Grippe (Influenza)

0-6 Jahre

In Herbst und Winter haben Kinder gehäuft Schnupfen oder Husten – meist ein harmloser grippaler Infekt. Gerade im Winter kann es aber auch eine „echte“ Grippe (Influenza) sein.

Erkältungen, oft auch Grippaler Infekt genannt, gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Auslöser ist eine Vielzahl verschiedener Viren. Grippale Infekte können das Wohlbefinden zwar ziemlich beeinträchtigen, sind aber meist harmlos. Bei der „echten“ Grippe dagegen, die durch Influenzaviren verursacht wird, handelt es sich um eine oft schwere Erkrankung, die auch das Immunsystem schwächt und sich auf Lunge, Herz und Gehirn ausweiten kann. Das ist für manche Kinder mit einer chronischen Erkrankung ein besonderes Risiko.

Den wirksamsten Schutz vor einer Infektion mit den saisonal auftretenden Influenza-Viren bietet hier die alljährliche Grippeschutzimpfung, die im Kindesalter unter anderem für Kinder mit bestimmten chronischen Erkrankungen ärztlich empfohlen wird. Grippeimpfstoffe werden jährlich an die aktuell zirkulierenden Viren-Varianten angepasst.

Übertragung von Influenza-Viren

Infektionen mit Influenza-Viren sind weltweit verbreitet. Sie sind hoch ansteckend und werden über Tröpfchen, zum Beispiel beim Sprechen und insbesondere beim Husten und Niesen, übertragen. Über die eingeatmete Luft oder direkten Kontakt – beispielsweise über die Hände – gelangen die Viren auf die Schleimhäute, wo sie sich vermehren.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es etwa ein bis zwei Tage. Der oder die Erkrankte ist bereits kurz vor Auftreten der ersten Symptome und danach in der Regel vier bis fünf Tage ansteckend. Bei kleineren Kindern kann die Ansteckungsfähigkeit früher beginnen und länger anhalten.

Mehr als Husten oder Schnupfen: die Symptome

Während ein grippaler Infekt meist harmlos verläuft, ist die durch Influenzaviren ausgelöste „echte“ Grippe häufig eine ernsthafte Erkrankung. Typisch für eine Infektion mit Influenzaviren sind

  • plötzlich auftretendes Fieber (über 38,5° Celsius),
  • trockener Reizhusten,
  • Muskel-, Glieder- und/oder Kopfschmerzen,
  • ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

Weitere Symptome können Abgeschlagenheit, allgemeine Schwäche, Lichtscheue, schmerzhafte Augenbewegungen, Schweißausbrüche, Naselaufen und Halsschmerzen sein.

Bei Kindern kommen häufig noch Übelkeit und Erbrechen hinzu. Auch Heiserkeit und Husten bis hin zur Pseudokrupp-Symptomatik sowie Mittelohrentzündungen sind im frühen Kindesalter typische Symptome einer Infektion mit Influenza-Viren. Appetitlosigkeit, vermehrte Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein können ebenfalls auf eine Virusinfektion hinweisen.

Krankheitsverlauf und Behandlung

Die Grippeviren schädigen die Schleimhaut der Atemwege und schwächen die Abwehrkräfte, sodass der Körper anfälliger für weitere Krankheitserreger wird. Diese Anfälligkeit kann vor allem bei gefährdeten Personen, beispielsweise älteren Menschen oder chronisch Kranken, zu schwerwiegenden Komplikationen – wie zum Beispiel Lungenentzündung – bis hin zum Tod führen.

Bei ansonsten gesunden Kindern wie auch bei Erwachsenen, die nicht zu den sogenannten Risikogruppen gehören, verläuft die Grippe oft ohne Komplikationen und ähnlich einem grippalen Infekt. Sie ist in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen überstanden. Allerdings kann der trockene Husten über Wochen bestehen bleiben und sehr quälend sein.

Die Symptome wie Husten oder Fieber werden wie bei einem grippalen Infekt symptomatisch behandelt. Bei Kindern reichen oft schon einige Tage Bettruhe.

In manchen Fällen kann es auch bei an sich gesunden Kindern infolge der Grippe zusätzlich zu bakteriellen Infektionen der Atemwege mit einer Lungenentzündung kommen. Eine solche bakterielle Infektion muss in der Regel mit Antibiotika behandelt werden.

