Häufige Probleme beim Stillen

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Auch wenn Stillen die natürlichste Sache der Welt ist, will es manchmal einfach nicht klappen. Doch Stillprobleme können oft einfach vermieden oder behoben werden.

Mutter tröstet weinendes Baby © iStockphoto
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Am Anfang ist Geduld gefragt

Stillen ist eine ganz natürliche Sache. Der Körper der Mutter ist durch das Hormonsystem bestens hierauf vorbereitet. Doch Aufregung und Unsicherheit genügen schon, um die Natur etwas durcheinanderzubringen, sodass es bei einigen Müttern nicht auf Anhieb mit dem Stillen klappt. Auch kann eine Behinderung des Babys Probleme beim Stillen bereiten. Lassen Sie sich unterstützen, denn meist braucht es nur etwas Geduld und Unterstützung durch Ihre Hebamme oder Stillberaterin.

Der Beginn der reichlichen Milchbildung

Am Anfang wird das Kolostrum in kleinen Mengen gebildet. Mit jedem Stillen wird die Milchbildung angeregt. Durch häufiges Stillen, ca. acht bis zwölf Mal in 24 Stunden, erfolgt der Übergang zur reichlichen Milchbildung allmählich. Am zweiten bis vierten Tag spüren Sie, wie die Brüste voller und schwerer werden, manchmal macht sich auch ein Spannen bemerkbar. Wenn der Druck unangenehm wird, fragen Sie in der Klinik oder Ihre Hebamme um Rat.

Wunde Brustwarzen

Es ist normal, wenn die Brustwarzen in den ersten Tagen leicht gereizt sind. Schmerzen aber deuten darauf hin, dass das Kind die Brustwarze beim Saugen verletzt. Halten Sie keine Schmerzen aus, sondern holen Sie sich direkt Hilfe. Wunde Brustwarzen dagegen können sehr schmerzhaft sein, und nicht selten sind sie der Grund dafür, weshalb Mütter viel zu früh abstillen.

Häufig liegen die Ursachen für wunde Brustwarzen in der Stillposition oder in der Anlegetechnik. Deshalb ist es wichtig, dass sich Mütter gleich zu Beginn von der Hebamme oder Stillberaterin zeigen lassen, wie sie ihr Kind in einer guten Position richtig anlegen. So kann beispielsweise eine angespannte, unbequeme Haltung der Mutter beim Stillen dazu führen, dass nicht genügend Milch fließt und das Baby ungeduldig an der Brustwarze zerrt. Wenn das Kind nicht dicht genug am Körper der Mutter liegt, kann es nicht genug vom Brustgewebe erfassen. Hat es nur die Brustwarze im Mund, wird diese stark beansprucht und möglicherweise verletzt. Außerdem bekommt das Kind nur wenig Milch.

Überprüfen Sie das Anlegen Ihres Babys und lassen Sie sich gegebenenfalls helfen. Achten Sie vor allem auf die Lage Ihres Babys an der Brust. Mögliche Anlegefehler können sein:

  • das Kind hat nicht mit dem ganzen Körper Kontakt zu Ihnen,
  • der Kopf ist gedreht,
  • der Mund ist beim Anlegen nicht weit genug geöffnet,
  • das Kind hat nicht genug vom Brustwarzenvorhof erfasst,
  • das Kind ist in eine andere Lage gerutscht und die Stillposition nicht mehr entspannt.

Durch eine Verbesserung der Stillposition oder Anlegetechnik sollten die Schmerzen rasch spürbar nachlassen. Lassen Sie Milchreste und Speichel des Babys gut an der Brust antrocknen. Zu Hause sollten Sie öfter einmal Luft an die Brust lassen. Bei kleinen Rissen können Salben helfen. Sollte keine Besserung eintreten, suchen Sie ärztlichen Rat. Manchmal liegt eine Pilzerkrankung (Soor) vor, die sich zwischen Brust und Baby wechselweise überträgt.

Milchstau

Ein Milchstau kann entstehen, wenn ein oder mehrere Milchgänge nicht richtig entleert werden. Vielleicht spüren Sie eine druckempfindliche Stelle bzw. eine Schwellung, sehen eine Rötung, die Brust fühlt sich warm oder heiß an. Das Baby kann eine gestaute Brust nur schwer abtrinken. Oft ist Stress eine Hauptursache für einen Milchstau. Nehmen Sie sich bei einem Milchstau daher vor allem Zeit und Ruhe mit Ihrem Baby. Legen Sie es oft (ca. alle 1,5 bis 2 Stunden) an, und probieren Sie verschiedene Stillpositionen aus, damit die Brust von allen Seiten gut geleert wird.

Was meist gut hilft: Die Brust vorher wärmen, um das Gewebe zu entspannen. Danach das Baby stillen oder mit der Hand Milch aus der Brust entleeren oder die Milch mit einer guten Pumpe abpumpen. Wichtig ist, dass Sie alle Bewegungen vorsichtig, ohne zu reiben oder quetschen, durchführen. So vermeiden Sie, dass das empfindliche Brustgewebe Schaden nimmt. Schmerzt das Anlegen trotzdem sehr, sollten Sie die Brust nach dem Stillen etwa 20 Minuten lang kühlen. Geeignet sind kühle Umschläge, aber auch frische Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank bzw. kalter Quark, den Sie auf ein Tuch oder auf eine Folie streichen, damit er nicht die Haut berührt. 
Folgende Maßnahmen sind ebenfalls hilfreich bei Milchstau:

  • Legen Sie sich mit Ihrem Kind ins Bett, sagen Sie Termine ab, sorgen Sie für Ruhe.
  • Machen Sie vor dem Stillen fünf Minuten lang feuchte Wärmewickel.
  • Auch eine warme Dusche oder ein Brustbad können die Milch zum Fließen bringen.
  • Lassen Sie Ihr Baby häufig trinken.
  • Mit der Hand die Brust entleeren oder die Milch mit einer guten Pumpe abpumpen kann zusätzlich entlasten.

Wenn Sie Fieber oder grippeartige Symptome haben oder beunruhigt sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. (Stand: 12.5.2017)