Erbrechen

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Kinder reagieren oft bereits auf Kleinigkeiten mit Erbrechen. Kommen Fieber und weitere Symptome hinzu, liegt meist eine Virusinfektion vor.

Wann spricht man von Erbrechen?

Wenn ein Kind nach den Mahlzeiten kleine Nahrungsreste mit aufstößt, ist das kein Erbrechen. Gibt es jedoch größere Mengen Nahrung von sich, spricht man von Erbrechen. Im weiterem Verlauf wird das Erbrochene meist zu einer schleimigen, gelblichen Flüssigkeit.

Wie bei Durchfall verliert der kindliche Körper auch bei Erbrechen rasch sehr viel Flüssigkeit und Salze. Wenn das Kind häufig erbricht, kann es deshalb schnell zu einer Austrocknung des Körpers kommen, die besonders bei Säuglingen schon nach kurzer Zeit gefährlich werden kann. Ein trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit und tiefe Atmung durch den Mund sind typische Anzeichen für eine drohende Austrocknung.

Erbrechen kann viele Ursachen haben

Kinder reagieren oft bereits auf Kleinigkeiten mit Erbrechen, denn der kindliche Magen ist noch sehr empfindlich. Ein zu kaltes Getränk, verdorbene Lebensmittel, zu viel durcheinander gegessen, Vorfreude und besondere Erlebnisse gehören zu den oft harmlosen Ursachen für Erbrechen.

Wenn das Kind Fieber hat, liegt vermutlich eine Virusinfektion vor, zum Beispiel ein grippaler Infekt. Fieber und gleichzeitiger Durchfall deuten meist auf eine Magen-Darm-Infektion hin.

In Verbindung mit anderen Symptomen kann Erbrechen auch eine ernsthaftere Erkrankung signalisieren. Bei gleichzeitig starken Schmerzen im Unterbauch könnte zum Beispiel eine Blinddarmentzündung vorliegen. Im schlimmsten Fall – aber zum Glück selten – kann Erbrechen auch auf eine Hirnerkrankung hindeuten.

Was tun, wenn das Kind erbricht

Bei Erbrechen ist es vor allem wichtig, der damit verbundenen Austrocknungsgefahr entgegenzuwirken:

  • Versuchen Sie, Ihrem Kind über etwa vier Stunden schluckweise und in kurzen Abständen nur kleinere Mengen Tee (zum Beispiel leicht gesüßten Fenchel-, Pfefferminz- oder Kamillentee oder stark verdünnten schwarzen Tee) zu geben.
  • Nach dieser Zeit können Sie die Flüssigkeitsmenge auf eine halbe Tasse (20 bis 30 ml) erhöhen.
  • Feste Nahrung sollte das Kind erst bekommen, wenn es diese möchte.

Wenn sich Ihr Kind gerade erbrochen hat, kann ein kühles Tuch auf der Stirn die Übelkeit und das Schwindelgefühl verringern. Gegen den üblen Geschmack im Mund hilft das Ausspülen mit Wasser oder Tee. Je nachdem, wie sich Ihr Kind fühlt und wie alt es ist, kann es sich auch die Zähne putzen, um den Geschmack loszuwerden.

Wann bei Erbrechen ein Arztbesuch dringend ist

Bei bestimmten Symptomen oder Umständen sollten Sie mit Ihrem Kind unverzüglich die kinderärztliche Praxis aufsuchen:

  • Wenn Ihr Kind erbricht und gleichzeitig Fieber und/oder Durchfall hat.
  • Wenn Ihr Kind noch ein sehr jünger Säugling ist und auch nach vier Stunden noch wiederholt erbricht.
  • Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihr Kind zum Trinken zu bewegen.
  • Wenn es sich nach einem Sturz oder Unfall übergibt.
  • Wenn gleichzeitig starke Bauchschmerzen vorliegen.
  • Wenn Ihr Kind auffällig teilnahmslos und ruhig wirkt.

Nützliche Beobachtungen für den Arzt oder die Ärztin

Da Erbrechen viele Ursachen haben kann, sollten Sie Ihr Kind gut beobachten, damit Sie dem Kinderarzt oder der Kinderärztin gegebenenfalls weitere Symptome beschreiben können. Wichtige Hinweise sind zum Beispiel:

  • Hat Ihr Kind Fieber?
  • Hat es Bauchschmerzen, auch wenn es nicht erbricht?
  • Hat es Verstopfung oder Durchfall?
  • Erbricht es kurz nach dem Essen?
  • Wie oft erbricht es?
  • Hat das Kind einen Schlag auf Schädel oder Bauch bekommen?
  • Gab es einen Unfall in den letzten Stunden?
  • Hat es Hals- oder Ohrenschmerzen?
  • Bekommt es Medikamente?
  • Befürchten Sie, dass es Giftstoffe aufgenommen haben könnte, und wenn ja, welche?
  • Hat Ihr Kind häufig Kopfschmerzen?
  • Erbricht Ihr Kind wiederholt, auch nachts oder kurz nach dem Aufstehen?
 
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