Schutz vor Ansteckung

Eine Impfung bietet den wirksamsten Schutz gegen Influenza. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut unter anderem für chronisch kranke Kinder empfohlen und sollte jährlich, vorzugsweise in den Monaten Oktober und November, durchgeführt werden. Eine Impfung kann aber auch noch später möglich und sinnvoll sein. Allerdings dauert es etwa zwei Wochen, bis sich der Impfschutz voll ausgebildet hat. Fragen Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin, ob für Ihr Kind eine Impfung sinnvoll ist!

Für Kinder und Jugendliche von 2 bis 17 Jahren steht auch ein sogenannter Lebendimpfstoff zur Verfügung, der nicht wie üblich gespritzt, sondern als Nasenspray verabreicht wird. Besteht eine starke Abneigung gegen Spritzen oder liegt eine Störung der Blutgerinnung vor, sollte bevorzugt der Lebendimpfstoff verwendet werden. Bei einigen Grundkrankheiten wie z. B. Immunschwäche oder schweres Asthma kann der Lebendimpfstoff nicht eingesetzt werden. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Gerade wenn die Grippe verstärkt auftritt, sollten grundsätzliche Hygieneregeln besonders beachtet werden, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern:

  • Kontakt zu Erkrankten meiden,
  • Anhusten oder Anniesen vermeiden,
  • nicht in die Hände husten,
  • auf Händeschütteln verzichten,
  • Hände vom Gesicht fernhalten,
  • regelmäßig und gründlich die Hände waschen, insbesondere nach dem Heimkehren,
  • benutzte Einmaltaschentücher sofort entsorgen.
Impfen - Schutz für Ihr Kind vor Infektionskrankheiten
Faltblatt, DIN lang Bild zu Impfen - Schutz für Ihr Kind vor Infektionskrankheiten

Informationen zu den Impfungen im Kindes- und Jugendalter

erhältlich in Deutsch, Türkisch, Russisch, Englisch und Arabisch

Beschreibung lesen

Stärkung der Abwehrkräfte

  • Geben Sie Ihrem Kind trotz der kalten Witterung ausreichend Gelegenheit, sich in entsprechender Kleidung viel an der frischen Luft zu bewegen – täglich mindestens 30 bis 60 Minuten.
  • Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Ernährung.
  • Rauchen Sie grundsätzlich nicht in der Wohnung oder im Auto.
  • Lüften Sie regelmäßig und ausreichend die Wohnung und vermeiden Sie einen Schimmelpilzbefall.
  • Die Raumtemperatur im Schlafzimmer des Kindes sollte 18 Grad Celsius nicht übersteigen.
  • Wichtig ist auch ausreichendes Trinken, denn die kalte Luft wie auch die trockene Heizungsluft entziehen dem Körper Flüssigkeit. Hierdurch werden auch die Schleimhäute schnell trocken und sind dann besonders empfänglich für Krankheitserreger.

Impfempfehlung – vor allem für Risikogruppen

Die STIKO empfiehlt eine alljährliche Impfung gegen Grippe speziell für Personen, bei denen die Ansteckungsgefahr oder das Risiko von Komplikationen besonders hoch ist:

  • Personen, die 60 Jahre oder älter sind.
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei zusätzlichen Gesundheitsrisiken schon ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer bestehenden Grunderkrankung. Hierzu gehören zum Beispiel chronische Krankheiten der Atmungsorgane (z. B. Asthma), chronische Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, ein geschwächtes Immunsystem, neurologische Krankheiten und HIV-Infektion.
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.
  • Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit ein erhöhtes Risiko haben, zum Beispiel medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen anstecken können.
  • Personen, die durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln gefährdet sind, eine Doppelinfektion mit verschiedenen Influenza-Viren zu erleiden.

Für Personen über 60 Jahre, für Schwangere sowie für chronisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist die Grippeschutzimpfung kostenlos.

Wann ärztlicher Rat erforderlich ist

Wenn bei Ihrem Kind in Zeiten einer Grippewelle grippeähnliche Symptome wie Fieber und Husten auftreten, sollten Sie Kontakt mit einer kinderärztliche Praxis aufnehmen.

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