Sport und Bewegung bei Übergewicht oder chronischer Erkrankung
Täglich Bewegung und Sport tut Kindern gut – auch bei Übergewicht und chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Allergie. Was dabei zu beachten ist.
Wenn Ihr Kind oder Jugendlicher von Übergewicht bzw. starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen ist oder eine chronische Erkrankung wie Asthma oder eine Allergie hat, ist dies kein Grund, auf Sport und Bewegung zu verzichten – meist im Gegenteil. Vor dem Start einer sportlichen Betätigung ist der Besuch einer kinder- oder hausärztlichen Praxis jedoch zu empfehlen.
Wenn Ihr Kind übergewichtig ist
- Wege zur Schule möglichst zu Fuß oder mit Fahrrad oder Roller zurücklegen – jede Bewegung zählt!
- Planen Sie neben der alltäglichen Bewegung regelmäßige aktive Familienzeiten – sei es durch Ausflüge, Radfahren oder gemeinsame Sporteinheiten zu Hause.
- Kinder benötigen Bewegung, die zu ihren Bedürfnissen passt. Ein Kind mit Kniebeschwerden profitiert z. B. eher vom Schwimmen als vom Laufen.
- Keinen Druck aufbauen und es langsam angehen lassen – Durchhaltevermögen wird hier vor allem gebraucht, und nur durch Spaß und Bewegung, auch in Gruppen, kann die Intensität und Dauer der körperlichen Aktivität allmählich gesteigert werden!
- Stark übergewichtige Kinder geraten schnell außer Atem, ihr Puls steigt, sie schwitzen und fühlen sich rasch erschöpft. Deshalb ist es wichtig, mit leichten Übungen zu beginnen und die Intensität behutsam zu steigern. Kurze und weniger anstrengende Einheiten sind von Vorteil.
- Durch das höhere Körpergewicht werden die Gelenke stark beansprucht. Schonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind deshalb besonders gut geeignet. Sportarten mit vielen Sprüngen oder schnellen Drehungen, z. B. Tanzen, Tennis, Squash oder Fußball, können die Gelenke stark belasten.
BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche
Ob ein Mädchen oder Junge im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen als normal-, unter- oder übergewichtig gilt, kann mit seinem Body-Mass-Index (BMI) ermittelt werden.
Zum BMI-Rechner
Wenn Ihr Kind Asthma oder eine Allergie hat
Dass regelmäßiger Sport und häufige Bewegung eine gesundheitsfördernde Wirkung bei einer chronischen Erkrankung wie Asthma oder Allergie hat, ist unbestritten. Wer sich regelmäßig bewegt, stärkt die Atemmuskulatur und beugt Asthmaanfällen vor. Zu beachten ist:
- Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, ob die Medikation Ihres Kindes dem Sport angepasst und vielleicht vor dem Training ein bronchienerweiterndes Spray eingenommen werden soll.
- Die individuell unterschiedlichen Allergieauslöser in der Umgebung (wie beispielsweise Pollen) sollten gemieden werden – ebenso unspezifische Reize wie Kälte, Nebel, Düfte oder Staub. Bei hoher Pollenkonzentration den Sport in geschlossene Räume verlegen.
- Lebensmittelallergiker sollten nach Verzehr einer allergieauslösenden Speise keine körperliche Anstrengung betreiben.
- Alle Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Wandern sind geeignet. Ausdauersport stärkt nicht nur Herz und Kreislauf, sondern trainiert die Atemmuskulatur und entwickelt auf diese Weise eine tiefere und kräftigere Atmung.
- Wählen Sie eine Sportart aus, mit der langsam begonnen, die aber regelmäßig betrieben wird. Der Körper kann sich auf diese Weise (Aufwärmphase: zehn, besser 15 Minuten!) sukzessive an die Anstrengung gewöhnen. Mit der Zeit kann dann die Belastung gesteigert werden.
- In der Belastungsphase nicht an die körperlichen Grenzen gehen.
- Die sportliche Betätigung sollten Entspannungs- und Lockerungsübungen abschließen ggf. mit atemerleichternden Stellungen oder Atemtechniken.
Beratung und Programme zur Bewegungsförderung (nicht nur) bei gesundheitlicher Einschränkung
- Kinder- und hausärztliche Praxis: Sie ist erste Anlaufstelle für die Beratung zu geeigneten Bewegungsformen. Der Arzt oder die Ärztin kann auch an spezialisierte Fachkräfte überweisen.
- Krankenkassen: Viele Kassen bieten Programme zur Bewegungsförderung an. Oft gibt es auch Zuschüsse für Sportkurse oder Präventionsangebote.
- Sportvereine mit speziellen Programmen: Anbieter besonderer Programme sind z. B. Landessportbünde oder der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Auf der Bewegungslandkarte des DOSB (siehe Linktipps) finden Sie Gesundheitssportangebote mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT und dem Siegel der Zentralen Prüfstelle Prävention.
- Rehabilitations- und Bewegungsangebote: Sofern medizinisch erforderlich bekommen Sie bei Ihrer kinder- und jugendärztlichen Praxis oder Ihrer Krankenkasse Informationen über spezifische Programme für Ihr Kind oder Ihren Jugendlichen.
Bewegungsangebote bei Übergewicht und chronischer Erkrankung (Asthma & Allergie)
Eltern und andere Sorgeberechtigte finden hier eine Vielzahl an Bewegungsangeboten und -ideen für ihr übergewichtiges oder chronisch erkranktes Kind. Finden Sie heraus, was Ihrem Kind bzw. Jugendlichen und Ihnen am besten gefällt.
Quellen
Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), S3-Leitlinie Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter (2019; AWMF-Nr. 050-002, in Überarbeitung). Zugriffsdatum: 9.6.2026
Deutscher Allergie und Asthmabund (DAAB), Asthma und Sport. Zugriffsdatum: 9.6.2026
Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), Sport trotz Heuschnupfen — gesund oder schädlich? (2017). Zugriffsdatum: 9.6.2026





