Handys & Smartphones: mobile „Mini-Computer“

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Nicht viel größer als eine Hand, aber mit vielfältigen Funktionen: Handys oder Smartphones beeinflussen den Alltag von Eltern, Familien – und auch den von Kindern.

Drei Kinder fotografieren sich mit einem Smartphone © Getty Images
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Praktische Begleiter

Inzwischen gehört ein Handy oder Smartphone in fast allen Familien zur üblichen Medienausstattung. Und spätestens wenn Kinder in die Grundschule kommen, überlegen die meisten Eltern, wann ihre Kinder ein eigenes Handy haben sollten. Vielen Eltern vermitteln Handys ein Gefühl der Sicherheit, weil sie ihre Kinder überall und jederzeit erreichen können. Häufig bekommen Kinder daher ein Handy oder Smartphone, wenn sie die nahe Grundschule verlassen und in die weiterführende Schule gehen. Doch die ständige Erreichbarkeit kann auch dazu führen, dass sich Kinder kontrolliert fühlen, und den Weg in die Selbständigkeit erschweren.

Mobile „Mini-Computer“

In den letzten Jahren ist vor allem ein Anstieg von Smartphones zu beobachten, die noch mehr „können“ als Handys und viele der uns bisher bekannten Medienangebote zusammenführen. Sie sind mit zahlreichen Funktionen ausgestattet, die weit über das Telefonieren hinausgehen. Sie navigieren uns zum Ziel, machen Schnappschüsse, sind Adressbuch und Terminplaner, mobile Radios, Fernseher, Video-, DVD- und Musikplayer und Spielekonsole. Vor allem verbinden sie uns auch unterwegs mit der weiten Welt des Internets. 

Und sie sind unser Gerät Nummer eins, um – vor allem schriftlich – zu kommunizieren. Per SMS oder Internet übermitteln wir Kurznachrichten, Fotos, Smileys, Dateien und Sprachnachrichten. 

Die für Smartphones – wie auch für Tablets - typische Oberfläche, die auf bloßes Berühren, Wischen oder Tippen reagiert, ist bereits für kleine Kinder spannend und schnell verständlich. Diese einfache, kinderleichte und intuitive Bedienung macht Smartphones und Tablets zu attraktiven Spielgeräten, die noch dazu fast immer und überall verfügbar sind. Daher wundert es nicht, dass der Medienmarkt – vor allem mit „Apps“ – bereits kleine Kinder ins Visier nimmt.  

Apps: klein, bunt und … kindgerecht?!

„Apps“ (Applikation/Anwendung) sind kleine Programme, die auf das Smartphone (oder auch ein Tablet) geladen und installiert werden. Bei jüngeren Kindern sind Bilderbuch-Apps oder auch Spiele-Apps sehr beliebt, in denen sich erste Aufgaben in der Regel sehr einfach erledigen lassen. Vorschulkinder mögen auch interaktive Geschichten-Apps, Lern-Apps und Mischformen aus Lesen und Spielen. Auch Apps mit kreativen Inhalten – wie Malen oder geometrische Figuren zusammenstellen – werden inzwischen angeboten.  

Für Eltern sind Apps oft praktisch, um zum Beispiel Wartezeiten zu überbrücken. Wichtig ist, dass Kinder – wenn überhaupt – altersgerechte Apps nutzen, die sie nicht überfordern. Ob eine App für Ihr Kind geeignet ist, hängt – wie auch bei anderen Medien – davon ab, welche Vorlieben es hat und welche Kenntnisse es im Umgang mit digitalen Spielen bereits gesammelt hat. Um dies herauszufinden, testen Sie Anwendungen am besten zunächst selbst und danach mit Ihrem Kind gemeinsam. 

