Grippe (Influenza)

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In Herbst und Winter haben Kinder gehäuft Schnupfen oder Husten - meist ein harmloser grippaler Infekt. Gerade im Winter kann es aber auch eine "echte" Grippe sein.

Grippale Infekte gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Auslöser ist eine Vielzahl verschiedener Viren. Grippale Infekte können das Wohlbefinden zwar ziemlich beeinträchtigen, sind aber meist harmlos. Bei der "echten" Grippe dagegen, die durch Influenzaviren verursacht wird, handelt es sich um eine wirklich schwere Erkrankung.

Den wirksamsten Schutz vor einer Infektion mit den saisonal auftretenden Influenzaviren bietet die alljährliche Grippeschutzimpfung. Denn da sich die Viren ständig verändern, muss der Impfstoff jährlich an die aktuell zirkulierenden Varianten angepasst und neu verabreicht werden.

Übertragung von Influenzaviren

Infektionen mit Influenzaviren sind weltweit verbreitet. Sie sind hoch ansteckend und werden über Tröpfchen, zum Beispiel beim Sprechen und insbesondere beim Husten und Niesen, übertragen. Über die eingeatmete Luft oder direkten Kontakt - beispielsweise über die Hände - gelangen die Viren auf die Schleimhäute, wo sie sich vermehren.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es etwa ein bis drei Tage. Der oder die Erkrankte ist bereits kurz vor Auftreten der ersten Symptome und danach in der Regel drei bis fünf Tage ansteckend. Bei kleineren Kindern kann die Ansteckungsfähigkeit früher beginnen und länger anhalten.

Mehr als Husten oder Schnupfen: die Symptome

Während ein grippaler Infekt meist harmlos verläuft, ist die durch Influenzaviren ausgelöste "echte" Grippe eine ernsthafte Erkrankung. Typisch für eine Infektion mit Influenzaviren sind

  • plötzlich auftretendes Fieber (über 38,5° Celsius),
  • trockener Reizhusten,
  • Muskel- und/oder Kopfschmerzen,
  • ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

Weitere Symptome sind allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche und Halsschmerzen.

Bei Kindern kommen häufig noch Übelkeit und Erbrechen hinzu. Dies können vor allem bei Kleinkindern auch die ersten Anzeichen einer beginnenden Grippe sein. Appetitlosigkeit, vermehrte Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein können ebenfalls auf eine Virusinfektion hinweisen.

Krankheitsverlauf und Behandlung

Die Grippeviren schädigen die Schleimhaut der Atemwege und schwächen die Abwehrkräfte, sodass der Körper anfälliger für weitere Krankheitserreger wird. Diese Anfälligkeit kann vor allem bei gefährdeten Personen, beispielsweise älteren Menschen oder chronisch Kranken, zu schwerwiegenden Komplikationen - wie zum Beispiel Lungenentzündung - bis hin zum Tod führen.

Bei Kindern wie auch bei Erwachsenen, die nicht zu den sogenannten Risikogruppen gehören, verläuft die Grippe meist ohne Komplikationen und ähnlich einem grippalen Infekt. Sie ist in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen überstanden.

Die Symptome wie Husten oder Fieber werden wie bei einem grippalen Infekt behandelt. Bei Kindern reichen oft schon einige Tage Bettruhe.

In manchen Fällen kann es auch bei an sich gesunden Kindern infolge der Grippe zusätzlich zu bakteriellen Infektionen der Atemwege mit einer Lungenentzündung kommen. Eine solche bakterielle Infektion muss in der Regel mit Antibiotika behandelt werden.

Schutz vor Ansteckung

Eine Impfung bietet den wirksamsten Schutz gegen Influenza. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut unter anderem für chronisch kranke Kinder empfohlen und sollte vorzugsweise in den Monaten Oktober und November durchgeführt werden. Im Fall einer drohenden Grippewelle ist eine Impfung aber auch noch später möglich und sinnvoll. Allerdings dauert es etwa zwei Wochen, bis sich der Impfschutz voll ausgebildet hat.

Gerade wenn die Grippe verstärkt auftritt, sollten grundsätzliche Hygieneregeln besonders beachtet werden, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern:

  • Anhusten oder Anniesen vermeiden,
  • nicht in die Hände husten,
  • auf Händeschütteln verzichten,
  • Hände vom Gesicht fernhalten,
  • regelmäßig und gründlich die Hände waschen, insbesondere nach dem Heimkehren,
  • benutzte Einmaltaschentücher sofort entsorgen.

Stärkung der Abwehrkräfte

  • Geben Sie Ihrem Kind trotz der kalten Witterung ausreichend Gelegenheit, sich in entsprechender Kleidung viel an der frischen Luft zu bewegen.
  • Obst und Gemüse, möglichst frisch und schonend zubereitet, sind als Vitaminlieferanten nun besonders wichtig. Vor allem Vitamin C, zum Beispiel in Zitrusfrüchten, unterstützt die Abwehrkräfte. Vitamin A - unter anderem in Milchprodukten - ist gut für die Schleimhäute.
  • Wichtig ist auch ausreichendes Trinken, denn die kalte Luft wie auch die trockene Heizungsluft entziehen dem Körper Flüssigkeit. Hierdurch werden auch die Schleimhäute schnell trocken und sind dann besonders empfänglich für Krankheitserreger.

Impfempfehlung - vor allem für Risikogruppen

Die STIKO empfiehlt eine alljährliche Impfung gegen Grippe speziell für Personen, bei denen die Ansteckungsgefahr oder das Risiko von Komplikationen besonders hoch ist:

  • Personen, die 60 Jahre oder älter sind.
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei zusätzlichen Gesundheitsrisiken schon ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer bestehenden Grunderkrankung. Hierzu gehören zum Beispiel chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, ein geschwächtes Immunsystem.
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.
  • Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit ein erhöhtes Risiko haben, zum Beispiel medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen anstecken können.
  • Personen, die durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln stärker gefährdet sind.

Für Personen über 60 Jahre, für Schwangere sowie für chronisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist die Grippeschutzimpfung kostenlos.

Wann ärztlicher Rat erforderlich ist

Wenn bei Ihrem Kind in Zeiten einer Grippewelle grippeähnliche Symptome wie Fieber und Husten auftreten, sollten Sie mit ihm die kinderärztliche Praxis aufsuchen.

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