Wichtige Termine zur Früherkennung von Krankheiten – vormerken, vereinbaren und einhalten

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Für alle Früherkennungsuntersuchungen sind Zeiträume angegeben, innerhalb derer die Untersuchungen durchgeführt werden sollten. Nutzen Sie sie!

Kalendernotiz zur Vorsorgeuntersuchung © BZgA
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Früherkennungs- und Vorsorgetermine 0–6 Jahre

Die Früherkennungs- und Vorsorge-Untersuchungen (U-Untersuchungen, Impfschutz und zahnärztliche Untersuchungen) sollen innerhalb bestimmter Zeiträume stattfinden, für die Sie einen Besuch Ihres Kindes in der ärztlichen bzw. zahnärztlichen Praxis vereinbaren sollten. Wann welcher Untersuchungs- oder Impftermin ansteht, finden Sie in dieser Übersicht.

Die ersten Lebenswochen

U1Direkt nach der Geburt
U23. bis 10. Lebenstag
U34. bis 5. Lebenswoche

Die ersten Lebensmonate

Extra Impftermin7. Lebenswoche
Extra Impfterminab 9. Lebenswoche
U43. bis 4. Lebensmonat
Extra ImpfterminEnde 3. / Anfang 4. Lebensmonat
U56. bis 7. Lebensmonat
U6 + Impftermin10. bis 12. Lebensmonat

Die ersten Lebensjahre

Extra-Impfterminab 1 Jahr
Impftermin1 Jahr + 3 Monate bis 2 Jahre
U71 Jahr + 9 Monate bis 2 Jahre
Zahnärztliche UntersuchungAb 2 ½ Jahre (3 Untersuchungen im Abstand von mind. 12 Monaten bis zum vollendeten 6. Lebensjahr)
U7a2 Jahre + 10 Monate bis 3 Jahre
U83 Jahre + 10 Monate bis 4 Jahre
U95 Jahre bis 5 Jahre + 4 Monate
Impftermin
(Auffrischung)
5 bis 6 Jahre (z. B. bei der U9)
halbjährliche zahnärztliche Kontrolleab 6 Jahre
Impftermine
(Auffrischung)
9 bis 17 Jahre
J1-Untersuchung12 bis 14 Jahre

Früherkennung in bestimmten Zeiträumen

Die vorgegebenen Termine für die U-Untersuchungen haben ihren guten Grund: Die Früherkennung und rechtzeitige Behandlung mancher Erkrankungen sind nur in einer bestimmten Altersspanne erfolgversprechend. So ist die U3 in der vierten bis fünften Lebenswoche zum Beispiel wichtig, um eine mögliche Fehlstellung der Hüftgelenke rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln.

Us orientieren sich an wichtigen Entwicklungsphasen des Kindes

Die Untersuchungstermine sind so bestimmt, damit wichtige Entwicklungsschritte Ihres Kindes beurteilt werden können – die in der Regel in bestimmten Zeitspannen erfolgen. So haben beispielsweise die Früherkennungsuntersuchungen im Kita- und Vorschulalter besondere Bedeutung, weil Ihr Kind gerade in diesem Alter wichtige Entwicklungen durchmacht, zum Beispiel im Sprechen, in seinen motorischen Fähigkeiten und im Umgang mir Gleichaltrigen. Falls es hierbei irgendwelche Auffälligkeiten gibt, bieten die Früherkennungsuntersuchungen die Chance, dass ein Kind frühzeitig unterstützt und gezielt gefördert werden kann, um mögliche Verzögerungen gut zu beeinflussen und oftmals noch rechtzeitig bis zum Schuleintritt aufzuholen. 

Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich Ihr Kind langsamer entwickelt, sprechen Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt unbedingt daraufhin an. Denn Sie als Mutter oder Vater sind es, die Ihr Kind jeden Tag erleben und gut kennen.

Wenn Ihr Kind eine Frühgeburt ist

Auch bei Frühgeborenen sollten die oben genannten Untersuchungszeiträume der Us eingehalten werden. Die Frühgeburtlichkeit des Kindes wird bei den Früerkennungsuntersuchungen berücksichtigt.

