen zwischen dem Saugen sind Zeichen, dass Ihr Baby allmählich satt ist.

Um das Baby von der Brust zu lösen, schieben Sie den kleinen Finger in seinen Mundwinkel. Ein Herausziehen der Brustwarze ist nicht zu empfehlen, da diese verletzt werden könnte.

„Bäuerchen“ befreien

Beim Stillen schlucken Babys zwar weniger Luft als bei einer Flaschenmahlzeit, aber auch hier kann ein Bäuerchen manchmal befreiend sein. Damit Ihr Kind gut aufstoßen kann, legen Sie es nach dem Stillen so über Ihre Schulter, dass Brust und Bauch aufliegen. Kleine Milchrülpser landen am besten auf einem Spucktuch (Mullwindel). Manche Stillkinder stoßen nie oder selten auf.

Nächtliches Stillen lässt sich erleichtern

In den ersten Lebenswochen wollen die meisten Babys nachts mehrmals gestillt werden. Das nächtliche Anlegen hilft zudem, den Kreislauf der Milchbildung in Gang zu halten und Spannung in der Brust zu vermeiden.

Wenn das Babybett – wie zur Vorbeugung des Plötzlichen Säuglingstodes für das erste Lebensjahr empfohlen – im elterlichen Schlafzimmer steht, haben Sie Ihr Baby in Reichweite und können es ohne großen Aufwand zum Stillen zu sich ins Bett nehmen. Dies erleichtert das nächtliche Stillen. Aber auch Väter sind mit nächtlichem Baby-Bring-Dienst und mit „Bäuerchen-Aufgaben“ strapazierbar und können so die Mutter unterstützen.

Ab wann Babys ohne Nachtmahlzeit durchschlafen, ist unterschiedlich. Manche schlafen mit drei Wochen schon sechs bis acht Stunden durch, andere wachen noch mit sieben Monaten ein- bis zweimal nachts auf. Andere schlafen noch im 2. Lebensjahr noch nicht durch. (Stand: 12.5.2017)

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