Beim Installieren vieler Apps erteilt man – oft unbewusst – verschiedene Zugriffsrechte auf bestimmte Daten oder erlaubt bestimmte Funktionen auszuführen. Hier stellt sich die Frage, ob zum Beispiel eine Spiele-App auch auf das Adressbuch oder auf Fotos zugreifen können muss. Um zu viele Zugriffsrechte, Kostenfallen, problematischen Inhalten und zu viel Werbung zu vermeiden, kann es sich lohnen, kostenpflichtige Apps zu installieren. 

Derzeit gibt es noch keine verbindliche Altersklassifizierung von Apps. Verschiedene Übersichten über Kriterien kindgerechter Apps sowie entsprechender Empfehlungen erleichtern Ihnen aber möglicherweise die Auswahl. Anbieter finden Sie in den Linktipps und im Wegweiser.  

Ab wann braucht mein Kind ein Handy oder Smartphone?

Auch wenn es um die Frage nach einem Handy oder Smartphone geht, gibt es keine eindeutigen Empfehlungen. Der Besitz eines Handys oder Smartphones kann für ältere Kinder durchaus sinnvoll und nützlich sein. Aber auch beim Handy ist es notwendig zu lernen, wie es sinnvoll genutzt wird und wie man vermeidet, sich und andere zu schädigen oder zu belästigen.

Fachleute weisen darauf hin, dass die schnellen Anwendungen und wechselnden Bilder Kinder unter drei Jahren leicht überreizen können. In den ersten drei Lebensjahren wird daher von der Nutzung jeglicher Bildschirmmedien, wozu auch Smartphones gehören, abgeraten. Kinder ab etwa vier Jahre bis zum Grundschulalter können mit dem Handy oder Smartphone der Eltern oder älterer Geschwister erste Erfahrungen sammeln und gemeinsam unterschiedliche Funktionen ausprobieren. 

Als Einstieg und erstes eigenes mobiles Endgerät ist ein einfaches Handy mit Telefon- und SMS-Funktion häufig ausreichend. Je mehr Funktionen ein Handy ungesichert zur Verfügung stellt, desto mehr Medienkompetenz sollte das Kind bereits entwickelt haben. Erst wenn Sie sicher sind, dass Ihr Kind verantwortungsvoll mit dem Internet umgeht und am heimischen Computer ausreichend Erfahrung sammeln konnte, sollten Sie über die Anschaffung eines internetfähigen Smartphones nachdenken. Im Alter von ca. elf bis zwölf Jahren ist dies häufig der Fall. 

Wie für die Internetnutzung am Computer sollte es auch für die Nutzung eines internetfähigen Smartphones klare Regeln für die Nutzung geben. Das Kind sollte über mögliche Risiken aufgeklärt und durch technische Sicherheitsvorkehrungen wie Kinderschutz-Apps oder spezielle Startseiten geschützt sein.

Gesundheitsrisiko „Strahlung“?!

Wenn mit dem Handy oder dem Smartphone telefoniert wird, wird eine Funkverbindung zwischen dem Handy und der nächsten Empfangs- und Sendestation eines Mobilfunkbetreibers hergestellt. Dabei sendet und empfängt ein Handy hochfrequente elektromagnetische Wellen. Ob diese Strahlungen negative gesundheitliche Auswirkungen haben, wurde bisher nicht schlüssig nachgewiesen. Da sich Kinder noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren könnten, empfehlen Fachleute die Strahlenbelastung für Kinder möglichst zu minimieren und Handytelefonate bei Kindern so weit wie möglich einzuschränken. Faustregel: Je jünger das Kind desto weniger sollte es ein Handy benutzen.
Beim Surfen im Internet mit Tablet oder Smartphone sollte auf einen ausreichenden Abstand zum Körper geachtet werden. Die Belastung mit hochfrequenten Feldern verringert sich deutlich je größer der Abstand ist. Für jegliche Form der mobilen Internet-Nutzung sollte außerdem – wenn möglich – eine Kabel-Verbindung genutzt werden, da die Sendeleistung in der Regel niedriger ist als bei der Verbindung über das Mobilfunknetz. (Stand: 17.12.2016)