Wichtig für das Kind: möglichst früher Impfschutz

Die Impftermine folgen einem ärztlich empfohlenen Zeitplan und haben zum Ziel, so früh wie möglich einen vollständigen Impfschutz vor schweren Infektionserkrankungen wie zum Beispiel Hirnhautentzündung durch Erreger wie Haemophilus influenzae Typ B (Hib), Kinderlähmung oder Masern aufzubauen. Hierzu werden abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger (oder Teile davon) zur Impfung verwendet. Für diese sogenannte Grundimmunisierung sind meist mehrere Impfgaben in bestimmten Abständen notwendig, damit das kindliche Abwehrsystem nach und nach einen wirksamen Schutz aufbauen kann. Je nach Krankheitserreger wird beim Impfplan berücksichtigt, ob eine nachgeburtliche Zeit des „Nestschutzes“ abgewartet werden muss, bevor mit der ersten Impfung begonnen wird. Das bedeutet, erst wenn schützende mütterliche Abwehrstoffe aus der Schwangerschaft im Kind weitgehend abgebaut sind, kann der Körper des Säuglings effektiv eigene Abwehrstoffe nach Impfung bilden. Über den Aufbau der Grundimmunisierung und konkrete Termine erhalten Sie ab der U3 Informationen in der ärztlichen Praxis.

Schon früh und regelmäßig auf Zahngesundheit achten

Bei den regelmäßigen Kontrollen in der zahnärztlichen Praxis sollen unter anderem frühe Anzeichen für Zahnerkrankungen wie zum Beispiel beginnende Karies erkannt und frühzeitig behandelt werden – also auch schon am kindlichen „Milchgebiss“. Spätere bleibende Zähne können sonst gefährdet werden.

Wenn Ihr Kind chronisch krank ist oder eine Behinderung hat

Wenn Ihr Kind eine chronische Erkrankung oder eine Behinderung hat, entwickelt es sich unter Umständen anders als gesunde oder nicht behinderte Kinder. Die Kriterien der Früherkennungsuntersuchungen treffen dann häufig nicht mehr auf die persönliche Entwicklung Ihres Kindes zu. Dennoch sollten Sie diese Untersuchungen mit Ihrem Kind nach Möglichkeit wahrnehmen. Der Arzt oder die Ärztin überprüft, wie sich Ihr Kind entwickelt, und bespricht mit Ihnen die weiteren Therapie- und Fördermaßnahmen. Sie sollten sich nicht verunsichern lassen, wenn Ihr Kind von den Fähigkeiten und Fertigkeiten möglicherweise abweicht, die für eine bestimmte Altersstufe vorgesehen sind. Bei einzelnen Beeinträchtigungen, zum Beispiel Down-Syndrom oder Turner-Syndrom, gibt es auch andere „Vergleichswerte“ für die altersgemäße Entwicklung der Größe und des Gewichts (Wachstumskurven, sogenannte Perzentilenkurven). Zum Teil können diese beispielsweise bei Elternselbsthilfegruppen bezogen werden.

Die Wahl der ärztlichen Praxis

Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen besitzen das erforderliche spezielle Wissen über die körperliche, geistige, seelische und soziale Entwicklung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und die typischen Erkrankungen im Kindesalter. Sie sind mit vielen Problemen vertraut, die im Alltag mit Kindern auftauchen können, und können Sie entsprechend beraten oder Ihnen qualifizierte Unterstützungsangebote nennen. 

Gerade in ländlichen Gebieten gibt es jedoch auch häufig Ärzte und Ärztinnen z. B. der Allgemeinmedizin, die im Rahmen ihrer Weiterbildung pädiatrische Kenntnisse erworben haben und über Erfahrungen mit der Untersuchung von Säuglingen und Kleinkindern verfügen. Hier sind Sie mit Ihrem Kind auch gut aufgehoben. Wichtig ist, dass eine vertrauensvolle Beziehung möglich ist.